Höhepunkte romanischer Malerei

Göttliche Fresken im Südtiroler Vinschgau
Text und Fotos: Beate Schümann
Die Gegend ist abgelegen, doch birgt sie einzigartige kunsthistorische Schätze. Wer sich mit romanischer Malerei auskennt, der weiß Bescheid. Wer nicht, sollte den Umweg in einige Orte des Vinschgaus dennoch nicht scheuen. Unsere Autorin Beate Schümann erklärt warum.
Zwischen Wien und Venedig: Mals im Vinschgau
Nach Mals kommt man nicht zufällig. Man muss von diesem Ort
im Vinschgau wissen, um zu ihm zu gelangen. Die regenarme, aber
sonnenreiche Talgemeinschaft grenzt im Westen an die Schweiz, die
Seitentäler im Süden führen in die vergletscherte
Ortlergruppe und im Norden ins Ötztalmassiv.
Mals ist ein
abgelegener, verträumter Herrgottswinkel, den die meisten
auf der großen Kulturachse zwischen Wien und Venedig unbeachtet
links liegen lassen.
Dörfliche Skyline
Doch mitten in diesen Bergen, wo der karge Stein dem Menschen Grenzen setzt, offenbaren sich dem Besucher zahlreiche Meisterwerke, die von Menschenhand geschaffenen wurden. Kunsthistoriker bezeichnen den Vinschgau als älteste Kulturlandschaft Tirols, weil er die meisten erhaltenen Kirchenbauten aus vorromanischer und romanischer Zeit aufweist. Im Nachhinein ist die abgeschiedene Lage, fern von den Pfarrzentren, gar als Glück zu werten, weil dadurch zahlreiche Kirchen von größeren Umbauten verschont geblieben sind. Auch ihre Ballung auf so engem Raum ist selten (siehe Foto rechts). Ausgrabungen belegen, dass es im Vinschgau bereits zwischen 800 und 1000 n. Chr. ein dichtes Netz von Kirchen gab. Das Netz der Burgen war kaum lichter. Im Gegensatz zu den vielen erhaltenen Gotteshäusern sind beim Gerangel um die Macht von den Bollwerken des Adels allerdings nur Ruinen übrig geblieben.
Seite 1 / 2 / 3 / 4 / 5 (Infos) / zur Startseite