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Verbannt nach Grönland

Da der Wind und die Wellen erneut einen 60 Seemeilen breiten Packeis-Gürtel vor die Ostküste geschaffen haben, geht es erst an der milderen Westküste erstmals an Land. Erstes Ziel ist die einsam gelegene Kirchenruine Hvalsø, die als besterhaltenes Zeugnis der altnordischen Wikingerkultur in Grönland gilt. Die Kirche und das Haus des Priesters samt Stallung und Festsaal wurden um 1300 n.Chr. erbaut. 1408 wurde hier die letzte überlieferte Trauung vollzogen. Danach verschwindet das Schicksal der legendären Nordmänner im Dunkeln.

Dänemark Grönland frisches Eis
Frisches Eis vom Eisberg

Begonnen hatte ihre Geschichte auf Grönland mit Erik dem Roten, der vom Thing in Island verbannt worden und aufs offene Meer hinaus gefahren war, um neues Land zu entdecken. Nach einigen Tagen erreichte er ein „grünes Land“ und segelte dort in einen kleinen Fjord, den er Eriksfjord nannte. Dort überwinterte er zunächst auf einer kleinen Insel, fuhr dann jedoch – unter Missachtung des Thing-Verbotes – nach Island zurück und bewegte rund tausend Menschen, mit ihm nach Grönland zu ziehen. Eriks Mannen bauten sich dort Langhäuser mit bis zu 1,5 m breiten Torfwänden und fingen Fische.

Dänemark Grönland Landgang
Landgang durch arktische Flora

Bald folgten weitere Neusiedler. Einer von ihnen brachte 1002 eine Epidemie in das Dorf. Auch Erik der Rote erkrankte und verstarb 1003. Auf seinem Hof Brattahlíð in der Nähe von Narsarsuaq wurden die Grundmauern der ersten christlichen Kirche in Grönland freigelegt, die auf Bestreben seiner Frau Þjóðhildur erbaut worden sein soll. Die Kolonie der „Grönländer“ konnte sich jedoch von der Epidemie erholen und bestand bis ins frühe 15. Jahrhundert.

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Auch der Koch hat etwas gefunden

Heutige „Grönländer“ – 87 Prozent sind von ihnen sind Inuit, die anderen meist Dänen – sieht Lara erstmals in Narsaq, einer weitläufigen Ansammlung roter, blauer, gelber, grüner und grauer Holzhütten zu Füßen des 685 m hohen Qaqqarsuag. Børge Brodersen hat hier – und am Kvanefjeld – seltene Mineralien und Schmucksteine gesammelt. Besonders der Tuttupit hat es Lara angetan. Der pinkfarbene Schmuckstein kommt nur hier – und auf der russischen Kola-Halbinsel vor. Seit letztem Jahr gibt es auch eine Brauerei in Narsaq. Im „Greenland Brewhouse“ werden aus Gletscherwasser süffige Ales gebraut – und ausschließlich nach Dänemark exportiert: In Grönland gibt es für das Hausbier keine Schanklizenz. In der benachbarten Nähstube von Eskimopels nähen zwei Frauen Handschuhe, Jacken, Mützen und Hauspuschen aus Robbenfell. In einer Vitrine stehen 20 cm hohe Schnitzwerke aus Walrosszahn mit furchterregenden Grimassen: Tupilaks – magische Geisterwesen, die es auf Grönland bereits seit mehr als 4.000 Jahren gibt.



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