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Die Chandela, Rajputen-Fürsten, errichteten vor rund zehn Jahrhunderten über 80 Tempel, deren Reichtum an Skulpturen einmalig ist. Wie in einem Schaukasten präsentieren Reliefs, Säulen und Gewölbe das indische Mittelalter. Soldaten, Bauern, Adlige, Musiker, Tänzerinnen und Götter, Elefanten, Rinder und viele andere Motive kann der Betrachter stundenlang Revue passieren lassen und realistische Bildhauerkunst vom Feinsten bestaunen. Das trifft besonders auf die detaillierten erotischen Darstellungen zu, die auch hartnäckige Kulturbanausen zur Tempeltour verleiten. Man meint, in diesen Liebesszenen gar das "Kamasutra in Stein" vor sich zu haben. Oder missverstehen wir diese Tempelkunst?

Indien / Skulpturen
Khajuraho: Kunst, Sex in Stein, Pornographie, steinerne
Liebesfibel oder alles nur ein Missverständnis ?
Foto: Dirk Renckhoff

Auf zur Seele Indiens

Wuchtige Burgen und verwitterte Schlossgebäude, quirlige Dorfmärkte und fruchtbare Felder säumen die Fahrt dem Ganges entgegen, der als mäanderndes, silbriges Band durch die Ebene schneidet. Varanasi, für Hindus die heiligste unter den Städten, ist unser Ziel. Trübe Dunstschwaden kündigen die Heimat von rund zwei Millionen Menschen an. Seit mindestens 1600 Jahren, ein genaues Gründungsjahr kennt niemand, ist der unter den Briten Benares genannte Ort, wo die Flüsse Varuna und Asi in "Mutter Ganga" münden, religiöse und wirtschaftliche Drehscheibe. Vor 2 500 Jahren hatte Siddartha Gaudama, der große Buddha, im nahegelegenen Sarnath seine erste öffentliche Predigt gehalten, Grund genug für tägliche Pilgerfahrten aus ganz Asien in diese Region. Ab dem 12. Jahrhundert herrschten sechs Jahrhunderte lang muslimische Eroberer über Varanasi. Sie ließen auf den zerstörten Hindutempeln Moscheen errichten. Die heute zu besichtigenden Heiligtümer stammen fast alle aus dem 18. Jahrhundert, als die Stadt zu einem Zentrum hinduistischer Erneuerung heranwuchs.



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