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Kali liebt Opfergaben

Vom Ghat aus zeichnet sich die Howrah-Brücke im städtischen Dunst ab. Sie hat als meist benutzte Brücke der Welt einen Namen. Jeden Tag schieben und drängeln sich an die fünfzigtausend Fahrzeuge und eine Million Menschen durch dieses Nadelöhr.

Indien / Kalkutta / Howrah-Brücke
Blick auf die Howrah-Brücke im Hintergrund

Unterhalb der markanten Stahlkonstruktion, dem Wahrzeichen Kalkuttas, liegt der Blumenmarkt, wo Händler Blüten per Gewicht verkaufen. Lose oder zu Ketten aufgezogen stapeln sich die Gaben für den Götterhimmel - die goldene Tagetes für Vishnu, die violette Akanthus für Shiva und der rote Hibiskus für Kali.

Indien / Kalkutta / Blumenmarkt
Blumenmarkt

Indien / Kalkutta / Blumenketten
Zu Ketten aufgezogene
goldene Tagetes für Vishnu

Kali, die schwarze Schutzpatronin der Stadt, zugleich Göttin des Zorns und der Mütterlichkeit, gab Kalkutta einst den Namen und der Kalighat-Tempel ist das wichtigste Hindu-Heiligtum der Stadt. Äußerlich eher unspektakulär, ist er täglich Anlaufstelle für Menschenmassen, die die mehrarmige Schreckensfigur mit blutrünstiger Zunge inbrünstig verehren. Kali liebt Opfergaben wie Blumen, Kokosnüsse, Basilikum und Geldscheine, die zuhauf ins Innere getragen werden, das für Nicht-Hindus jedoch gesperrt ist. Hinter dem Tempel befinden sich die Holzblöcke mit Gabeln, in die die Priester die Hälse von Ziegen und Wasserbüffeln klemmen und ihr blutiges Werk verrichten. Kali ist mit Blüten und Beten allein nicht zufrieden.

Indien / Kalkutta / Kali-Statue
Lehmrohling für Kalifigur

Zurück im Hotel fragt Sanjit nach unserem Tag. Wir finden Kalkutta chaotisch, widersprüchlich, aufregend, absolut einmalig. „Nehru hat einmal gesagt“, meint der Portier, „Indien sei ein Bündel von Widersprüchen mit der flüchtigen Eigenart einer alten Legende. Sie ist ein Mythos, ein Traum und eine Vision, doch sehr real und gegenwärtig.“ Irgendwie trifft das besonders auf Kalkutta zu.



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