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Die gewaltige, alles erschütternde Kraft kam nicht von oben, sondern von unten: Ein Erdbeben läutete im Jahr 1773 das vorläufige Ende der stolzen Hauptstadt ein, die damals den Namen „Muy Noble y Muy Leal Ciudad de Santiago de los Caballeros del Reino de Goathemal“ trug. Eine Stadt, die zweifellos die bedeutendste, aber nicht die erste Hauptstadt Mesoamerikas war - eines Gebiets, das die Spanier ab dem Jahr 1524 von Mexiko aus erobert hatten.

Guatemala Antigua Kreuz
Blick auf die Stadt vom Mirador

Die erste Stadtgründung im heutigen Guatemala - initiiert vom Konquistador Pedro de Alvorado - wurde nach einem Aufstand der Indios bald wieder aufgeben. Die zweite Stadt zerstörte 1541 der Vulkan Aqua - allerdings nicht durch glühende Lava, sondern durch eine erdrutschartige Schlammlawine. Rund zwei Jahre später, am 16. März 1543 gründeten die Spanier schließlich das heutige Antigua. Die eigentliche Blütezeit der Stadt begann mehr als fünfzig Jahre später. Antigua wuchs auf bis zu 70.000 Einwohner an und gehörte zeitweise - neben Mexiko-Stadt und Lima – zu den drei größten und bedeutendsten Städten Spanisch-Lateinamerikas. Von Antigua aus wurde nicht nur das Staatsgebiet des heutigen Guatemala beherrscht - die Stadt war für ein Territorium zuständig, das von Yucatán und Chiapas bis nach Costa Rica reichte - und damit auch Teile von Mexiko sowie die heutigen Staatsgebiete von El Salvador, Honduras und Nicaragua umfasste.

Kirchlicher Glanz

Aus dieser Zeit der spanischen Herrschaft und Prachtentfaltung stammen die Gebäude, deren Ruinen und Rekonstruktionen heute Flair und Charme Antiguas ausmachen: Bürgerhäuser und Paläste, Klöster und Kirche.

Guatemala Antigua Innenhof Kapuzinerinnen
Innenhof Kapuzinerinnenkloster

Wie überall in Mittel- und Südamerika, kamen auch in Guatemala die Missionare und Priester gemeinsam mit den Konquistadoren. In den Hochzeiten des katholischen Einflusses gab es in Antigua knapp vierzig Kirchen, dazu kamen mehr als ein Dutzend Klöster - Franziskaner und Dominikaner, Mercedianer und Jesuiten, Klarissinnen und Kapuziner.

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