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Rund hundert Kilometer Länge umfasst dieses wilde Geflecht aus Gräben, Wasserläufen und Rinnen. Überall lässt sich halt machen. Ob an Picknick-Arealen oder in schmucken Dörfern wie Arçais, Damvix oder Coulon, dem Zentrum des Marais. Malerisch säumen die typisch niedrigen Häuser, weiß gekalkt und mit bunten Fenster-läden, den Kai, wo sich, wie überall in der Region, Kanus oder Boote leihen lassen.

Frankreich Poitou Sumpflandschaft

Die Geheimnisse des Marais

„Nehmt euch einen Guide", hatte Jean-Pierre vom historischen Museum Maison du Marais Mouillé empfohlen. „Nur so werdet ihr den Geheimnissen des Marais auf die Spur kommen." Er sollte Recht behalten. Jacques kennt die Moorlandschaft wie seine Westen-tasche, gehörte er doch zu den ersten Guides, die vor dreißig Jahren durch das heutige Naturschutzgebiet führten. „Ich bin hier im Wasser praktisch aufgewachsen", lächelt der braungebrannte Gondoliere, bevor er die lange Geschichte des Marais erzählt.

Einst eine Meeresbucht mit verstreuten Kalksteininseln, siedelten sich im frühen Mittelalter Klöster und Ortschaften an. Noch heute erinnert die Ruine der Benediktinerabtei in Maillezais an diese Zeit. Als das Meer langsam zurückwich, begannen die Mönche mit der Trockenlegung des Sumpfgebietes. Heinrich IV. legte schließlich im sechzehnten Jahrhundert die Basis für die zwei Gesichter des Marais.



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