Etwa 200 Oryx leben in Shaumari
Die einst auch im Wadi Rum heimische Arabische Oryxantilope wurde 1972 das letzte mal in freier Wildbahn gesichtet. Seitdem war die weiße, mit langen säbelartigen Hörnern ausgestattete Antilopenart mit dem wissenschaftlichen Namen Oryx leucoryx nur noch in einigen Zoos rund um den Globus verteilt zu bewundern. Damit dieses Schicksal wenigstens den Gazellen wie auch den jordanischen Wölfen und Schakalen erspart blieb, war aus dem Royal Jordanian Hunting Club 1966 die RSCN entstanden. Ihre Ziele: Aufbau von Naturschutzgebieten, Sensibilisierung der einheimischen Bevölkerung für Natur- und Umweltschutz und die Wiederansiedlung der Weißen Oryx.
Vielleicht schon in diesem Jahr wird dieser Traum der jordanischen Naturschützer Wirklichkeit. Die RSCN plant die ersten Arabischen Oryxantilopen nach und nach im 550 Quadratkilometer großen Schutzgebiet von Wadi Rum auszusetzen. Die dazu vorgesehenen Oryx stammen aus dem Shaumari-Reservat, das 12 Kilometer südlich der Oase Azrak im Osten Jordaniens liegt. Dort läßt die RSCN Oryx leucoryx seit 1975 erfolgreich nachzüchten.

Arabische
Oryx-Antilopen im Shaumari-Reservat
Die Wiederansiedlung der Weißen Oryx auf der Arabischen Halbinsel ist ein länderübergreifendes und auf Jahrzehnte angelegtes Schutzprojekt. Ausgehend von verstreut in Zoos von London, Kuwait und Saudi Arabien lebenden Oryx wurde zunächst im amerikanischen Arizona eine sogenannte Weltherde gegründet. Insgesamt acht Exemplare dieser Herde kamen Ende der 70er Jahre in das 22 Quadratkilometer große und extra für dieses Projekt eingerichtete Shaumari-Wildreservat. Andere Tiere der Weltherde kamen zu Aufzuchtstationen nach Saudi Arabien und Oman. Die jordanischen Naturschützer leisteten seitdem ganze Arbeit. Heute ist die jordanische Oryxherde in Shaumari auf rund 200 Tiere angewachsen. Damit ist die Tragfähigkeit des Schutzgebiets bei Azrak aber längst erreicht. Der ursprüngliche Plan sah vor, das Shaumari-Reservat rechtzeitig um einige Dutzend Quadratkilometer zu erweitern. Doch dies sei am Widerstand lokaler Politiker und der lokalen Beduinen-Bevölkerung gescheitert, die um den Verlust von Weidegründen fürchteten, erläutert RSCN-Umweltbildungsreferent Ahmad Al-Zouby. Von dieser "Kurzsichtigkeit" profitiert das erheblich größere Reservat von Wadi Rum. Denn nun soll dort ein Großteil der Oryx von Shaumari wiederangesiedelt werden. Nur ein paar Tiere sollen langfristig in Shaumari bleiben, um dort weitere Herden nachzuzüchten.
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