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Kanada - Ontario per Kanu

Auf den Spuren der Voyageurs

Text und Fotos: Dirk Schröder

Zusammengepfercht sitzen wir in Ricks Van. Hinter uns stapeln sich die Schwimmwesten und die wasserdichten Säcke. Auf dem Dach ist ein Kanu festgezurrt, weitere vier haben wir im Schlepptau. Wir sind gespannt auf die Abenteuer, die auf der 400 Kilometer langen Flußstrecke im Land der Cree-Indianer im Norden von Ontario in Kanada auf uns zukommen. Keiner aus unserer Gruppe hat den Albany-River und seine Zuflüsse je befahren. Sind wir erst einmal unterwegs, gibt es kein Zurück mehr, keine Straße, keine Bahnlinie, keine Siedlung - Wildnis pur! Erst am Endpunkt, in Fort Albany, erwartet uns wieder ein Ort.

Ausgangspunkt unserer Tour ist Cochrane. Die 4.500 Einwohner große Stadt wurde 1908 im Zuge des Eisenbahnbaus buchstäblich aus dem Boden gestampft und ist heute ein wichtiges Zentrum der Region. Ontario, das zweitgrößte Bundesland Kanadas, erstreckt sich bis hinauf zur Hudson Bay. An den Ufern der Bucht breitet sich das größte Feuchtgebiet der Welt weit ins Inland hinein aus. Hier im Norden leben nur etwa 110 000 Menschen. Dafür gibt es Milliarden und aber Milliarden Mücken und ‚Blackflys', die uns noch zu schaffen machen werden.

Rick Chartier, der uns zum Einstieg bringt, stammt aus einer Familie der Voyageurs, der Trapper, die aus Frankreich einwanderten und mit großen Birkenkanus den Handel zwischen den Indianern und der Hudson's Bay Company organisierten. Die Flüsse waren damals die einzigen Verbindungswege. Von Süden drangen die Voyageurs so weit in den Nordwesten vor, wie sie es in einem Sommer schaffen konnten, bevor dann die Wasserstraßen wieder zufroren. Als einige Pioniere noch weiter ins Land der Indianer vorstießen, wurden Zwischenstationen eingerichtet und der Handel noch perfekter organisiert. Am Ende der Hudson-Bay hatte die gleichnamige Handelsgesellschaft aus England ihren Sitz und wurde an dem Pelzhandel nach Europa steinreich. Während Rick im gleichbleibenden Tempo über den schnurgeraden Highway #11 gen Westen steuert, erzählt er uns aus dieser Zeit. "Wenn ihr am Ende eurer Tour nach Moosonee fliegt, könnt ihr die ehemalige Handelsstation auf der Insel besuchen. Dort sieht man die alten Lagerhäuser, die Kirche, die Gräber. Es fahren regelmäßig Taxiboote dort hin."

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