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Im Winter ein exklusiver Anblick

Kanada Jasper AbfahrtHeute muss der Park an einem Tag manchmal bis zu fünfzigtausend Besucher verkraften und gerät an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Besonders turbulent geht es auf dem Columbia Icefield zu, einer fast vierhundert Quadratkilometer großen Eisfläche, von der aus sich sechs Gletscher ins Tal schieben. Das Eisfeld ist eine Art hydrographisches Zentrum des nordamerikanischen Kontinents, denn die Flüsse, die von hier ausgehen, enden in drei Ozeanen: im Atlantik, im Pazifik und im nördlichen Eismeer. Auf dem Athabasca-Gletscher wird in den Sommermonaten ein touristisches Generalstabsunternehmen durchgeführt: Alle fünfzehn Minuten starten vier Busse, beladen mit je sechzig Personen, zu einer Tour über den Gletscher.

Der ganze Rummel mitten in einem Nationalpark ist natürlich umstritten, doch hat man sich entschieden, einen Gletscher zu „opfern“, um mit den Eintrittspreisen die Erhaltung des riesigen Parks zu finanzieren. Im Winter allerdings werden die Touren eingestellt, das Columbia Icefield ruht dann unter einer meterdicken Neuschneedecke, die, einmal zusammengesackt, zu seinem Wachstum und zur Bewegung der Gletscher beitragen wird. Der Icefield Parkway, eine der schönsten Straßen in den Rocky Mountains, die von Jasper aus durch einen Korridor von Dreitausendern zum Columbia Icefield führt, wird zwar vom Schnee geräumt, ist aber zwischen November und März kaum befahren. Dort, wo der Verkehr im Sommer so dicht ist wie in der Innenstadt von Toronto, wo die Leute unablässig nach Bären Ausschau halten und dadurch einen permanenten Stau in der Wildnis verursachen, dort ist das Panorama der verschneiten Gipfel im Winter ein exklusiver Anblick.

Wölfe, Elche, Karibus

Auch viele Tiere sind zutraulicher als sonst. Die Braunbären und Grizzlies haben sich zwar zum Winterschlaf in ihre Höhlen zurückgezogen, doch die Dickhornschafe halten sich gern am Straßenrand und in der Nähe der Eisenbahnlinie auf, weil vielleicht einer der Weizentransporter undicht sein und ein wenig wertvolle Nahrung verlieren könnte. Sogar Elche und Karibus, im Sommer scheu und zurückgezogen im Wald, kreuzen hin und wieder die Spuren der Skilangläufer, und die Wapiti-Hirsche steigen bis in den Ort hinunter und treiben sich dort auf Schulhöfen, Spielplätzen und neben den Bahngleisen herum, um vor Wölfen und Kojoten sicher zu sein.



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