
Brigitte Bardot blieb treu
Maler, Schauspielerinnen und
Playboys
prägten den Mythos von Saint-Tropez
Text und Fotos: Volker Mehnert
Extravagant, frivol und ausschweifend - nach dem Zweiten Weltkrieg war Saint-Tropez schon bald der Inbegriff freizügiger Ferienträume. Doch für die Deutschen erschien ein solcher Ort als Urlaubsziel gänzlich undenkbar. Ein luxuriöses Seebad für Reiche mochte noch akzeptabel sein, doch ein Tummelplatz für Playboys und deren Gespielinnen galt im Deutschland des Wirtschaftswunders als etwas Unsägliches.

Hafen von Saint-Tropez
Also verblieb Saint-Tropez damals auf den Skandalseiten der Boulevardpresse, gleichzeitig jedoch an der Peripherie der deutschen Urlauberströme, die nach und nach die Küsten des Mittelmeers eroberten. Aber ein heimlicher Reiz ging wohl doch vom Namen Saint-Tropez aus, der in den Zeiten des Massentourismus schließlich auch die Deutschen in das Hafenstädtchen an der Côte d´Azur lockte. Zusammen mit französischen Urlaubern belagern, stürmen und überrennen sie seither jeden Sommer den Hafen und die engen Gassen der Stadt. "Gegen Saint-Tropez im August ist der Bazar von Bagdad eine graue Maus", klagte ein prominenter Weltenbummler schon, als die Touristenwelle erst ins Rollen kam.