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Reiseführer Hamburg

SPICY´S Gewürzmuseum

 

Spicy's Gewürzmuseum Hamburg

Eine der interessanten Inszenierungen im Spicy's Gewürzmuseum

Zwischen Binnenhafen und St. Annenfleet liegt die Hamburger Speicherstadt. In einem dieser Speicher ist auf einem Boden – so werden die Etagen der Speicher bezeichnet – das SPICY´S Gewürzmuseum beheimatet, das es in dieser Form kein zweites Mal auf der Welt gibt. Am jetzigen Standort am Sandtorkai wird es für die nächsten Jahre verbleiben, abhängig auch von den Sanierungsarbeiten in dem ursprünglich bezogenen Speicher zwei Häuser weiter.

Geschichte und Architektur

Das Museum bezog zwei Jahre nach seiner Gründung im Jahr 1991 in der Speicherstadt einen backsteinernen Speicher. Die Hansestadt Hamburg und die denkmalgeschützte Speicherstadt – hier wurden einst nur Kaffee, Tee, Nüsse und Gewürze gelagert und umgeschlagen – sind genau der richtige Ort für ein Gewürzmuseum, gilt die Hansestadt doch als drittgrößter Gewürzumschlagplatz der Welt. So verwundert es nicht, dass auch das Thema „Hamburg und die Gewürze“ in der Ausstellung behandelt wird. Generelle Aufgabe des „Museums zum Anfassen“ ist es, Besuchern die Anwendung, Vorratshaltung und Qualität von Gewürzen nahe zu bringen. Über 700 Exponate lassen Besucher die Welt der Gewürze hautnah erleben, so dass sie am Ende des Besuches unter anderem auch wissen, woher Zimt stammt und aus welcher Pflanze Zimt gewonnen wird.

Spicy's Gewürzmuseum Hamburg

Maggi’s Würze und Surol-Essig

Am Beginn der Ausstellung erblickt man einen „Gewürzladen“ mit Reklameschildern wie „Wenn ick for Mutter Essig hol, dann koof ick immer nur Surol.“ Auf den Regalen stehen Vorratstrommeln mit Kardamom- und Selleriesaat der Hamburger Gewürz-Mühle Hermann Schulz GmbH aus den 1930er Jahren. Ostmann's Gewürze stehen in einem eigenen Holzregal, ob Zimt, Nelken oder Ingwer. So vielfältig wie die Gewürze und Gewürzmischungen sind auch deren Verpackungen von „Astor Ground Black Pepper“ bis „Ann Page Whole Ginger“. Auffallend rot sind die Gewürzdosen der Firma Hermann Laue aus Hamburg. Mit einem Afrikaner auf der giftgrünen Dose werben die bis heute in Mainz ansässigen Moguntia-Werke für ihre Gewürzmischung. Hinter dem Ladentisch steht in einem Original Mitarbeiterkittel von UBENA-Gewürze ein „stummer Mitarbeiter“. Ebenfalls ausgestellt ist ein Vertreterkoffer aus den 1960er und 1970er Jahren, in dem auch die Flasche Maggi's nicht fehlen darf. Dass man auch für Gewürze die Werbetrommel rühren musste, zeigen historische Email-Reklameschilder für Maggi's Würze sowie Suppenwürfel ebenso wie für UBENA-Pfeffer.

Spicy's Gewürzmuseum Hamburg

Gewürze zum Anfassen

Ein würziger Duft breitet sich aus, nähert man sich den offenen Säcken mit Thymian, Majoran, Kreuzkümmel, Oregano und Basilikum. Man greift hinein, zerreibt das Gewürz zwischen den Finger und riecht prüfend oder liest die ausführlichen Informationen auf den Tafeln über den jeweiligen Säcken. So erfährt man, dass Bohnenkraut aus Albanien, Basilikum aus Ägypten und Oregano aus der Türkei stammen und Gewürznelken ursprünglich lediglich auf den Molukken wuchsen. Muskatnuss als Würze für Blumenkohl kennt man gewiss, aber wozu benutzt man die aus Grenada stammenden orange-gelben Muskatblüten? Auch Piment – es stammt aus Jamaika – dürfte nur wenigen als Gewürz geläufig sein. Im Museum lernt man auch solche würzigen Exoten kennen. Schließlich wird man auch über Kardamom als Würze für Obstspeisen und als Bestandteil vieler Curry-Mischungen aufgeklärt. Dillspitzen, ursprünglich aus dem Orient, dient heute nicht nur zum Würzen von Suppen und Salaten, sondern auch zum Einmachen von Gurken, wie man als Besucher erfährt. Was macht man bloß mit der einjährigen Kerbelpflanze, einem Doldenblütler aus Südeuropa? Keine Sorge, beim Besuch wird auch diese Frage beantwortet. Dass Safran als das wohl teuerste und kostbarste Gewürz nicht immer Safran ist, sondern im Orient auch Ringelblumen als Safran angeboten werden, mag viele Besucher überraschen. Ein Kilo Safran, aus bis zu 15000 handgezupften Krokusblüten gewonnen, hat einen Marktwert von rund 10 000 Euro!

Auf die Verpackung und den Inhalt legt man Wert

Sehr umfänglich ist die Sammlung von Gewürzverpackungen, ob Blechdosen, Flaschen oder Tütchen. Man entdeckt eine traditionell gekleidete Holländerin als Label einer Kümmelgewürzdose und das Bild eines Dreikäsehochs auf einer Dose mit Piment. Doch stets wird auch auf den Inhalt der Verpackungen Bezug genommen. Wer weiß denn schon als Verbraucher, woraus Maggi-Würze besteht? Biologisch aufgeschlossenes pflanzliches Eiweiß, Glutamat, Aroma, Salz, Hefeextrakt und Wasser sind die Bestandteile dieser Würze, die Liebstöckel sehr ähnlich ist. Wo der Pfeffer wächst, wird ebenso in der Ausstellung erläutert, wie der Ursprung des Zimts, der von Bäumen der Familie der Lorbeergewächse stammt, darunter Ceylon-Zimt und Padang-Zimt. Hin und wieder findet man in den Gewürzgebinden aus fernen Ländern auch exotische Tiere wie im Piment aus Jamaika ein Reptil oder Münzen aus Tansania im Ingwer – das sind die besonders skurrilen Exponate der Ausstellung.

Spicy's Gewürzmuseum Hamburg

Gewürze helfen

Schon einmal Knoblauchcreme gegen Falten ausprobiert oder Chilischoten gegen das häufige Frieren zu sich genommen?Nein, dann sollten Sie die praktischen Tipps zu den auch als „Heilmittel“ einzusetzenden Gewürzen beherzigen. Sind Sie appetitlos, dann wird der Griff zum Kreuzkümmel empfohlen, zur Darmentgiftung der Genuss von Gelbwurz. Mit Muskat sollte man vorsichtig sein. Zu viel davon führt zu erhöhtem Harndrang, Kopfschmerzen und Gleichgewichtsproblemen.

Staubabscheider, Pfefferleiter und Walzenstuhl

Doch vor jedem würzigen Genuss steht die Arbeit: Ohne Pfefferleiter könnte man die Rispen vom Pfefferstrauch nicht abernten, ohne Staubabscheider die Ware für die Weiterverarbeitung nicht reinigen. Schließlich sind auch Siebmaschinen – zu sehen ist u. a. die Siebmaschine (um 1920) aus der Altonaer Gewürzmühle Heinrich Knak zur Verarbeitung von Kardamom – notwendig, um grobe und feine Fraktionen zu gewinnen. Ein Walzenstuhl benötigte man, um Kräuter und Gewürze zu zerkleinern und zu granulieren. Der ausgestellte Walzenstuhl der Firma F. Heed aus Hamburg-Wandsbek diente bis 1998 dazu, Koriander zu bearbeiten.


Informationen

Spicy’s Gewürzmuseum GmbH
Am Sandtorkai 34
20457 Hamburg
Tel. 040 / 36 79 89
www.spicys.de
Öffnungszeiten
Di. - So. 10 - 17 Uhr, Juli bis Oktober auch montags



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