DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Reiseführer Hamburg

Kunstgenuss und maritimes Flair

Ein Rundgang durch Altstadt, Speicherstadt und Kontorhausviertel

 

Hafencity, Hamburg

So kann man die HafenCity genießen


Bei einem ersten Spaziergang durch die Stadt an der Elbe und Alster sollte man die Altstadt und die nahe Speicherstadt erkunden, um die herum nach und nach die moderne Hafen-City wächst. Die Hauptkirchen der Stadt liegen ebenso auf unserem Weg wie das Rathaus und die Deichstraße, deren Speicher und Kontore nicht das Opfer der Flammen des Stadtbrandes von 1842 wurden. Dass man mit der Spitaler- und der Mönckebergstraße die Einkaufstraßen der Hamburger Innenstadt durchstreift, sei an dieser Stelle nur erwähnt.

Ja, mit dem Kreuzfahrtschiff kann Hamburg inzwischen ebenso angesteuert werden wie mit dem Flugzeug und dem Zug. Wer auf dem Schienenweg in die Hansestadt fährt, der verlässt den Zug am besten am zentral gelegenen Hauptbahnhof, der sich am Rande der Altstadt befindet. Der Hauptbahnhof ist eh ein idealer Ausgangspunkt für eine erste Tour durch die Hansestadt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand dieser zentrale Hamburger Hauptbahnhof (1) mit seinen architektonischen Anlehnungen an die Renaissance – ein ausdrücklicher Wunsch des damals regierenden Monarchen Wilhelm II. von Preußen. Eine mächtige Glas-Eisen-Halle überspannt die Gleisanlagen. An diese schließt sich die Wandelhalle an, in der sich neben Cafés und Restaurants auch Geschäfte des täglichen Bedarfs befinden. Nicht zu übersehen sind die beiden Uhrtürme, die an die Wandelhalle anschließen. Allerdings: Von einer Restaurant- und Shopping-Meile wie z.B. in Leipzig ist man in Hamburg meilenweit entfernt. Nur wenige Schritte sind es vom Hauptbahnhof zur Hamburger Kunsthalle (2), deren „architektonischer Dreiklang“ verrät, dass sie nach und nach erweitert wurde. In ihren Mauern beherbergt die Kunsthalle Kunst von Caspar David Friedrich ebenso wie von Salomon van Ruysdael, Robert Morris, Richard Serra oder Richard Long. Die Französischen Impressionisten wie Monet (Die Waterloo-Brücke, 1902) sind ebenso im Bestand vertreten wie der deutsche Impressionist Max Liebermann (Terrasse im Restaurant Jacob in Nienstedten an der Elbe, 1902). Die Brücke-Maler geben sich hier ebenso ein Stelldichein wie Arte Povera vertreten durch Mario Maerz.

Kirchturmspitzen und die älteste Passage der Stadt

Die Altstadt Hamburgs wird durch markante Kirchtürme mit spitzen Turmhelmen bestimmt. Zu den Hauptkirchen der Altstadt gehören die St.-Jacobi-Kirche und die St.-Petri-Kirche, neben der sich der Schauraum Bischofsburg befindet.

Auf einem Geestrücken und zunächst außerhalb der eigentlichen Stadtmauern wurde St. Jacobi (3) erbaut. Im Formenkanon der Gotik gehalten, besitzt die Kirche eine dreischiffige Halle mit Westturm und Chorgruppe, ganz ähnlich der benachbarten Petri-Kirche. Der mit Kupfer gedeckte Turmhelm ist jüngeren Datums. Es ist der Versuch mit moderner Architektur der mittelalterlichen Kirche ein angemessenes Gesicht zu geben.

Die Geschichte von St. Petri (4) ist mehr als bewegt. Zerstört wurde die älteste Kirche der Stadt zunächst im Großen Brand. Dann erfolgte der Wiederaufbau in den späten 1840er Jahren. Kriegsschäden machten es erforderlich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs den Sakralbau wieder aufzubauen. Nach wie vor hat der Kirchenbau die Gestalt einer mittelalterlichen Hallenkirche mit einem nachträglich eingefügten Seitenschiff. Nebenan ist eines der bedeutendsten archäologischen Baudenkmäler Hamburgs zu sehen: der Bischofsturm, dessen Fundamente aus dem 12. Jahrhundert freigelegt wurden. Jahrzehntelange Annahmen, es handele sich bei den ausgegrabenen Überresten um eine karolingische oder sächsische Burg, haben sich unterdessen als falsch erwiesen. Der Turm, aus Findlingen gemauert, besitzt einen Durchmesser von 19 Metern und ist heute Teil einer Dat-Backhus-Filiale. Südlich der Kirche befindet sich der Domplatz, auf dem einst der im 11. Jahrhundert erbaute Marien-Dom stand. Die inszenierten Wallelemente aus Stahlblech sollen an die einst hier vorhandene ringförmige Wallanlage erinnern. Das Raster aus weißen Bänken auf dem mit einer Rasenfläche bedeckten Platz markiert die Säulen des Marien-Doms. Eine der 39 Bänke besitzt ein „Sichtfenster“, das den Blick auf ein Pfeilerfundament freigibt.

In der Nachbarschaft zu den oben genannten Hauptkirchen der Stadt – dazu gehören auch der Michel und St. Katharinen sowie die Nikolaikirche – steht das Rathaus der Stadt. Dass das Rathaus mit der Börse räumlich verbunden ist, unterstreicht den Charakter Hamburgs als ursprüngliche Kaufmannsrepublik. Das Rathaus (5), Ende des 19. Jahrhunderts geplant und ausgeführt, wurde im Zweiten Weltkrieg nur geringfügig in Mitleidenschaft gezogen. Beeindruckend ist die 111 Meter breite Fassade des Bauwerks, das mittig einen 112 Meter hohen Turm besitzt.

Bucerius Kunstforum

Dicht am Hamburger Rathaus steht die einstige Reichsbank, in der heute das Bucerius Kunstforum mit herausragenden Ausstellungen Besucher von nah und fern anlockt


Am Rande des Rathausmarkts und unmittelbar an der sogenannten Kleinen Alster erhebt sich das von Ernst Barlach und Klaus Hoffmann entworfene Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (6). Die ursprünglich glatte Stele erhielt das Relief der trauernden Mutter, eine Arbeit von Barlach. Während des Dritten Reiches wurde das Relief beseitigt. Nach 1945 rekonstruierte man die Arbeit Barlachs. Neben dem Rathaus, in der ehemaligen Reichsbank, befindet sich heute das Bucerius Kunstforum (7), dem es immer wieder gelingt, Ausstellungen von überregionaler Bedeutung nach Hamburg zu holen, ob nun über Frida Kahlo, Edward Hopper, Ferdinand Hodler oder William Turner, die in den letzten Jahren ein Besuchermagnet waren. Das zwischen 1914 und 1919 erbaute Bankhaus mit seiner Muschelkalkfassade weist – dazu muss man genau hinschauen – eine erstaunliche Vielfalt an plastischem Schmuck auf: Links und rechts des Eingangs im Alten Wall sieht man Tierkreiszeichen wie Schütze, Zwilling, Waage oder Löwe als Reliefschmuck. Medaillons zeigen Motive wie Eule, die säugende römische Wölfin. Auch die Skulptur des Götterboten Hermes ziert den Eingang des einstigen Bankhauses.

Jenseits des Rathausmarktes erstrecken sich entlang der Kleinen Alster die Alsterarkaden (8). Nachdem ein verschuldeter Restaurantbesitzer 1989 sein Restaurant angezündet hatte, mussten die Arkaden nachfolgend restauriert und wieder aufgebaut werden. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden in der Mellin-Passage, sie verbindet die Arkaden mit dem Neuen Wall, üppige Jugendstilbemalungen freigelegt, die in Teilen an die Arbeiten von Alphonse Mucha erinnern. Diese Passage an der Kleinen Alster ist eine der beliebten Einkaufsadressen in der Stadt. Ob man nach Schmuck, Designermode, Schuhen, Dessous oder Lederwaren Ausschau hält, hier wird man fündig. Orientalische Speisen kann man sich im Saliba auf der Zunge zergehen lassen, belgische Pralinen bei Godiva nebenan. Mit Blick auf die Kleine Alster sitzt man unter den Arkaden im Arkaden-Café und genießt seinen Cappuccino. Eine Hamburger Institution ist auch die in der Passage ansässige Buchhandlung Felix Judd.

Verlassen wir den Rathausmarkt und begeben wir uns nun zur Trostbrücke sowie zum Hopfenmarkt, so passieren wir zunächst das von Waldemar Otto für den Rathausvorplatz geschaffene Denkmal für Heinrich Heine (9). Betrachten wir Ottos Heine, so bemerken wir, dass der Bildhauer keinen jugendlichen, sondern einen gealterten Dichter geschaffen hat, der bucklig und eingefallen von seinem Podest hinunterschaut. Nichts scheint von dem kämpferischen Dichter Heine mehr übrig zu sein. Bronzeplatten am Sockel beziehen sich auf die Bücherverbrennung und die Zerstörung des Heine-Denkmals im Jahr 1933.

Auf dem Weg zur Speicherstadt

Vom Rathausmarkt aus wenden wir uns gen Trostbrücke und gelangen so zum Haus der Patriotischen Gesellschaft (10) von 1765, einem neogotischen Backsteinbau, der dort steht, wo bis zum Großen Brand das erste Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg stand. In den 1920er Jahren fanden dem Zeitgeschmack entsprechend umfangreiche Umgestaltungen des Hauses der Patriotischen Gesellschaft statt. In diesem Kontext wurde die Neogotik des Hauses mit expressionistischen Stilelementen überformt. Die nahe Trostbrücke bringt uns über das Nikolaifleet. Die jetzige Brücke wurde 1881 erbaut. Auffallend sind die Brückenfiguren des hl. Ansgars, des Stifters des Doms, und von Graf Adolf III. von Schauenburg, dem Begründer der Neustadt. Sie sind Arbeiten des Bildhauers Engelbert Peiffer.

Trostbrücke, Hamburg

Die Trostbrücke ziert die Statue des hl. Ansgar

Nachfolgend stehen wir vor dem Mahnmal St. Nikolai (11) am Hopfenmarkt. Die Geschichte dieses Denkmals ist jüngsten Datums, doch die Geschichte des Kirchenbaus an diesem Ort lässt sich bis ins 12. Jahrhundert verfolgen. Gleichsam wie ein mahnender Finger ragt der 145 Meter hohe Turm in den Hamburger Himmel. Werfen wir noch einen Blick auf den Hopfenmarkt zu Füßen des Mahnmals, so sehen wir den sogenannten Vierländer-Brunnen. Es ist ein Werk von Engelbert Peiffer und Franz Andreas Meyer, das an die Vierländerbauern erinnern soll, die regelmäßig auf dem Obst- und Gemüsemarkt am Meßberg anzutreffen waren. Dort wurde der Brunnen zunächst aufgestellt, ehe er 1975 an den jetzigen Platz versetzt wurde.

Deichstrasse, Hamburg

Blick über das Nikolaifleet
auf die historischen Bauten der Deichstraße

Dem Großen Brand entkommen

Nach Überqueren der viel befahrenen, ehemaligen Ost-West-Straße, heute Willy-Brandt-Allee, gelangen wir in die historische Deichstraße (12) . Mit dieser Straße betreten wir den Ort, an dem der historische Große Brand von 1842 seinen Anfang nahm. Ausgebrochen war er im Haus Deichstraße 42. Dennoch sind eine Reihe von alten Häusern des 17. und 18. Jahrhunderts erhalten geblieben. Besonders beeindruckend ist die Giebelfront vom Nikolaifleet aus betrachtet. Was wir sehen, sind Außendeichshäuser, die einstmals auch das Braurecht besaßen. Die Lage am Wasser war für das Brauen von Bier eine unabdingbare Notwendigkeit. Vor Brautagen durften daher weder Unrat noch der Notdurfteimer im Fleet entsorgt werden. In Teilen noch erhalten und wegen seinens Barockportals sehr sehenswert ist das Haus Deichstraße 25. In dessen Innerem befinden sich noch heute bemalte Balkendecken aus dem 17. Jahrhundert.

Wer Hunger hat, der kehrt in das hiesige Restaurant „Zum Brandanfang“ ein. Dort versteht man sich auf traditionelle Küche. Eingelegte Bratheringe mit Bratkartoffeln oder Hamburger Labskaus mit Spiegelei, Matjes und Gewürzgurke kann man hier ebenso verzehren wie einen Lotsenteller mit Grünem Hering, Lachs und Seelachs. Nicht minder sehenswert wie das Haus Nr. 25 ist der Warenspeicher zwei Häuser weiter. Auffallend ist die massive Backsteinfassade des um 1780 errichteten Hauses. In ihm lagerten viele Jahre lang Bardowicker Gemüsehändler ihre Ware. Daher wurde dieser Speicher auch „Bardowicker Speicher“ genannt. Im Kartoffelkeller (Deichstraße 21) kann man sich auch für seinen weiteren Stadtrundgang stärken: Wie wäre es mit Schwedischem Kartoffelauflauf mit Fisch oder Rheinischen Sauerbraten mit Rosinen? Oder soll es doch lieber Kartoffelpuffer mit Apfelmus und Preiselbeeren sein?

Beim Haus Deichstraße 21 und dem Nebenhaus handelt es sich um Neubauten nach dem Brand von 1842. Ein Fleetgang zwischen den Häusern ermöglicht den Zugang zum Wasser, um von dort einen Blick auf das Straßenbild der Deichstraße zu werfen. Einen Blick sollte man auf das im 17. Jahrhundert errichtete, im Zweiten Weltkrieg zerstörte Haus Deichstraße 47 werfen. Was wir heute zu Gesicht bekommen, ist eine Rekonstruktion der späten 1970er Jahre. Das Portal des Hauses stammt aus dem abgebrochenen Haus Deichstraße 29. Muschel, Traube und Greif sind die Bauschmuckelemente, die das Portal zieren.

Stehen wir an der Hohen Brücke, so erblicken wir das Haus der Seefahrt (Deichstraße 51), das in der Fassadengliederung Jugendstilelemente aufweist. Zudem verziert die Bronzegruppe der Hamburger Stadtgöttin Hammonia die Fassade des mehrstöckigen Hauses. Neben diesen vorgestellten Speichern der Deichstraße gibt es noch einige andere historische Häuser wie das Alt-Hamburger Bügerhaus (Deichstrasse 37), die das längere Verweilen in dieser historischen Hamburger Straße wirklich lohnen.

Slomannhaus, Hamburg

Hier residierte einst die Reederei Sloman

Am Ende der Deichstraße stehen wir am Binnenhafen. Rechter Hand von uns erkennen wir jenseits der Hochbahngleise einen massiven Backsteinbau mit flachem grünen Kupferdach. Es handelt sich um das sogenannte Slomanhaus (13), das zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Sitz der Rederei Sloman errichtet wurde. Die historistische Fassadengliederung bezieht sich bewusst auf die im Stil des so genannten Historismus im ausgehenden 19. Jahrhundert entstandenen Speicher der gegenüberliegenden Speicherstadt. Am Haus Hohe Brücke 2 (14) vorbeilaufend, geht es in die Speicherstadt. Das Haus Hohe Brücke - ein von Zinnen bekrönter Backsteinbau - war ursprünglich das Wohn- und Dienstgebäude des Kranwärters, der drei öffentliche Kräne östlich der Hohen Brücke zu bedienen hatte. Entstanden ist dieser Bau wie die Speicherstadt zum Hamburger Zollanschluss im Jahr 1888.

Nikolaifleet, Hamburg

Hamburger Architekturgeschichte am Nikolaifleet

Ehe wir jedoch hinüber in die Speicherstadt gehen, verweilen wir noch am Nikolaifleet (15), nichts anderes als der Unterlauf der Alster, die nördlich von Hamburg entspringt und als Außen-, Binnen und Kleine Alster sowie als Fleet durch Hamburg fließt. Über das Nikolaifleet schauend, kann man die hohen Fleetfronten der Außendeichshäuser am besten ausmachen. Übrigens, auf dem Fleet wurden bis ins 19. Jahrhundert hinein Waren zu den Speichern transportiert.

Einst Freihafen, heute Top-Wohnlage

Der Freihafen rund um die Speicherstadt ist aufgehoben worden und die historische Speicherstadt ist nunmehr ein ganz gewöhnlicher Teil der Stadt, die sich an dieser Stelle erweitert. Das Zauberwort lautet: „Wachsende Stadt – Hafen-City“. Was in den letzten Jahren dort entstanden ist, wo einst Waren wie Kakao, Nüsse, Kaffee und Tee lagerte, ist ein Quartier für alle, die sich Eigentumswohnungen mit Quadratmeterpreisen von 6000 Euro und mehr leisten können. Soziale Durchmischung der „Wachsenden Stadt“ steht nur noch auf dem Papier. Aufgeschickt wirkt die Stadt zwischen Sandtorkai und Zollkanal.

Hafencity, Hamburg

Das Spiegel-Hochhaus – Teil der neu entstehenden HafenCity

Nur hier und da lagern noch kostbare Teppiche in den backsteinernen Lagerhäusern, die überwiegend nach 1888 erbaut wurden. In einige sind Museen wie das Speicherstadtmuseum (16) und das Spicy's Gewürzmuseum (17) einzogen. Hamburg Dungeon und Miniatur-Wunderland erfreuen sich eines nicht enden wollenden Ansturms von Besuchern, die in die Speicherstadt strömen. Die, die sich gruseln wollen, begeben sich in den Hamburger Kerker (Hamburg Dungeon, 18), Modelleisenbahnfreunde – alt wie jung – begeistern sich für die Welt von IC, Dampfloks und ICE im Miniatur-Wunderland (19). Am Zollhafen hat das Deutsche Zollmuseum (20) seinen Standort. Es widmet sich der Geschichte und Gegenwart des Zolls. Dabei werden auch Themen wie Washingtoner Artenschutzabkommen und Produktpiraterie angeschnitten.

Über die Jungfernbrücke laufend queren wir den Zollkanal und erblicken die St. Katharinen-Kirche (21), eine der fünf Hauptkirchen der Stadt und wurde wie andere im Juli 1943 beim Luftangriff auf Hamburg weitgehend zerstört, sodass nach dem Krieg auch der Abriss der Ruine in Planspiele einfloss. Ausgebrannte Mauern und der Turmstumpf war das, was die Bomben nicht zerstört hatten. Doch im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt wurde auch diese Kirche in den 1950er Jahren wieder zu neuem Leben erweckt. Die dreischiffige Gestaltung des Sakralbaus erinnert an eine Pseudobasilika. Von der reichen Ausstattung konnten nur einige Epitaphe gerettet werden. Verlassen wir das ehemalige Kirchspiel Grimm und Cremon, dessen Kirche St. Katharinen war, und schlendern entlang des Zollkanals, so kommen wir ins Kontorhausviertel der Stadt.

Kontorhaus-Architektur der 1920er Jahre

Sprinkenhof, Meßberghof und Chilehaus sind diejenigen Bauwerke des Hamburger Kontorhausviertels, die aufgrund ihres „expressionistischen“ Baustils jedem sogleich ins Auge springen. Die Architekten Fritz Höger sowie Hans und Oskar Gerson zeichneten für den Bau des kubischen Sprinkenhofs (22) verantwortlich. Dieser Kontorhausbau erstreckt sich über zwei Straßenblocks und „überwölbt“ die Straße Springeltwiete. Die Fassade des Baus wird durch ein netzartiges Backsteinmuster überspannt. Zudem dient Terrakotta als Bauschmuck. Zeitgenössische Kunst präsentiert im Sprinkenhof die Galerie PopArtPirat. Auch für Gaumenfreuden ist gesorgt, dank sei dem Körri Speisekontor. Hier serviert man Brät einer Currywurst als Steak gebraten, ob mit feurig-scharfen Kidney-Bohnen und Tortilla-Chips oder mit Feta-Käse und Krautsalat. Nun, das muss man mögen! Aber auch gemischte Salate mit und ohne Black-Tiger-Riesengarnelen, Zanderfilet in frischem Blattspinat und verschiedene Flammkuchen kann man sich im Körri Speisekontor schmecken lassen. Guten Appetit!

Altstädter Hof, Hamburg

Bauschmuck an der Fassade des Altstädter Hofs

Geht man durch den Komplex des Sprinkenhofs, so gelangt man zum Altstädter Hof, einem Wohnblock aus Klinker, der 1936/37 errichtet wurde. Auffallend sind die Figuren über den Hauseingängen. Einen Quetschkommode spielenden Matrosen findet man ebenso wie eine treusorgende Mutter mit zwei Kindern.

Dem Schiffsbug eines riesigen Ozeandampfers gleicht das gestaffelte Chilehaus (23), eine Idee von Fritz Höger. Auch in diesem Falle wurden zwei Blöcke und eine Straße überbaut. Entstanden ist es in einem Sanierungsgebiet der 1920er Jahre. Gebaut wurde es für den reichen Hamburger Kaufmann und Reeder Henry Brarens Sloman, der über Salpeterfabriken in Chile verfügte. Daher ergab sich wohl auch der Name des Kontorhauses, einem „Flaggschiff aus rotem Klinker“, wie der Schriftsteller Rudolf G. Binding es formulierte. Schließlich ist noch der Meßberghof (24) zu erwähnen, in dessen Erdgeschoss das Hachez-Chocoversum, ein Schokoladenmuseum zum Erleben und Mitmachen, untergebracht ist. Die auch am Bau des Sprinkenhofs beteiligten Architekten Hans und Oskar Gerson waren für den Entwurf dieses Kontorhauses gegenüber dem Zollkanal verantwortlich.

Über Steintor- und Glockengießerwall geht es zurück zum Ausgangspunkt dieses mehrstündigen Stadtspaziergangs. Will man sich auch die Museen entlang der Route anschauen, sollte man zwei Tage einplanen, um in Muße alles Gesehene in sich aufnehmen zu können.


Informationen

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
20095 Hamburg
www.hamburger-kunsthalle.de

Kirche St. Jacobi
Jakobikirchhof 22
20095 Hamburg
www.jacobus.de

Kirche St. Petri
Speersort 10
20095 Hamburg
www.sankt-petri.de/

Bischofsturm
Kreuslerstraße, Ecke Speersort
20095 Hamburg
Der Bischofsturm im Untergeschoss von Dat Backhus: montags bis freitags von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr und samstags 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Rathaus
Rathausmarkt 1
20095 Hamburg
http://www.hamburg.de/rathausfuehrung/

http://www.hamburgische-buergerschaft.de/cms_de.php?templ=bes_sta.tpl&sub1=95&sub2=157&cont=219


Bucerius Kunst Forum gGmbH
Rathausmarkt 2
20095 Hamburg
http://www.buceriuskunstforum.de/ausstellung/

Mahnmal St. Nikolai
Willy-Brandt-Straße 60
20457 Hamburg
www.mahnmal-st-nikolai.de/

Speicherstadtmuseum
Außenstelle Museum der Arbeit
Am Sandtorkai 36
20457 Hamburg
www.speicherstadtmuseum.de

Spicy's Gewürzmuseum
Am Sandtorkai 34
20457 Hamburg
www.spicys.de/

Deutsches Zollmuseum
Alter Wandrahm 16
20457 Hamburg
http://www.zoll.de/DE/Der-Zoll/Zollmuseum/zollmuseum_node.html

Miniatur Wunderland Hamburg
Kehrwieder 4
20457 Hamburg
www.miniatur-wunderland.de

Katharinenkirche
Katharinenkirchhof 1
20457 Hamburg
www.katharinen-hamburg.de/kirche.html



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