Reisemagazin schwarzaufweiss

Auf dem Weg hinunter in Richtung Anlegestelle stoßen wir auf Ruinenreste, die erahnen lassen, wie der Ort früher vielleicht einmal ausgesehen hat, unverputzte Mauern aus Feldsteinen, statt in freundlichen Farben getünchte Kapitäns- und Herrenhäuser wie man sie neben den vielen kleineren Häusern in Symi findet.

Griechenland - Symi - Ruine

Ruine aus groben Steinen

Auch die kleine Werft weiter unten am Wasser hat schon bessere Tage gesehen. Von der Antike bis zur Neuzeit waren die Bootsbauer der Insel bekannt für ihre Schiffsbaukunst, die neben dem Handel mit selbst geernteten Schwämmen den Bewohnern ihr Auskommen sicherte und in der Blütezeit einen gewissen Wohlstand bescherte. Die von ihnen gebauten Segelschiffe galten im 19. Jahrhundert als die schnellsten im östlichen Teil der Ägäis, was den Insulanern unter türkischer Herrschaft auch Privilegien sicherte. Doch nach der Einführung der Dampfschifffahrt endete die Ära der Segelschiffe im Handelsverkehr. Transporte jeglicher Art wurden nun durch kohlebefeuerte Maschinen schneller und unabhängiger als durch Windkraft.

Griechenland - Symi - Werft

Werftimpression

Vorbei an Restaurants mit Außenbereich zum Teil direkt am Wasser passiert man an der Hafeneinfahrt einen Glockenturm von 1881 mit Uhr und ist gleich danach wieder im dichteren Getümmel. Hier befindet sich auch einer der Anlegeplätze für die größeren Fährschiffe, die nicht nur Gäste, sondern ebenso Versorgungsgüter für die Einwohner und die zahlreichen Betriebe auf die Insel bringen.

Griechenland - Symi - Glockenturm von 1881 mit Uhr

Glockenturm von 1881

Einige Meter weiter an der Promenade verweist eine von den meisten Touristen übersehene Gedenkstätte zwischen den Läden und Restaurants auf eine der dunkelsten Zeiten der jüngeren Geschichte der Insel, die darüber hinaus eng mit Deutschland verknüpft ist. Von 1943 bis 45 befand sich in Symi die deutsche Kommandantur für die südöstliche Ägäis, was dazu führte, dass die Insel schließlich auch bombardiert wurde.

Griechenland - Symi - Gedenkstätte

Gedenkstätte an der Hafenpromenade

Und dann drängt die Zeit, die Fähre wartet auf der anderen Seite des Hafens, denn wir haben noch einen weiteren Termin auf der Insel. Wenn sich die Tagesgäste wieder auf den Ausflugsschiffen einfinden, wird es ruhig in Symi. Der Spuk hat dann ebenso plötzlich ein Ende, wie er begann und die Insulaner haben die Insel weitestgehend wieder für sich.

Das Kloster Panormitis

Kapellen, Klöster und Kirchen gibt es auf Symi zusammen genommen weit über 300, aber am sehenswertesten ist das Kloster Panormitis aus dem 18. Jahrhundert. Die Anlage liegt in einer Bucht direkt am Wasser und hat einen eigenen Anleger auch für die vielen touristischen Tagesgäste, denn ein Besuch des Klosters ist bei vielen der Schiffsausflüge inbegriffen.

Griechenland - Symi - Kloster Panormitis

Blick auf die Klosteranlage

Nachdem es erst einige Kilometer an der schroffen Felsenküste der Insel entlang geht, ändert das Schiff die Richtung und die Maschine wird gedrosselt. Mit langsamer Fahrt geht es in die flache Bucht mit sandigem Meeresboden, was das Wasser hier bei Sonnenschein wunderbar türkis erscheinen lässt. Dann heißt es mittendrin stopp und das stählerne Ungetüm dreht sich schwerfällig um 180°, die Verwirbelungen der Schiffsschraube sorgen für einen Sandsturm unter Wasser und in Millimeterarbeit nähert sich das Heck der Anlegestelle. Zeit genug, um vom Deck aus die weitreichende Klosteranlage in seiner Gesamtheit in Augenschein zu nehmen.

Griechenland - Symi - Kloster Panormitis

Bildnis des Erzengels Michael im Koster

Das dem Erzengel Michael geweihte Kloster ist eine der wichtigsten Wallfahrtsstätten auf der griechischen Inselgruppe der Dodekanes in der östlichen Ägäis. Dem entsprechend steht auch eine Ikone des Erzengels im Mittelpunkt der geschnitzten und vergoldeten Ikonostase. Das prächtige Ensemble in dem kleinen sakralen Raum beeindruckt durch seine gekonnt handwerkliche Ausführung neben dem weiteren Interieur auch Besucher, die mit Religion und Kirche eher wenig am Hut haben. Doch auch als solcher sollte man sich aus Respekt entsprechend verhalten, heißt, nicht fotografieren und Extremitäten bedecken.

Griechenland - Symi - Kloster Panormitis

Innenhof im Kloster

Der weitere Gang nach diesem wohl absoluten Highlight durch die Stätte, die bis zu 500 Pilger beherbergen kann, gestaltet sich dagegen eher zwanglos und bietet die Möglichkeit, sich das eine oder andere länger anzusehen, ohne dass die nächsten Besucher von hinten nachschieben, so etwa den reich verzierten Glockenturm, der sich auch dadurch von den sonst eher schlichten Klostermauern abhebt. Ganz weltlich geht es dann nach dem Besuch direkt vor dem Kloster am Kai zu, denn für Erfrischung und etwas für den kleinen Hunger - mehr Zeit bleibt einfach nicht - bietet hier eine Gastro.

Nachdem wieder alle an Bord sind, endet für uns der Besuch der kleinen griechischen Insel Symi vor der türkischen Küste, warum manch andere aber länger bleiben, erklärt vielleicht ein Blick auf den nicht weit vom Kloster entfernt gelegenen Strand. Sicher, es gibt keine feinsandigen, kilometerlangen Topstrände auf der Insel, aber es gibt Strände wie hier oder die in Pedi und Nimborio, etwas für Individualisten und solche, die am liebsten dort sind, wo der Massentourismus nicht ist.

Griechenland - Symi - Kloster Panormitis

Reich verzierter Glockenturm im Kloster Panormitis

Informationen

www.visitgreece.gr/en/greek_islands/dodecanese

 

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