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Reiseführer Istanbul

Chora-Kloster (Kariye Camii Müzesi)

Mit dem einstigen Chorakloster  blieb ein Juwel der byzantinischen Bauten Istanbuls erhalten. Neben der beeindruckenden Architektur sind es vor allem die farbenfrohen Mosaiken und freskengeschmückten Wände, die Bewunderung hervorrufen. Ein Besuch kann also unbedingt empfohlen werden!

Chorakloster, Istanbul

Geschichte

Über den Ursprung des Baus kann nur spekuliert werden. Angeblich soll bereits im 6. Jh. an dieser Stelle ein Kirche errichtet worden sein, doch existieren weder Funde noch eindeutige Quellen. Von einer Kirche aus dem 11. Jh. blieben noch Fundamentreste übrig, der Rest wurde von einem Erdbeben zerstört. Im frühen 12. Jh. wurde dann eine einschiffige Kuppelbasilika erbaut, Teile der in Ziegelbauweise errichteten Apsis und des Hauptschiffs blieben bis heut e erhalten.
Dieses Gotteshaus wurde in den Jahren 1315 – 1321 von Theodor Metochites renoviert und um weitere Anbauten ergänzt. In dieser Zeit wurde die Kirche mit Fresken und Mosaiken ausgeschmückt. Im 16. Jh. in eine Moschee umgewandelt, wurden die Fresken im Hauptschiff mit Holz verkleidet, bis sie Mitte des letzten Jahrhunderts freigelegt und gesäubert wurden und das Gotteshaus in ein Museum umgewandelt wurde.

Mosaik im Chorakloster, Istanbul


Die Mosaikzyklen behandeln im Wesentlichen die Lebensgeschichte Christi und Marias. Die Ausschmückung des Gotteshaus ist ein gutes Beispiel für die paläologische Renaissance des 13. bzw. 14. Jhs. Die Lebendigkeit und der Realismus der Bildwerke hat mit dem strengen und starren Rahmen herkömmlicher byzantinischer Kunst nicht mehr viel gemein. Bis heute können Lebendigkeit und Farbgebung der Figuren überzeugen. Die Meister dieser Kunstwerke sind namentlich nicht bekannt.

Wandmalerei im Chorakloster, Istanbul


Ausstattung

Betritt man die Kirche über den Haupteingang, so fällt der Blick sogleich auf die Darstellung Christi als Weltenherrscher über dem Eingang zum inneren Narthex. Ihm gegenüber die Darstellung Marias über dem Haupteingang – womit die beiden Hauptfiguren des Bildprogramms an prominenter Stelle gewürdigt werden. Im Norden neben dem Eingang beginnt die Darstellung des Marienlebens. Die Fresken des als Grabkapelle fungierenden Parakklesions thematisieren die Wiederauferstehung und das Jüngste Gericht. Der Kuppelraum des Parakklesions ist ganz der Marienthematik gewidmet, Maria mit dem Kinde ist hier von zahlreichen Engeln umgeben.


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