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Reiseführer Istanbul

Großer Basar

Großer Basar, Istanbul

„ Er ist zugleich ein ungeheurer Bienenstock tausend kleiner Läden (etwa  4000), die sich alle unter einem einzigen Dach befinden und durch enge überwölbte Straßen in unzählige Blocks aufgeteilt sind. Jede Straße ist für eine besondere Art Ware bestimmt. Wenn man ein paar Schuhe kaufen möchte, hat man dafür eine ganze Straße Spielraum. Man braucht sich nicht damit müde zu laufen, die Geschäfte an auseinander gelegenen Stellen abzujagen. Das gleich gilt für Seidenstoffe, Antiquitäten, Schalen usw. Der Ort wimmelt ständig von Menschen. Da vor jedem Laden die bunt farbigen Erzeugnisse des Ostens verschwenderisch ausgebreitet sind, ist der Große Basar eine der Sehenswürdigkeiten Istanbuls, die zu sehen sich lohnt. Er ist voller Leben und Treiben, Geschäftigkeit, Schmutz und schreiender Händler.“

Diese Schilderung des Großen Basars durch den Schriftsteller Mark Twain hat im Prinzip bis heute seine Gültigkeit. Bis zu einer Millionen Menschen täglich sollen sich durch das Gewirr der Gassen und Straßen bewegen, Einheimische genauso wie Touristen. Da wird geschaut und verglichen, verhandelt und gefeilscht – Letzteres ein Vorgang, der bis heute gang und gäbe ist. Vor allem zwischen Einheimischen läuft dieser Prozess fast ritualisiert ab, mit oft winzigen Gesten, die Fremden verborgen bleiben.

Im Großen Basar, Istanbul

Über 4000 Geschäfte sind hier zu finden auf einer Fläche von ca. 200 000 qm. Von den zahlreichen Straßenhändlern und den Geschäften rings um den Großen Basar ganz zu schweigen. Mit dem Bau der Kerns des Großen Basars, eines Bedestens, wurde bereits im Jahr 1455 unter Sultan Mehmet II., dem Eroberer, begonnen. Dieser heute Eski bedesten oder old bazaar genannte Bau, einst aus Holz errichtet und schon immer für die „vornehmeren“ und zuverlässigen Händler reserviert, birgt heute vor allem Gold- und Silberschmiede sowie Antiquitätenhändler. Der eigentlich überdeckte Große Basar entstand um 1730, bereits damals auf einer Fläche von rund 30 Tsd. qm mit rund 3000 Geschäften an über 60 Straßen. Immer wieder zerstörten Brände den Basar, immer wieder wurde er neu erbaut und erweitert. Schon damals war der Istanbuler Basar eines der wichtigsten Handelszentren der Welt.

Bis heute ist der Besuch des Basars ein sinnliches Erlebnis – doch keine Angst, verlaufen können Sie sich im Straßen- und Gassengewirr kaum noch, da eine übersichtliche Beschilderung vorhanden ist. Das Spektrum der angebotenen Waren ist breit gestreut: Von Teppichen und Kelims, Schuhen und Möbeln, Gold-, Silber- und Blecharbeiten bis hin zu Schmiedearten und allen Arten von Textilien. Billige Ramschware ist ebenso zu finden wie teure Antiquitäten, kleine Cafés sorgen für das leibliche Wohl.

Auch rund um den Basar dreht sich alles ums Einkaufen, so dass für jeden Geschmack etwas zu finden sein dürfte.


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