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Der Schamane am Wegesrand

Wenn die Guatemalteken ihre Geschäfte getätigt haben, geht es zurück in die Dörfer des Hochlandes. Dort ist der Glaube an Götter und Geister noch lebendig. Ein stiller Sing-Sang ertönt aus der alten Kapelle am Wegesrand. Ein Schamane, einer der alten Priester der Maya, zelebriert vor den verkohlten Figuren der zwölf Apostel die alten Riten. Mit Heilkräutern, magischen Formeln und dem Verbrennen von Räucherstäbchen stimmt er das Schicksal gnädig. Er bittet die "Pachamama", die "Mutter Erde", um Regen, erfleht Schutz vor dem bösen Blick neidischer Nachbarn oder bringt Opfergaben für eine reiche Ernte dar.

Guatemala / Schamane

Der Boden ist fruchtbar in Guatemala. Seit Jahrhunderten bestellen die Maya ihre Felder mit Machete und Grabstock. Malerisch schmiegen sich die kleinen Parzellen an die Flanken von Vulkanen. Bananenplantagen ziehen sich in die Tiefebenen hinunter.

Guatemala / Bauer
Bauer

Nachts in der Maya-Stadt

Was ist schon eine Woche Zwangspause, wenn die Tage so beginnen wie in den Ruinen der Maya-Stadt Tikal nahe Poptun und der Grenze zu Belize. Während der Nacht ist der Wald erfüllt von den Geräuschen des Dschungels: ein Kreischen, Brüllen und Pfeifen ertönt aus der dichten und dunklen Masse. Die mächtigen Pyramiden ragen wie steinerne Zeugen der alten Kultur über die Wipfel der Bäume hinaus. Die steilen Treppen glänzen im Mondlicht, als ich mich auf der Spitze der Pyramide niederlasse.

Guatemala / Tikal
Tikal

Stunden vergehen, bis unter den glühenden Farben des Sonnenaufgangs die Weite deutlich wird: bis zum Horizont erstreckt sich das Dach des Dschungels, nur die Spitzen der höchsten Pyramiden ragen wie Mahnmahle aus der Ebene hervor.

Wo heute mächtige Wurzeln und Lianen die alten Mauern überwuchern, herrschte über Jahrhunderte eine der großen Weltkulturen. Die Maya waren fasziniert vom Lauf der Zeit und den zyklischen Bewegungen der Gestirne. Sie entwickelten einen der genauesten Kalender der Menschheitsgeschichte. Heute können über 40 % der Erwachsenen weder lesen noch schreiben. Die Hälfte ihrer Nachkommen sind arbeitslos oder unterbeschäftigt.

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