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In Guatemala City

Auf dem Markt in Chichicastenango

Straßenhändlerin in Antigua

Maya Tempel Nr. 1 (Großer Jaguar) im Tikal Nationalpark, Guatemala





Kurzportrait

Guatemala ist das Land der Ladinos und Indigenos in Zentralamerika. Mayazeit, spanische Kolonialzeit und Moderne prägen Guatemala gleichermaßen. Zum Reichtum an Naturschönheiten und seinem kulturellen Reichtum kommt die Warmherzigkeit der Bevölkerung. Das ganze Land lockt mit einer Vielzahl von touristischen Attraktionen.

Guatemala - Auf dem Markt in Chichicastenango

Auf dem Markt in Chichicastenango

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Die 1776 gegründete Hauptstadt Guatemala City, ein Moloch mit über 2 Millionen Einwohnern, verfügt über ein noch gut erhaltenes historisches Zentrum, das touristisch interessant ist. Der zentrale Platz Parque Central wird durch die 6. Avenida zweigeteilt. Hier brennt seit dem Friedensvertrag von 1996 eine „ewige“ Flamme. An der Nordseite des Platzes der Palacio Nacional von 1943, ein monumentales Gebäude, in dem sich die verschiedensten Baustile mischen. 1998 wurde der frühere Regierungssitz zu einem Museum umgewandelt. An der Ostseite befinden sich die Kathedrale (1782-1815) mit ihren zahlreichen Kunstschätzen und der Palacio Episcopal. Der große Mercado Central hinter der Kathedrale bietet zahleiche Einkaufsmöglichkeiten. Im Stadtzentrum sind noch die Kirchen La Merced, Carmen und San Francisco von touristischem Interesse.

Am Fuße des Agua-Vulkans erstreckt sich Antigua, die frühere Hauptstadt Guatemalas. Antigua birgt mit seinem kolonialen Erbe eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten: Restaurierte Monumente, spanische Kolonialarchitektur, Renaissancebauten, Kirchen und Klosterruinen. Die Stadt zählt seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Kunstgalerien, Museen und eine große Zahl von Restaurants und Hotels machen Antigua zu einem touristischen Höhepunkt. Um den quadratischen Platz Parque Central ist die Stadt schachbrettartig angelegt. Die Straßen sind von einstöckigen Häusern mit Innenhöfen gesäumt. Über das Stadtgebiet verteilt liegen über 50 Kirchen und Klöster, seit dem großen Erdbeben vom 29.7.1773 meist nur noch Ruinen. Am imposantesten sind die Reste der mächtigen Kathedrale Catedral Metropolitana an der Ostseite des Parque Central. An der Südseite des Platzes liegt der guterhaltene Palacio de los Capitanes Generales, ein zweistöckiger Arkadenbau, erbaut 1773. Gegenüber erhebt sich das Rathaus, ein weiterer Arkadenbau aus dem 18. Jahrhundert. Das Rathaus beherbergt zwei interessante Museen. Von besonderem touristischen Interesse sind einige guterhaltene Stadtpaläste aus dem frühen 17. Jahrhundert, das Kapuzinerkloster, die Kirche La Merced (Barock) und die Klöster San Francisco und Santa Catalina.

Guatemala - Antigua

Antigua

In der weiteren Umgebung von Antigua erstreckt sich der malerische Atitlán-See. Er liegt über 1500 Meter hoch, ist von 3 pittoresken Vulkanen umgeben und bietet auf Grund seiner Lage ein angenehm kühles Klima. Der See - und dort besonders der Ort Panajachel - ist ein beliebtes Ziel für in- und ausländische Touristen.

Nördlich das Atitlán-Sees kommt man ins Hochland, das Zentrum der heutigen Maya-Kultur. Hauptanziehungspunkt für Touristen ist der Ort Chichicastenango auf einer Höhe von über 1.500 m. Chichicastenango ist die kulturell und wirtschaftlich wichtigste Stadt des Departements Quiché. Deren größte Kirche Santo Tomas wurde 1540 von den Dominikanern an der Stelle eines alten Mayatempels erbaut. Auf ihren Treppen opfern Indios in pittoresken Ritualen den einheimischen Göttern. Auf einem riesigen Markt bietet die indigene Bevölkerung in ihrer farbenfrohen traditionellen Bekleidung Kunsthandwerk aus Keramik, Holz, Silber und Textilien an. Besonders beliebt sind handgewebte Stoff, die im Departement Quiché hergestellt werden. Ein jährlicher Höhepunkt ist die Fiesta des Santo Tomas am 21. Dezember mit Prozessionen, Musik und Tänzen. Sehenswert sind auch das kleine Museum, die Calvarienkapelle und der Friedhof, einer der buntesten und beeindruckendsten des Landes.

Der Oriente, der heiße trockene Osten des Landes, bietet dem Touristen recht wenig Interessantes. Erwähnenswert sind die Pasabien-Wasserfälle nahe Teculután im Departement Zacapa. Lohnenswert ist auch der Besuch der Basilika Santuario in Esquipulas im Departement Chiquimula. In der prächtigen Basilika kommen am 15. Januar viele tausend Pilger zusammen um den Schwarzen Jesus von Esquipulas zu verehren. Von Chiquimula aus besteht die Möglichkeit für einen Tagesausflug zu den Mayaruinen von Copán in Honduras, eine der wichtigsten Mayastätte neben Tikal und Palenque.

Nördlich des Oriente liegt der Izabal-See, mit 48km x 24km der größte See des Landes. Er ist umgeben von den Bergen der Sierra de Santa Cruz, Sierra de Las Minas und den Montanas del Mico. Auf dem Weg zum See passiert man die Ausgrabungsstätte Quirigua inmitten von endlosen Bananenplantagen. Deren bis zu 10m hohe Steinstelen der Mayas mit Reliefs und Hyroglyphen aus dem 5. Und 6. Jahrhunderts gehören zu den schönsten Stelen Mittelamerikas. Vom Izabalsee ist es nicht weit bis nach Puerto Barrios an der Bahía de Amati, dem schmalen Atlantikzugang (Karibik) Guatemalas. Die malerische Stadt Livingstone ist von hier aus nur mit dem Boot zu erreichen. Die Region wird von den Garifunas bewohnt, einer schwarzen Bevölkerungsgruppe mit einer eigenen Sprache, einer Mischung aus spanischen, englischen und lokalen Dialekten. Von Livingstone lohnt sich ein Ausflug mit dem Boot zu den Siete Altares – sieben kleine Wasserfälle mit Sinterbecken, die zum Baden einladen. Unvergesslich ist eine Bootsfahrt von Livingstone zurück zum Izabal-See durch die malerischen Schluchten des Rio Dulce. Am Eingang zum See passiert man die kleine Festung Castillo San Felipe de Lara, erbaut 1651 zum Schutz vor Piraten.

Guatemala - Castillo San Felipe de la Lara am Rio Dulce/Izabal-See

Castillo San Felipe de la Lara am Rio Dulce / Izabal-See

Das nördlichste Departement El Petén ist mit fast 36 000 km² das größte Departement Guatemalas und umfasst 30% des Landes. Der Petén ist eines der größten Regenwaldgebiete der Erde. Hier lebten einst die Mayas zu Zeiten ihrer Hochkultur. Hauptstadt des Departements Petén ist Flores auf einer Insel im kleinen Petén-Itzá-See. Im Regenwald des Petén gibt es eine reichhaltige Fauna und Flora und eine Vielzahl von zum großen Teil noch nicht ausgegrabenen und erforschten Mayastätten. 60 km von Flores, im 576 km² großen Tikal Nationalpark, liegt das zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärte Tikal, die größte Zeremonialanlage der Mayas in Guatemala. Auf 16 km² wurden Reste von 300 Bauwerken gefunden. Die steilen, riesigen Pyramiden der Tempel sind wohl die beeindruckendsten erhaltenen Anlagen der Mayas. Weitere bedeutende Maya-Stätten im Petén sind Uaxctún, Aguateca und El Ceibal, die jedoch mit der Bedeutung von Tikal nicht mithalten können.

Die Costa Sur, der 50 km breite Tieflandstreifen des Landes, wird durch den Pazifik im Süden und die Vulkankette im Norden begrenzt. Das fruchtbare Land ermöglicht Zuckerrohranbau, Landwirtschaft und Viehzucht. Die Strände am Pazifik bestehen auf Grund der nahen Vulkane aus schwarzem Sand, was sie in der Gunst der Touristen etwas abwertet. Einer der beliebtesten Badeorte am Pazifik ist Monterirco. Schon die Anfahrt dorthin bietet grandiose Panoramen. Während der Trockenzeit ist der Wechsel vom trockenen Hochland zur üppigen Vegetation des Küstenstreifens beeindruckend. Leider wird das Vergnügen durch die Temperaturen in dieser heißesten Region Guatemalas etwas gemindert. Von touristischem Interesse sind die Ruinen von Abaj Takalik nahe Retalhuleu. Abaj Takalik ist eine der frühesten Mayasiedlungen mit beeindruckenden Stelen und kunstvoll geschnitzten Jademasken. Erfrischung bietet der bekannte Wasserpark Xocomil in Retalhuleu in einem großen Park mit einer nachgebauten Mayaanlage.

 

Dirk Renckhoff

Adressen, Links und Bücher



Reiseinfos

Klima und Vegetationszonen
Guatemala hat tropisches Klima (Regenzeit von Mai bis November); die mittleren Jahrestemperaturen liegen im Süden bei 25-30° C im Tiefland und im mittleren Hochland bei 18-20° C. Der Norden ist von immerfeuchtem Regenwald, teilweise auch von Kiefernsavannen bedeckt. Im Gebirge wächst tropischer Berg- und Nebelwald, im Binnenhochland Eichen-Kiefern-Mischwälder und Savannen. An der pazifischen Küste gibt es tropischem Feucht- (im Westen) und Trockenwald (im Osten). Auf Grund der unterschiedlichen klimatischen Regionen ist die Fauna und Flora Guatemalas sehr vielfältig. In den Departements Alta und Baja Verapaz herrscht ein gemäßigtes Klima mit zahlreichen Niederschlägen. Hier wird Kaffee und Kardamom angebaut.

Fauna und Flora
Auf Grund der unterschiedlichen Vegetationszonen ist die Pflanzen- und Tierwelt in Guatemala sehr vielfältig, mit der größten Artenvielfalt im Regenwald des Petén. Zum Beispiel gibt es neben 400-500 Baumarten ca. 8.000 Orchideenarten und etwa 700 Vogelarten, darunter den Nationalvogel, den Quetzal.

Anreise
Es gibt im Augenblick keinen Direktflug aus dem deutschsprachigen Raum. Die Fluggesellschaft Iberia fliegt von mehreren deutschen Flughäfen, Wien und Zürich über Madrid nach Guatemala. Einige amerikanische Fluggesellschaften fliegen von Frankfurt und Zürich via USA.

Ein- und Ausreise
Die Einreise nach Guatemala ist visumfrei (bis zu 90 Tagen), der Reisepass muss noch mindestens 6 Monate gültig sein. Bei der Ausreise muss eine Flughafengebühr und eine Sicherheitsgebühr bezahlt werden.

Geld
Die Währung Guatemalas ist der Quetzal. 1 Quetzal sind 100 Centavos. Quetzals können gegen Dollar bei allen Banken und den größeren Hotels eingetauscht werden. Es empfiehlt sich, ausreichend Dollars in kleinen Scheinen und Dollar-Reiseschecks mitzunehmen. Gängige Kreditkarten werden akzeptiert.

Gesundheit
Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Eine Impfung gegen Tetanus und Hepatitis ist jedoch ratsam. Eine Malariaprophylaxe ist in einigen Regionen, besonders während der Regenzeit, angezeigt.

Sicherheit
Reisen in Guatemala ist besonders für Individualtouristen teilweise nicht ungefährlich. Aktuelle Informationen über die Sicherheitslage gibt es unter
www.auswaertiges-Amt.de , www.eda.admin.ch und www.bmaa.gv.at

Statistik

Lage
Guatemala liegt in Zentralamerika, im Westen und Norden begrenzt von Mexiko, im Nordosten von Belize, im Osten von Honduras und El Salvador, im Süden vom Pazifik. Es besteht ein schmaler Zugang zum Atlantik (Karibik).

Fläche
Das 108.000 Quadratkilometer große Land ist in 22 Departements unterteilt.

Geografie
Guatemala ist ein gebirgiges Land. Nördlich des 40-50km breiten Küstenstreifens der Costa Sur liegt die schmale, ca. 1000m hohe Boca Costa, der Kaffeegürtel des Landes. Darauf folgt das zentrale und westliche Hochland (Altiplano) 1.500-3000.m hoch mit der Sierra Madre im Süden und der Sierra Los Cuchumatanes im Norden. Das Hochland erstreckt sich über ein Viertel der Fläche Guatemalas und ist die bevölkerungsreichste Region des Landes, bewohnt hauptsächlich von den Indigenos. Die heiße und trockene Region des Oriente, östlich von Guatemala-City ist touristisch wenig interessant. Das Gebiet vom Izbal-See bis zur Bucht von Amatique in der Karibik ist auf Grund der reichhaltigen Niederschläge sehr fruchtbar und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. An der Bucht von Amatique leben die Garifunas, die Nachkommen afrikanischer Sklaven. Der Norden Guatemalas mit der großen Ebene des Petén gehört schon zur Yucatán - Halbinsel. Trotz zahlreicher Ansiedelungsversuche ist der Petén nur dünn besiedelt.

Bevölkerung und Sprache
Der bevölkerungsreichste Staat Zentralamerikas hat 12 Millionen Einwohner. Im Land leben 21 verschiedene Maya-Kulturen, die Ladino- und die Garifuna-Kultur zusammen. Die offizielle Landessprache ist Spanisch, daneben gibt es 21 Maya-, die Garifuna- und die Xinca-Sprache. Guatemala ist das einzige Land Zentralamerikas mit überwiegend indianischer Bevölkerung. Rund 55% sind reine Indianer, 42% Mestizen, so genannte »Ladinos; 3% sind Weiße und Schwarzafrikaner (an der Karibikküste).

Der Norden (Petén) und das karibische Küstentiefland sind dünn besiedelt, Hauptsiedlungsraum ist das südliche Hochland. Das Bevölkerungswachstum beträgt 2,6%; über die Hälfte der Bewohner lebt unter der Armutsgrenze. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP)beträgt 30,7 Mrd. USD (2005), das Pro-Kopf-Einkommen 2371,- USD (2005), 40% der Einwohner leben in der Stadt. Über 70% der Bevölkerung sind katholisch, 25% protestantisch. Es besteht eine neunjährige allgemeine Schulpflicht. Die Analphabetenquote beträgt 31%. Es gibt fünf Universitäten.

Staatsform
Nach der Verfassung vom 15.1. 1986 (1994 durch Referendum revidiert) ist Guatemala eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der auf 4 Jahre direkt gewählte Präsident. Er ernennt und entlässt die Mitglieder des Kabinetts. Die Legislative liegt beim Kongress (158 Abgeordnete, für 4 Jahre gewählt).

Wirtschaft
Obwohl Guatemala zu den industriell am weitest entwickelten Ländern Zentralamerikas gehört, dominiert der Agrarbereich, der zwei Drittel des Exports ausmacht. 40% der Gesamtfläche des Landes werden landwirtschaftlich genutzt. Die kleinbäuerlichen Betriebe produzieren überwiegend im Hochland für den Eigenbedarf. Wenige Großbetriebe liefern den größten Teil der Exportgüter, wie Kaffee, Kardamom, Baumwolle, Rohrzucker und Bananen. Im pazifischen Küstentiefland und im Peten wird extensive Rinderhaltung betrieben. 34% des Landes sind mit Wald und Buschland bedeckt. Relativ wenig genutzt werden die Bodenschätze (Chrom, Blei, Zink, Kupfer); Erdöl wird seit 1975 gefördert und teilweise exportiert. 70% der Industriebetriebe befinden sich in der Hauptstadt. Es werden u. A. Nahrungsmittel, Getränke und Textilien hergestellt. Der Tourismus spielt wirtschaftlich eine zunehmende Rolle.