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Die Erstgeborene

Französisch-Polynesien OtemanuEin paar Stunden noch müssen die verbliebenen Passagiere auf der „Vaeanu“ aushalten. Der Kapitän steuert den Frachter zunächst durch das ruhige Wasser der Lagune von Raiatea, dann schaukelt er wieder in dem Königsblau des weiten Pazifiks. Fast ununterbrochen schaue ich nach vorne. Endlich! Bora Bora wächst als markante Kulisse aus dem gleißenden Meer. Steil ragen Pahia und Otemanu (Foto rechts), die beiden knapp 700 Meter hohen Gipfel steil über der Lagune empor. Ein Wolkenring liegt wie ein Heiligenschein um die bewachsenen Felsentürme. Schöner kann uns die viel besungene Insel nicht begrüßen.

Ein paar Stunden später, nachdem ich mein Zelt in der Nähe des Matira Beach aufgeschlagen habe, tauche ich richtig ein in die Südsee – in das kristallklare Wasser der türkisfarbenen Lagune. Als großes, von Motus, Atollinselchen und den Resten des acht Millionen Jahre alten Kraterrandes geformtes Vieleck umgibt sie die berühmteste Insel des Pazifiks. Bora Bora – die Polynesier, die kein „B“ kennen, sprechen es „Pora Pora“ aus und meinen damit „die Erstgeborene“. Oder ist sie der erste Fisch gewesen, den die Götterbrüder aus der Tiefe gezogen hatten?

Ich schnuppere verzaubert am „Paradies“ und schließe mich einer Inselumrundung in einem motorisierten Auslegerboot an. Inmitten knallbunter Fische schwimme ich, füttere die scheinbar nimmersatten Riffhaie und spiele mit Stachelrochen, den lautlosen Maskottchen der Lagune. Wer sich mit Tauchgerät tiefer wagt, kann sogar deren große Verwandte bestaunen – Mantarochen, die durch die Passagen im Korallenriff vom offenen Ozean her einschweben.

Französisch-Polynesien Lagune

Mit dem Fahrrad geht es am nächsten Tag auf der gerade mal 32 Kilometer langen Küstenstraße rund um den Vulkankern der Insel. Auf schmalem Uferstreifen zeigen hier und da schmucke Kirchen in winzigen Ortschaften an, wo die 5000 Einwohner von Bora Bora siedeln. Irgendwie leben sie alle direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr, der den Mythos vom Inselparadies auf Restaurants, Safari-Jeeps, auf T-Shirts und Mützen, auf Postkarten und Pareus, die bunten, wehenden Wickeltüchern geschrieben hat.

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