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Die größten Silberkrüge der Welt

Sechs Jahrhunderte lang war Amber die Metropole des Rajputenreiches. Um 1730 wurde sie von Jaipur abgelöst. Die jetzige Hauptstadt Rajasthans, Haupthandelsplatz für Smaragde und Riesenklunker, präsentiert sich in rosarot. Auch der siebenstöckige Stadtpalast des Maharajas, der von Palastwächtern in weißen Anzügen, roten Turbanen und gezwirbelten Schnurrbärten beaufsichtigt wird, wurde aus rötlichem Sandstein und weißem Marmor gebaut.

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Das prächtige Ganesha-Tor in Amber

Der größte Teil ist Museum. An den zwei riesigen Silberkrügen in der Halle der privaten Audienzen lässt sich der unermessliche Reichtum ablesen, über den die indischen Herrscher einst verfügten. Die 300 Kilo schweren Behälter, die größten silbernen Gefäße der Welt, wurden für den Maharaja Man Singh II. hergestellt, um Gangeswasser für die rituelle Reinigung mitnehmen zu können, als er nach England zur Krönung Edward VII. reiste.

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Der Palast der Winde in Jaipur

Der berühmte Palast der Winde wurde 1799 für die Frauen der Royal Family als Zeitvertreib errichtet. Sie sollten das Leben auf den Straßen ungesehen beobachten können. Dabei ist der „Hawa Mahal“ kein Palast, sondern nur rosarote Fassade, hinter der Treppen zu den fünf Stockwerken führen. Der Wind kann ungehindert durch Indien Rajasthan Schlangedie steinernen Fenstergitter schweifen. Die Haremsdamen hätten heutzutage viel zu gucken. Vor dem Palast spielt sich ein unglaublicher Verkehr ab. Schwer beladene Lastwagen konkurrieren mit alten Karren, die von hochmütig dreinschauenden Kamelen gezogen werden. Fahrradrikschas rollen neben knatternden Mopeds. Hinter tollkühnen Fahrern sitzen Frauen im Sari und Damensitz. Auf Hochglanz gewienerte bucklige Oldtimer der Marke Ambassador umkurven Zebukühe. Dass die Fahrzeuge, Menschen und Tiere sich nicht ineinander verknäueln, ist ein absolutes Rätsel.

Auf den Straßen Indiens gehorcht der Verkehr irgendwelchen geheimnisvollen Spielregeln. Vielleicht hält ja Ganesha schützend seinen Rüssel darüber. Oft sind die Straßen einspurig, und ausweichen muss derjenige mit den schlechteren Nerven. Die mit Fähnchen, Lametta und Götterfiguren verzierten Lastwagen fordern den Hintermann zum Hupen auf. „Horn please“ heißt es unübersehbar am Heck der Brummis. Die Fahrer sind lange unterwegs, oft übermüdet und dankbar, wenn sie hin und wieder mal aufgeschreckt werden.



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