Reisemagazin schwarzaufweiss

Meeresblau und Götterschau

Kreta für Familien

Text und Fotos: Hilla Finkeldei

Die jährliche Entscheidung über den ultimativen Traumurlaub ist wie immer eine Gratwanderung. Alle wollen Sonne, soviel ist mal klar nach dem ewigen deutschen Pseudowinter, der wie eine verfärbte Weißwäsche von November bis April über dem Land hing. Aber wenn’s um die Details geht, da scheiden sich die Geister:
Unter fünf? Ganz klar ein Veto für die Sicherheit des salzlosen Hotelpools. Möglichst groß, möglichst bauchig, möglichst mit zwei Luftmatratzen, Schwimmflügeln und dem aufblasbaren Delfin darin. Über zehn? Keine Frage, Action im Meer und ein bisschen Halli-Galli, aufbleiben, Billard spielen, Poolbar mit Eiscremetheke wäre rattenscharf. Mama möchte einfach lesen, ein bisschen Kultur und auf keinen Fall kochen. Papa ist auf der Suche nach urigen Dörfern im Hinterland, die seine Sehnsucht nach Individualurlaub trotz Hotelbett und Frühstücksbüffet aufrechterhalten helfen. Die Reklame eines Immobilienmaklers fällt uns ins Auge: „Crete - Living with the gods“. Zwar wollen wir nicht gleich ein Haus kaufen, aber dieser Slogan hat was… Wir schauen uns an und nicken begeistert – Kreta also, die größte der griechischen Inseln!

Griechenland - Kreta

Ferienziel Malia

Göttlich ist allein schon der kurze Anflug von drei Stunden, noch dazu von fast jedem deutschen Flughafen aus. Wer Kinder hat, wird diesen Pluspunkt zweifellos nachvollziehen können, denn er bedeutet 1. keine langen Anfahrten per Bahn oder Auto und 2. den weniger hektischen vorabendlichen Check-in. Nach der obligatorischen Spielzeugrunde im Charterflieger (Wasserball, Sonnenkappe oder Malstifte?) geht es von Heraklion aus wohl temperiert per Bus weiter nach Malia. Endlose „beach roads“ in Meeresnähe und beleuchtete, zur Straße hin offene Tavernen säumen den Weg bis zum Hotel. Manche der engen Kurven entlocken unserer Vierjährigen spitze Entsetzensschreie, doch weder Touristen noch Scheinwerfer oder Mauervorsprünge werden bei den heiklen Wendemanövern beschädigt. Der Elfjährige feixt, dass das aber doch auch eine Art Abenteuer wäre. Ich spare mir den erzieherischen Kommentar. Schließlich ist Urlaub, erster Tag, Stimmung gut, Kreta empfängt uns mit Grillengezirpe, Hitze und dem Duft gegrillter Köstlichkeiten.

Die Koffer fliegen nur so auf’s Bett und schon geht es zu einer ersten Inspektion an den abendlichen Strand, der hier tatsächlich feinsandig und nicht kieseldurchsetzt wie an vielen Inselabschnitten ist und dadurch zum Burgenbauen schier einlädt. Kaum eine halbe Stunde später liegen die Socken und Hosen in Knubbeln und während die Kinder sich schon kichernd mit Matsch bewerfen, genießen wir Eltern in einer der vielen Strandtavernen die ersten Oliven und einen kühlen Hauswein.

Griechenland - Kreta - Malia

Schaukelparadies in Malia

Malia eilt der Ruf voraus, eine der Partymeilen Europas zu sein. In den preiswerteren Häusern tummeln sich junge, kaum müde zu bekommende Gäste aus Skandinavien, Deutschland und England, die Spaß, Sonne und vielleicht auch ein bisschen mehr suchen. Allerdings sind wir angenehm überrascht von der eigentlich entspannten Atmosphäre im Ort, die keineswegs an Alkoholexzesse nach Art des Ballermanns denken lässt. Natürlich findet sich eindeutig für jeden Geschmack eine Kneipe, manche davon locken die Besucher auch mit schrillen Hängesitzen, stampfenden Beats und durchaus nervtötenden Lockrufen, doch finden sich genügend familientaugliche Plätzchen entlang der endlos scheinenden Strandstraße zwischen Malia und Stalis. Wer etwas mehr anlegen kann, der sollte sich verwöhnen und im 2007 als Hotel des Jahres bewerteten Alexander Beach einquartieren, das sich als genialer Mix aus dörflicher Bungalowarchitektur, erstklassigem Service, fantastischer Wasserlandschaft und direktem Strandzugang präsentiert, Ruhe und unnachahmliche Sonnenuntergänge über Pool und Meer eingeschlossen.

Griechenland - Kreta - Malia Pool

Poolidylle in Malia

Archäologie für Kinder

Dem Image der Partymeile entgegenwirkend machen wir uns auf, den ca. 1900 Jahre alten Palast von Malia zu erkunden, der Zeugnis alter minoischer Kultur ist. Wie aber begeistert man Kinder für Trümmer und Säulen? Ein Blick auf die überdimensionalen „Töpfe“ reicht, um wildeste Geschichten über ihren Gebrauch anzufachen. Wie viel Wein haben die denn getrunken? Oder war es wohl eine besonders protzige Blumenvase? Scherzend erkunden wir mit ebensolcher Hartnäckigkeit auch die Überbleibsel des riesigen Areals von Knossos nahe Heraklion. Die schiere Größe der Palastanlage lässt uns staunen, doch auf den Schultern von Papa hält selbst die Kleinste die langen Wege aus. Und so ein Minotaurus gibt genug Gesprächsstoff über den wütenden Zeus, eine liebestolle Königin und das daraus resultierende Chaos her. Schließlich lebte diese Stier-Mensch-Mischung im sagenumwobenen Labyrinth von Knossos und die Athener mussten König Minos alle neun Jahre sieben Jungfrauen und sieben Jünglinge zur Opfergabe an den Minotaurus schicken. Tja, aber die Liebe half dem Helden Theseus, der u.a. mit Hilfe des Fadens der Ariadne zuerst das Biest bezwang und dann auch noch aus dem Irrgarten wieder herausfand.

Griechenland - Kreta - Knossos

Knossos

Ende gut, alles gut, doch das Reden macht in der Hitze besonders durstig.  Dieser Durst hätte sich zur minoischen Hochkultur vor ca. 3600 Jahren mit den mannshohen Pithoigefäßen schon stillen lassen, denn diese, so erklärt uns die Führerin, hatten lockere 78 000 Liter Fassungsvermögen. Bei knapp 40 Grad Hitze erscheint uns das gar nicht mehr so absurd und auf den Rängen der 500 Besucher fassenden Theaterruine schwören wir uns schon jetzt, dass alle weiteren Ausflüge aus Gesundheitsgründen auf einen Teil des Tages beschränkt bleiben werden. Der kühlende Poolgenuss am späten Nachmittag wird von den Kids vehement eingefordert und diesem Kulturprotest geben wir gern nach.

Von Agios Nikolaos in den Osten Kretas

Griechenland - Kreta - Agios Nikolaos

Agios Nikolaos

Glücklicherweise ist Kretas Küstenlandschaft so eindrucksvoll und das Wasser so derartig blau, dass wir dennoch den klimatisierten Mietwagen allesamt mit zufriedenen „Ah“ und „Oh“ -Ausrufen erfüllen, der Kleinsten ist zur besseren Erkundung dabei Papas Fernglas gerade recht. Es treibt uns entlang der Nationalstraße Richtung Osten. Agios Nikolaos ist ein an einem Steilhang gelegener Fischerort, dessen spektakulärer Hafen nach einer erste Pause verlangt. Kein Wunder, dass sich die Götter hier offensichtlich sehr wohl gefühlt haben, denn die Farben scheinen einer Künstlerpalette entsprungen, Kobaltblau leuchtet zwischen zerklüfteten Felsen, kleine bunte Boote dümpeln im Hafen und das Wasser ist so klar, dass selbst aus zwanzig Metern Höhe die größeren Fische in den schwappenden Tiefen zu sehen sind. Pragmatische Frage aus der zweiten Reihe: „Apropos Fisch – wann können wir mal was essen?“

Griechenland - Kreta - Plaka

Aussicht auf das Meer in Plaka

In Plaka, am nördlichen Ende einer Halbinsel, mit Blick auf den weißen Steinstrand und die Surfer vor Spinalonga, finden wir eine Taverne direkt am schmalen Küstenstreifen. Ein fest verankertes Fischerboot mit Bänken und Tisch lädt ebenso zum maritimen Schlemmen ein, wie die direkt am Strand positionierten Holztische mit Aussicht auf die Insel. Selbst die Menükarte entzückt die Kinder, denn das Deckblatt besteht aus in Acryl gegossenen Muscheln. Gyros Pita stillt auf unprätentiöse und preiswerte Art jeden Piratenappetit, die Geschichten über Spinalonga, die bis 1957 als letzte Leprakolonie Europas genutzt wurde, den ebenso großen Abenteuerhunger der Kids. Dazu gibt es kalten, frisch gepressten Orangensaft – einfach göttlich, dieses Kreta! Es dauert nur eine Kaffeelänge und schon wagt sich die ganze Bande direkt vom Tavernentisch aus in die lockenden Fluten. Ausflug mit Badepause, Steineflitzen über’s spiegelglatte Meer – das ist viel besser als der versprochene Pool am Abend!

Griechenland - Kreta - Sitia

Sitia

Wer nun noch nicht genug vom Wasser hat, der kann sich auf direktem, nur 92 km langem Wege in die Tropen begeben. Nord-östlich mit Abstecher zur attraktiven Hafenpromenade des Ortes Sitia (Pausentipp!) führt die Route zu dem zwar touristisch sehr frequentierten, aber dennoch lohnenswerten Palmenstrand von Vai. Mit stoischer Ruhe  ertragen wir die gelegentliche Nörgelei im hinteren Teil des Autos, um die Überraschung der Kinder angesichts der 5000! Palmen richtig auskosten zu können –  ein türkisfarbenes Paradies wie aus der Werbung vor Augen, da ist die Anfahrt schnell vergessen!

Wer diese tropischen Anklänge liebt und eine reiche Unterwasserwelt schätzt, sollte unbedingt auch den weniger erschlossenen Süden der Insel erkunden, denn ab Ierapetra (35 km von Agios Nikolaios) fährt täglich um 10.00 Uhr ein Fischerboot zur vorgelagerten Insel Hrissi, die nicht umsonst „die goldene“ genannt wird. Weißer Sand, Zedernwälder und das türkisblaue Wasser des Libyschen Meeres laden bis zur Rückkehr gegen 17.00 Uhr zum Schnorcheln ein. Ganz nebenbei können die Kinder in der Schule getrost damit punkten, fast in Afrika gewesen zu sein, denn Ierapetra mit seiner wunderschönen Moschee ist die südlichste Stadt ganz Europas.

Kretische Kultur

Nebenbei lernen wir im Auto spielerisch die wichtigsten Vokabeln und flugs wird unser Sohn nach jedem dankenden „Efkaristo“ mit dem strahlenden Lächeln der schönen Helleninnen im Servicebereich des Hotels belohnt. Trotz flächendeckender englischer und teils sogar deutscher Sprachkenntnisse sind die Kreter überaus angetan, wenn ihnen zumindest ein freundliches „kalimera“ am Morgen und ein „kalispera“ am Abend entgegen klingt. Kleine Worte mit großer Wirkung, die die Tür zu mehr als professioneller Herzlichkeit öffnen. Die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Griechen ist mehr als nur ein Gerücht und bedarf nur eines kleinen Anlasses, um selbst im harten Arbeitsalltag der Touristenhochburgen durchzuschimmern. Vielleicht ist das eines der Geheimnisse der griechischen Inselwelt, die so viele Stammgäste anzieht und für Segler, Sonnenanbeter und Naturburschen gleichermaßen ein wahres Bermudadreieck der Verführung darstellt. Scheinbar hat diese Begeisterung Tradition, denn Menschen haben nachweislich schon seit 6000 vor Christus hier gesiedelt.

Griechenland - Kreta - kultureller Abend

Griechische Tanzgruppe in Aktion an einem Abend in Malia

Die Hotels forcieren ihr kulturelles Erbe bei zahlreichen kretischen Abenden, die je nach Angebot von einem Büffet mit Volkstanz bis hin zu spektakulären abendlichen Papierwerf-Orgien, Ouzo-Trink-Akrobatik und Feuerwerken reichen. Ein absolutes Muss für Eltern wie Kinder, denn wer kann sich dem Charme des Sonnenuntergangs über am Pool gedeckten Tischen, dem brutzelnden Spießbraten am offenen Grill und den melancholischen Klängen der griechischen Laute schon entziehen? Klar, eine riesige Auswahl an Eissorten, kichernde, Sirtaki tanzende Eltern und fulminante Papierkanonen, die unter Getöse über dem schimmernden Wasser explodieren, sind natürlich noch vieeeeel besser, oder?

Auf die Lassithi-Hochebene

Griechenland - Kreta - Lassithi-Ebene

Blick auf die Lassithi-Ebene

Bei so viel Volksmusik drängt es uns am nächsten Tag, etwas mehr vom eigentlichen Volk zu sehen. Es geht ins Landesinnere auf der Suche nach der fruchtbaren Lassithi-Ebene mit ihren typischen Windmühlen. Spiralförmig führen die Straßen ins Gebirge und eröffnen atemberaubende Blicke auf die Buchten unter uns. Immer wieder scheinen Klöster auf absurden Höhen aufzutauchen – die jugendlichen Baumeister fragen sich, wer die Steine dort wohl hinauf geschleppt hat. Abgeschiedenheit und Ruhe strahlen diese fast magischen Orte aus; selbst die Kinder schleichen leise und beeindruckt durch quietschende Eisentore und verwitterte, kühle Rundbögen. Oleander und Hibiskus ranken in bisher ungekannter Üppigkeit entlang der Klostergärten.

Griechenland - Kreta - Lassithi-Ebene

Typische Windmühle auf der Lassithi-Ebene

Einige Touristenbusse überholen uns auf den engen Straßen, sie pflügen in unglaublichem Tempo von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Nicht nur wegen der dabei wohl zu erwartenden Reisekrankheit sind wir froh, unser eigenes Tempo wählen zu können, und fahren kurz danach kopfschüttelnd an sechs Bussen vorbei, die einen Parkplatz vor den vermeintlich authentischen Gaststätten eines scheinbar klassischen Bergdorfes ansteuern und aus deren Bäuchen nun für eine halbe Stunde ca. 200 Gäste auf die drei Tavernen zuströmen. Um die Urigkeit der Szene zu betonen, ist ein Esel an einen Souvenirladen gebunden. Es klickt aus unzähligen Kameragehäusen: So stellen sich auch zuhause alle das typische Kretafoto vor.

Griechenland - Kreta - Lassithi-Ebene

Esel vor einem Souvenirladen

Und doch… trotz all der offensichtlichen Planmäßigkeit muss man nur ein oder zwei Dörfchen weiter fahren, um tatsächlich Ziegen an den Hängen grasen zu sehen. Auch alte Frauen in traditionell schwarzen Gewändern tauchen auf. Sie harren im Schatten aus und fragen sich wohl, wohin all die jungen Leute der Gegend abgewandert sind. Die eher abgerissen wirkenden Reste von Windmühlen im Hochland zeigen, dass Landwirtschaft heute keineswegs mehr die größte Einnahmequelle der Kreter ist. Olivenbäume und zirpende Grillen, ein Bauer auf einem tatsächlich noch als Nutztier gebrauchten Esel – zumindest in den Bergen erspürt man, wie es vor dem Bau der endlosen „beach roads“ auf dieser geschichtsträchtigen Insel zugegangen sein muss.
Wind kommt auf, heute lohnt sich ein Nachmittag am Strand, also begeben wir uns auf Haarnadelkurven und über Bergketten zurück. Jetzt sind Boogyboards und Sandeimer dran, schließlich erinnern wir uns an den geschlossenen Kompromiss zwischen Kultur und Küste.

Und auch am nächsten Tag werden wir diesem gerecht, als wir uns Richtung Rethymnon aufmachen, um bei Skaleta eine Bootsfahrt zu den Grotten zu unternehmen. Zwischen zwei großen, einsam gelegenen Hotels schlängelt sich eher unscheinbar der Pfad bis zu dem mit Kies durchsetzten Strand, von dem aus die Fischer die seewärtigen Tropfsteinhöhlen anvisieren. Gekonnt manövrieren sie die kleinen Boote in die engen Schlupflöcher, die bei den Kindern die wildesten Piratenfantasien erwachen lassen. Die Gischt spritzt über die Reling, Freudenjuchzer und tropfnasse Gesichter belohnen den sichtlich amüsierten Kapitän. Und wohlwollend präsentiert er eine der größten Attraktionen im Dunkel einer Höhle: den überlebensgroßen Löwen, täuschend echt aus Tropfstein geformt. Andächtig verharrt unsere Vierjährige beim Anblick des Giganten, bevor sie sich ernsthaft Sorgen über die unbequeme Schlafhaltung in den Nischen der Grotten macht. So ein Piratenleben scheint seine Nachteile zu haben, auch wenn gleich darauf eifrig im klaren Wasser nach blinkenden Resten großer Schätze gefahndet wird. Zurück an Land wundern wir uns über die blauen Schutzkörbe, die scheinbar wahllos über einige Strandabschnitte gestülpt sind. Warnschilder weisen auf die empfindlichen „Bodenschätze“ hin: Es sind Gelege kretischer Schildkröten, deren beste Zeiten leider vorbei zu sein scheinen: Die am Strand in Reih und Glied aufgestellten Liegen hindern Mama Schildkröte daran, ihrem angestammten Instinkt zu folgen und an exakt dem Strand ihre Eier zu vergraben, an dem sie selbst das Mondlicht der Welt erblickte. Und wenn es ihr gelingt, so treibt zu viel Hotelbeleuchtung so manchen frisch geschlüpften Junior in Richtung Swimmingpool statt des rettenden Meeres.

Griechenland - Kreta - venezianischer Hafen von Rethymnon

Im venezianischen Hafen von Rethymnon

So erstaunt es auch nicht, dass wir im venezianischen Hafen von Rethymnon auf Info-Stände von Umweltschutzorganisationen treffen, die die enorme Anziehungskraft der hiesigen Metropole und der wunderschönen engen Altstadtgässchen nutzen, um die Touristen für das Problem zu sensibilisieren. Schließlich werden Hotels leicht überzeugt, sich dem Umweltschutz zu widmen, wenn die Gäste diesen Öko-Tourismus einfordern und honorieren. Unsere Kinder jedenfalls sind begeisterte Fans der Idee und achten ab jetzt, angetan mit Schildkröten-T-Shirts und Anstecknadeln, bei jedem Hotelstrand darauf, ob die Liegen abends zusammengerückt werden oder ob es sich um ein „böses“ Management handelt.

Die Liste der Sehenswürdigkeiten Kretas ist noch lang, doch die Traumstrände von Elafonissi und Falasarna im äußersten Westen der Insel erscheinen uns den strapaziösen Weg von Malia nicht wert, die müssen bis zum nächsten Jahr warten. Ebenso der historische Hafen von Chania, der als der schönste ganz Kretas gilt und dessen angrenzende mittelalterliche Gässchen von türkischen und venezianischen Eroberern ebenso überzeugend erzählen wie von geschäftstüchtigen Goldsuchern, die in der so genannten „Ledergasse“ so manches Schnäppchen erhaschen möchten. In den letzten Tagen zwischen Pool und Meer machen wir Pläne für den nächsten Sommerurlaub. Das maritime Museum in Chania mit Seefahrergeschichten aus etlichen Jahrhunderten und einer echten Festung gehört bestimmt dazu, doch auch die beliebten Bootsausflüge zu den vorgelagerten kleinen Inseln haben wir noch nicht geschafft. Dabei kann man direkt von den Booten in das einladend kristallklare Kretische Meer springen. In der Bucht nahe Agia Marina lockt die furchtlosen Schnorchler in 5 Meter Tiefe sogar ein im 2. Weltkrieg abgestürztes Flugzeugwrack. Und wie war das mit dem Wandern? Die 13 km lange Samaria-Schlucht und überhaupt das gesamte Ida-Gebirge, das viele von uns zumindest aus dem Kreuzworträtsel kennen, wollen schließlich auf Schusters Rappen erobert werden.

Aber das müsste dann ein Osterurlaub sein, denn bei sommerlichen bis zu 40 Grad ist das keinem Kind (und wohl auch keinem Erwachsenen) ernsthaft zuzumuten. „Crete - Living with the gods“ – Der Slogan des Maklers klingt in mir nach, während die Sonne langsam über dem Kretischen Meer verschwindet und unsere Abreise immer näher rückt. Und die Idee, ihn vielleicht doch eines Tages ernsthaft um Vermittlung zu bitten, erscheint plötzlich gar nicht mehr so abwegig.

 

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