
Am
Ende der Welt blüht die
Fantasie
Wildumtost sind die Klippen im Westen der Bretagne
Text und Fotos: Judith Weibrecht
Dies ist das Ende! Das antike Welten-Ende der Kelten, von wo aus man der Sonne nicht weiter folgen konnte, das Ende des europäischen Fernwanderwegs E5, das westliche Ende Frankreichs und das westliche Ende der Bretagne: die Pointe du Raz im Département Finistère (bretonisch: Penn-ar-Bed), was, wie könnte es anders sein, Ende der Welt bedeutet.

Pointe du Raz
Vom Meer ständig umtost, ragt das urzeitliche Kap aus hartem, kahl gefegtem Granit weit in den Atlantik hinaus. Für die Kelten war diese zerklüftete Spitze der Halbinsel Sizun ein Ort der Sagen und Legenden. Heute kann man den grandiosen Blick auf die Île de Sein, Insel der Feen und der Toten, und auf den vorgelagerten Leuchtturm La Vielle mittels Münzfernrohren vom Plateau hinter dem Parkplatz aus genießen. Geübte Kletterer, die einigermaßen schwindelfrei sind, wagen sich entlang eines Felspfades, der ab und zu mit Seilen gesichert ist, ans endgültige Ende des rauen Kliffs.

Hotel
de L'Iroise an der Pointe du Raz
Die Klippen der wilden Steilküste ragen hier bis zu 72 Meter empor. Unaufhaltsam peitscht der Wind darüber hinweg, und der Ozean rennt dagegen an. Wem ein Kap nicht genug ist, der kann von hier aus eine Wanderung entlang der Baie des Trespassés zur Pointe du Van machen. Der Spaziergang am tosenden Meer entlang, begleitet von den Schreien der Möwen, dauert etwa fünf Stunden.