Im Qualm der Wasserpfeife
Der schönsten Blick auf dieses Gebäude ist Männern
vorbehalten: der Fensterplatz im Arab League Café gegenüber.
Stundenlang hocken sie hier auf wackligen Holzstühlen an alten
Tischen mit Marmorplatten, spielen Karten, Domino oder Backgammon,
lesen in der regierungstreuen Zeitung “Al Arab“ oder
der englischsprachigen “Jordan Times“, trinken mit
Kardamom gewürzten Kaffee oder schwarzen Tee mit Minze. Am
Rande des hohen Raumes stehen “Nargillahs“ in Reih
und Glied. Für drei Dinar wird die Wasserpfeife vorbereitet,
der Tabak mit Honig und Erdbeer- oder Apfelaroma vermengt und mit
Alufolie abgebunden. Der Gast wählt geeignete glühende
Kohlen, erhält ein frisches Mundstück aus Plastik und
zieht kräftig, bis das Wasser brodelt und ein Wolke süßlichen
Rauchs ihn umhüllt.
Nur wenige Schritte von der Moschee entfernt brummt das Leben
auf den Straßen, öffnet sich zwischen zwei Garküchen
eine Gasse hin zu einem Gemüsemarkt. Auberginen, so groß wie
Keulen; Radieschen, so riesig wie Golfbälle, Mandarinen,
Datteln und Tomaten stapeln sich auf den Holztischen - Produkte
aus dem Jordantal, dem einzig fruchtbaren Streifen dieses Wüstenlandes.
Weiter die zentrale König-Hussein-Straße hinauf, lädt
ein antikes Duo zu Open-Air-Events. Im Odeon, inzwischen restauriert
und reaktiviert, können bis zu fünfhundert Zuhörer
klassische Konzerte genießen. Deutlich größer:
das Römische Theater, dessen 6.000 Plätze in den Hügel
hinein gemeißelt zu scheinen.
Picknick am Toten Meer
Dank der günstigen Lage der Hauptstadt sind sämtliche Sehenswürdigkeiten des Königreiches maximal fünf, häufig aber auch nur eine Fahrstunde entfernt. Besonders am Freitag - dem moslemischen „Sonntag“ - kennen die Jordanier nur ein Ziel: das Tote Meer.

Erfrischung in der Wüste: am Toten Meer
Sie schweben stundenlang im seifigen, konstant um die zwanzig Grad Celsius warmen Salzwasser, hüllen ihre Haut in mineralhaltigen Seeschlamm, klappen ihre Liegen auf, holen Kühltasche und Picknickkorb heraus und genießen ungeschützt die intensive Sonne. Am tiefsten Punkt der Erde, vierhundert Meter unter dem Meeresspiegel gelegen, erreicht nur noch langwelliges UV-Licht die Ausflügler - Sonnenbrand ist so gut wie ausgeschlossen.
Seite 1 / 2 / 3 / 4 / 5 (Infos) / zur Startseite