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Chilehaus

 

Chilehaus Hamburg

Das Chilehaus – ein Weltkulturerbe im Wartestand

Innerhalb des Kontorhausviertels ist das mehr als 30000 qm große Chilehaus das wohl auffälligste Bauwerk und ein typisches Beispiel des norddeutschen Backsteinexpressionismus. Wie ein Ozeanriese schiebt sich der mehrgeschossige Bau mit seinen schwungvollen Formen und seinem „Gebäudebug“ in den Straßenraum zwischen Pumpen und Burchardstraße. 1922 kaufte der vermögende Hamburger Kaufmann Henry Brarens Sloman das dort gelegene Areal von 5000 qm mit der Absicht, ein Kontorhaus errichten zu lassen. Diese Absicht wurde dank der Pläne von Fritz Höger 1922 bis 1924 realisiert. Seit 1983 steht das Chilehaus unter Denkmalschutz und seit Jahren bemüht man sich in der Hansestadt um die Aufnahme des Chilehauses in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe. Dass das Chilehaus und weitere Kontorhäuser überhaupt gebaut werden konnten, hing mit der Festlegung des Areals als Sanierungsgebiet zusammen. Die ortsansässige Wohnbevölkerung wurde schlicht umgesiedelt, um Platz für eine andere Flächennutzung zu machen. Das verlief nach einem bekannten Modell, denn auch die Speicherstadt wurde nach dem Zollanschluss von 1888 erst gebaut, als man die dort ansässigen Bewohner vertrieben haben – und das waren Tausende!

Chilehaus Hamburg

Auch im Quartier an der Steinstraße wurden die Wohnhäuser des Gängeviertels dem Erdboden gleich gemacht, um an deren Stelle riesige Kontorhäuser erbauen zu können, die sogar Straßen überspannten.Neben Klinker als beliebtem Baumaterial der norddeutschen Architektur verwendete man beim Chilehaus mit seinen gestaffelten Obergeschossen auch Keramik, um den Bauschmuck auszuführen. Die Entwürfe hierfür stammten von Richard Kuöhl. Neben schuppigem Blattwerk entdecken wir eine Eule, einen Pelikan, einen Hahn, ein Schaf, einen Pinguin, einen Reiher und einige Figuren, so auch die eines Knaben mit Lendenschurz und die eines hockenden jungen Mannes. Diese Figuren befinden sich eingebettet in der einen oder anderen rund oder spitz überwölbten Nische der Fassade. Zu sehen ist aber auch ein Doppelmaster auf einer Zick-Zack-Welle, Hinweis darauf, welcher Tätigkeit der Bauherr, Reeder und auch Kaufmann, nachging. Sloman hatte Geschäftskontakte nach Chile und war vor allem im Salpeterhandel tätig. Dass ein Greif den „Bug des Kontorhauses“ schmückt, ist kein Zufall, sondern bezieht sich auf das größte Passagierschiff jener Tage, die „Imperator“, deren Bugfigur ein Adler war.

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Das Chilehaus ist ein „Flaggschiff aus rotbraunen Klinkersteinen“, wie ein Chronist es formulierte. Der Autor Rudolf G. Binding verglich das Chilehaus zudem mit folgenden Worten: „Häuserleib gestreckt wie eine Forelle, schlank wie ein Schiff, hinauswehend wie ein Fittich.“ Wer denn meinte der kreative Geist des Architekten Fritz Höger war allein dafür verantwortlich, dass das Chilehaus sein Aussehen erhielt, der irrt. Vielmehr zwang der Grundstückszuschnitt in Gestalt eines Tortenteils ganz wesentlich dazu, einen entsprechend geschwungenen Baukörper mit Staffelgeschossen und vorspringenden Balkonen zu realisieren.

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Informationen
Chilehaus Hamburg
Fischertwiete 2
20095 Hamburg



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