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Roussillon
Welchen Wein trank Picasso?

Kunst und Wein im südfranzösischen Roussillon

Text und Fotos: Volker Mehnert

Frankreich Roussillon VingrauWie ein magisches Zentrum der Welt erscheint dieser riesige, fast kreisrunde Kessel aus Felsen und Klippen. Talboden und Hänge des Cirque de Vingrau sind fast vollständig mit Reben bepflanzt. Die harten Felsabbrüche dieses natürlichen Amphitheaters stehen in schroffem Kontrast zur sanften Kulturlandschaft, die der Mensch hier hineingebettet hat. Zusammen formen sie eine der schönsten Weinbaulandschaften in Europa.

Der Cirque de Vingrau ist das Epizentrum des Weinbaus im Roussillon, doch auch anderswo am Fuße der Pyrenäen vereinen sich Felsen und Reben, Stein und Wein zu einem eindrucksvollen Miteinander. Weinberge sind hier tatsächlich Berge, und die Reben wachsen auf Höhen von bis zu vierhundert Metern über dem Meeresspiegel. Der Rotwein, der in dieser rauen Bergwildnis wächst, kann und will seine Herkunft nicht verleugnen. Der Boden verleiht ihm seine mineralisch erdigen Geschmacksnoten, und der Winzer kann ihm durch die Auswahl der Rebsorten seinen individuellen Stil aufdrücken.

Wunderland des Weinbaus

Das Roussillon ist ein potentielles Wunderland des Weinbaus, das lange im Traditionellen verhaftet war und dessen Möglichkeiten erst langsam zum Vorschein kommen. Noch vor zwanzig Jahren war die Region hauptsächlich bekannt für ihre dünnen, charakterlosen Massenweine, die für billige Verschnitte verwendet und von den Einheimischen gleich literweise konsumiert wurden. Inzwischen hat man gemerkt, dass die Höhenlagen zwischen Meeresspiegel und vierhundert Metern, dass maritime und kontinentale Einflüsse, Bodenbeschaffenheit und die vielen weißen und roten Rebsorten hervorragende Qualitäten und schier unendliche Varianten der Weinbereitung erlauben.



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