Dass es bei der Zahngesundheit der jordanischen Bevölkerung trotzdem wenig zu beanstanden gibt, liegt mit am Islam. Mohammed, der Prophet der Propheten schrieb nämlich vor, dass sich alle Gläubigen nicht nur fünf mal täglich zum Gebet begeben müssen, sondern auch vor jedem Gebet den Mund mit klarem Wasser ausspülen müssen. Eine weitere Regel des Islam schreibt vor, dass die Zähne regelmäßig mit einem kleinen Hölzchen - im arabischen Siwak oder Miswak genannt - zu putzen sind. Miswak wird normalerweise aus den Wurzeln eines im Nahen Osten vorkommenden Wüstenbaumes gewonnen.
"Der Siwak (Miswak) ist ein Mittel, den Mund zu reinigen, und ein Mittel, das Wohlgefallen des Herrn zu erlangen", heiát es im heiligen Buch der Sunna. Dementsprechend gibt es bei den vor den Toren der Moscheen sitzenden Straßenhändlern jeweils zehn bis fünfzehn Zentimeter lange Wurzelstücke für ein paar Pfennige zu kaufen. Der Händler schneidet dann geschickt von den obersten eineinhalb Zentimetern die Rinde ab und klopft das obere Ende anschließend mit einem Hammer weich, bis das Hölzchen einer Bürste gleich auffasert - und fertig ist die Zahnbürste. Leider musste ich aber bei meinem letzten Besuch in Amman feststellen, dass die Miswak-Hölzchen inzwischen meist nicht mehr aus der einheimischen Wüste, sondern aus dem fernen China kommen.
Eine weitere traditionelle Methode des Zähneputzens ist noch bei den manchen Beduinen in den abgelegeneren Gebieten Jordaniens anzutreffen. Obwohl auch in deren Zelten bereits Fernseher stehen und moderne Thermoskannen zunehmend zum Einsatz kommen, setzen sie noch nicht auf die in der TV-Werbung propagierten Zahncremes. Sie setzen auf frische Holzkohle aus dem Feuer. Es heißt, die Kohle sei das beste Mittel, um die Zähne strahlend weiß zu machen.
Buchtipps zu Jordanien:
"Die
sieben Säulen der Weisheit", von Thomas Edward Lawrence,
Deutsche
Buchgemeinschaft 1978
"Jewels of the Kingdom - The Heritage of Jordan", von Peter Vine, Immel Publishing, London, 1987, (ISBN: 0-907151-29-9)
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