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Die ersten Siedler kommen

Kanada / Hausbemalung
Hausbemalung in Midland

Seit der Einfahrt in den Park fühlen wir uns wie in eine andere Welt versetzt. So muss es vor der Besiedelung durch die Europäer auch im Süden ausgesehen haben. 1615 drang Samuel de Champlain als erster Europäer zu den Quendat vor, einem Indianerstamm der hier sesshaft war. Die Franzosen nannten sie später Huronen. Den Entdeckern folgte eine kleine Gruppe von Jesuiten, die 1639 beim heutigen Midland im Namen der französischen Krone eine Missionsstation gründeten. Ihr Ziel war es, die „Heiden“ zum Christentum zu bekehren, doch sie brachten ihnen vor allem den Tod durch Masern, Blattern und Grippeviren. Gegen solche Krankheiten hatten die Indianer keine Abwehrstoffe und ihre Heiler keine Medizin. Als Folge davon starben innerhalb von zehn Jahren etwa die Hälfte der 25.000 Ureinwohner. Die überlebenden Indianer waren gespalten in Traditionalisten, die am liebsten die Schwarzröcke vertrieben hätten und solche, die von den Errungenschaften durch die Neuankömmlinge begeistert waren und gerne Pelze gegen Eisenwerkzeuge tauschten, um sich ihre Arbeit zu erleichtern.

Kanada / Midland Museum  Sainte-Marie
Midland Museum Sainte-Marie

Wie das Leben in der Missionsstation Sainte-Marie zu Beginn des 17. Jahrhunderts ausgesehen haben mag, dass erfahren wir bei einem Besuch der rekonstruierten Anlage am Ufer des Wye River, an der gleichen Stelle, wo sich die Holzhäuser ursprünglich befanden. Belebt werden die Gebäude durch das Personal, das so gekleidet ist wie die Menschen damals. Da wird geschmiedet und gezimmert, werden Seile hergestellt und aus der Bibel gelesen, genau so, wie der Alltag in der Mission vor 360 Jahren ausgesehen haben könnte.

Nicht weit davon entfernt befindet sich das Huronen-Museum. Diese private Freiluftanlage vermittelt ein sehr plastisches Bild von dem Leben der Huronen bevor die Europäer ihren Einfluss geltend machten und die Ausrottung eines ganzen Indianerstamms einleiteten. Wir erfahren, dass sie als sesshafte Bauern in befestigten Dörfern in Clans (größere Familienverbände) lebten. Hohe Palisaden und ein verwinkelter Eingang schützte die Menschen vor wilden Tieren und unerwünschten Gästen. Ein Langhaus und Wigwam aus Rindenplatten wurde nachgebaut sowie die Hütte des Schamanen bzw. eines Medizinmannes. Wir erfahren auch, dass Tabak den Indianern heilig war und nur bei Zeremonien geraucht wurde. Die bemalten Holzmasken vor dem Eingang stellen die Geistwesen dar, an welche die Dorfbewohner glaubten. Nach der Vorstellung der Huronen gab es eine Verbindung zwischen den drei Welten: der menschlichen, der natürlichen und der geistigen Welt.

Kanada / Huronendorf
Hütten im Huronen-Museum

Das Südufer der Georgian Bay ist ein geschichtsträchtiger Boden. So katapultiert uns ein Bummel über die Mainstreet in Penetanguishene zurück in das 19. Jahrhundert. Wandgemälde an den Häusern zeigt den Handel der Siedler mit den Indianern und die Fassaden lassen den Wohlstand ihrer Bewohner erkennen. Direkt an der Mündung der Bucht erinnert der Discovery Harbour mit seinen bunt bemalten Holzhäusern an die Zeit als Werft- und Hafenstadt. Gleich nebenan flitzen zum Vergnügen die modernsten Boote mit PS-strotzenden Motoren über das Wasser. Zwischen 1817 und 1856 war dies eine Militär- und Marinebasis der Engländer.



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