Nudeln und Brote als Kunstwerke
Nicht nur Sand und Strand: Kulinarisches auf Sardinien
Text und Fotos: Judith Weibrecht

Sardinien besteht nicht nur aus Strand und Meer. Natürlich nicht. Aber wer möchte sich die größte Insel des Mittelmeers schon ohne ihre karibisch anmutenden Küstenabschnitte mit türkisblauem glitzernden Wasser vorstellen, ohne die weißesten Strandabschnitte, umrahmt von graublauen Felsen und grünen Pinien, darüber ein stahlblauer Himmel, daneben die dunkelgrüne Macchia. Und dennoch: Sardinien hat weiß Gott, oder wissen die Sarden, mehr zu bieten als nur Strand, Sonne und Mittelmeer. Und so heißt eine Kampagne denn auch: Sardegna non solo mare!
Sulcis und Iglesiente sind die Regionen im Süden, die genau dies beweisen wollen, denn jenseits des Meeres gibt es einiges zu entdecken für Genießer und Ruhesuchende, für Abenteurer und Sportler. Die sardische Küche etwa ist phänomenal, die Zutaten frisch und aus der Region, und allein die sardischen Brote wären einen eigenen Roman wert. Sie sind es auch, und die Banco de Sardegna hat einen gewichtigen Kunstkatalog darüber herausgegeben. Welche Brote können das schon von sich behaupten? Pane Carasau heißt das papierdünne, harte Fladenbrot und wird auch carta da musica genannt, Notenblatt, Pane Frattau nennt sich das Tomatenbrot mit Ei. Brote kommen in den verschiedensten Formen daher und könnten oft genug als Skulpturen durchgehen.

Köstlich und ansehnlich - egal was auf den Tisch
kommt
Dem stehen die lokalen Süßigkeiten in nichts nach. Sardische Plätzchen werden in stundenlanger Handarbeit gedreht, geknetet und geformt. Die Ergebnisse in hellblau, rosa, weiß und mehr können sich sehen lassen und, vor allem, schmecken sie! Die Seadas sind inzwischen legendär und auch in teuren Speiselokalen zu haben: Es handelt sich um eine Art Teigtaschen, die mit Frischkäse gefüllt und mit Honig übergossen werden.
Und auch der Honig kommt in verschiedensten Formen und Farbintensitäten
daher: fest oder flüssig, goldbraun oder hellgelb, aus tausend Blüten
(mille fiori) oder aus den Früchten des Erdbeerbaums (corbezo). In
Santadi gibt es eigens „La Casa del Miele“, wo Honigliebhaber
alles Weitere erfahren und erstehen können.
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