Stacheln helfen gegen Schafe
Neben Shaumari, Wetland und Wadi Rum hat das moderne Jordanien noch eine Anzahl weniger bekannte, aber deswegen nicht weniger interessante Naturreservate zu bieten. Im Nordwesten des Landes bei Ajlun liegt beispielsweise das 31 Quadratkilometer große Zubia-Reservat. Dort stehen die Wiedereinbürgerung des Damhirschs sowie der Schutz der letzten großen Eichen- und Pistazienwaldbestände des Landes auf dem Naturschutzprogramm. Auch die dort lebenden Wildschweine profitieren vom Schutzstatus dieses Gebietes. Wie die RSCN berichtet, sollen die wilden Eber in Zubia bis zu 200 Kilogramm wiegen. Die Eichen in dieser Region Jordaniens haben übrigens eine für Mitteleuropäer überraschende Besonderheit. Ihre Blätter sind im unteren Bereich des Baumes mit spitz zulaufenden Stacheln bewährt. Damit schützen sie sich davor, von Schafen oder anderen Weidetieren abgefressen zu werden.
Das 212 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet Wadi Mujib wiederum ist eines der letzten Rückzugsgebiete von Berg-Gazellen und nubischen Steinböcken. Das etwa 100 Kilometer südlich von Amman gelegene Reservat besticht durch eine eindrucksvolle Felsenlandschaft, die vom 900 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Hochland bis hinunter zum 400 Meter unter dem Meeresspiegel befindlichen Toten Meer reicht.

Im unteren Teil des Naturreservats Wadi Mujib
Im Wadi Mujib leben noch die selten Wüstenluchse (Caracals), die gestreifte Hyäne und drei bis vier Rudel von Grauwölfen. Selbst aufmerksame Wanderer werden von diesen scheuen Raubtieren allerdings in Mujib höchstens Fußspuren oder verdaute Reste ihrer Mahlzeiten sehen. Der Rotfuchs aber kommt häufiger vor und lässt sich leichter erspähen.
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