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Tempel unter weitem Himmel

Allerheiligen naht. Zum Gelingen dieses Festtages trägt alljährlich die „Vaeanu“ bei. Als ich mich für die Überfahrt nach Raiatea einschiffe, ist die Besatzung des Frachters emsig damit beschäftigt, Tonnen weißen Sandes zu verladen. Bestimmungsort ist Tahiti. Weißer Sand, mit dem die Polynesier die Gräber ihrer Verstorbenen verzieren, ist dort Mangelware und muss übers Meer herbeigeschafft werden. Auch nach der vor über 200 Jahren begonnenen und durchdringenden Missionierung durch englische Protestanten und französische Katholiken ist die Ahnenverehrung auf den Inseln ungebrochen.

Französisch-Polynesien Campingplatz

Von geheimnisvollen vorchristlichen Zeiten kündet vor allem die weitläufige Anlage von Taputapuatea, dem ehrwürdigen Tempelkomplex im Süden von Raiatea. Die nach Tahiti größte Insel des Archipels gilt als das alte Hawaiki. Legendärer Ausgangsort für die weiten Besiedlungsfahrten innerhalb des polynesischen Dreiecks, das von Hawaii über Neuseeland bis zur Osterinsel reicht.

Französisch-Polynesien Abschied am Strand

Die Götter, christliche wie polynesische, sind Raiatea und seinen Bewohnern weiterhin gnädig gestimmt. Üppig grün, dicht bewachsen ist die Insel rundherum, bis hinauf auf die Gipfel längst erloschener Krater, bis in die tief eingeschnittenen Täler. In einem von ihnen, Faa roa, schlängelt sich sogar der mit zwei Kilometern längste navigierbare Fluss Polynesiens. Niemals versiegen Wasserfälle und Quellen. Ein flacher Inselrand erlaubt intensive Landwirtschaft. Mangos, Pampelmusen, Avocados und Orangen pflanzt man in Plantagendimension an.

Französisch-Polynesien Vanille

Ideale Bedingungen findet auch das edelste aller Gewürze - Vanilla tahitiensis (Foto oben), die in großen und kleinen Pflanzungen gezüchtet wird. Und in jedem Vorgarten wachsen die Noni-Bäume, denn die Heilkraft des seit langer Zeit geschätzten Saftes ihrer Früchte ist nun weltweit in aller Munde. In der geschützten Lagune, die Raiatea und die Schwesterinsel Taha’a umschließt, stehen Dutzende von Häuschen auf Stelzen, die Werkstätten der Perlfarmer. Das Geschäft mit schwarzen Zuchtperlen trage, so sagt man, am meisten zu den Deviseneinnahmen der Inseln bei.

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