Wer Geld
hatte, zog zum First Circle am Jebel Amman. Der Hügel im Westen der Stadt war nach dem Erdbeben 1927 zur
bevorzugten Wohngegend einflussreicher Familien und Mitarbeiter des
Emirats geworden - wie zum Beispiel den Eltern des verstorbenen Königs
Hussein. Ihre repräsentativen Villen aus Stein, die einst die
traditionellen Lehmhäuser verdrängten, gehören heute
zu den besten Adressen für Büros. Wer authentisches Kunsthandwerk
statt Touristenkitsch sucht, sollte die ruhige Rainbow Street mit
ihren Villen der Jahrhundertwende entlang bummeln und hinter einem
rosafarbenen Eckhaus ein erfolgreiches Handwerksprojekt besuchen:
Im Bani-Hamida-House weben Beduinenfrauen die berühmten gleichnamigen
Teppiche. Auch Kissen und andere Textilien entstehen hier nach den
traditionellen Mustern der Wüstenstämme.
Die meisten Palästinenser fanden eine neue Unterkunft im Osten.
Ihre Lager wurden zu Zentren des Zwischenhandelns, zur Drehscheibe
für Waren aus dem Westjordanland und übrigen Arabien. Die
Kapitalflucht im Gefolge des libanesischen Bürgerkrieges und
des Golfkrieges bescherte der Stadt den bis heute ungebrochenen ökonomischen
Aufschwung - und einen dritten Bauboom. Umliegende Orte wie Suwaylah
oder Rusayfeh wurden eingemeindet, mehrspurige Schnellstraßen
angelegt, moderne Stadtteile wie Shmaysani mit Banken und Bars aus
dem Boden gestampft.
Angesagtes Quartier zum Amüsieren und Ausgehen ist Abdoun, ein modernes Viertel jenseits des fünften Circle mit luxuriösen Villen, Designer-Bars und edlen Restaurants. Der deutsche Architekt Cejka erbaute 1982 bis 1989 das Wahrzeichen Ammans: die König-Abdullah-Moschee. Ihre riesige hellblaue Kuppel, geschmückt mit dunkleren Ornamenten, flankiert von zwei Minaretten, bestimmt die Skyline. Zentrum von „Downtown“, der Altstadt Ammans, ist die König-Hussein-Moschee.
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