Das gerade mal 300 Seelen zählende Küstendorf Galeria ist schon bestens auf die Saison vorbereitet. In der kreisrunden Bucht ankern Segel- und Fischerboote nebeneinander. Taucher erzählen begeistert von der einmaligen Unterwasserwelt. Dieser Teil von Korsikas Westküste gehört zum Naturreservat Scandola und schließt die Flora und Fauna unter der Wasseroberfläche mit ein. Trotzdem, so erfahren wir später in der Gite d‘ Etape, hat sich der Bestand an Fischadlern in den letzten Jahren auf wenige Paare reduziert. Vielleicht, weil mehrmals täglich große Ausflugsboote die faszinierende Küste ansteuern.
Ein Höhepunkt: Die Bucht von Girolata
Ab Girolata durchwandern wir die verschiedenen Vegetationszonen, genießen den intensiven Duft der Macchia, dazu den Blick zurück über den Golf von Galeria, die Bergkette mit ihren weißen Spitzen in der Ferne. Bei einer Rast schwirren bunte Schmetterlinge an uns vorbei - schwarz mit gelben Streifen, das muss der korsische Schwalbenschwanz gewesen sein, eine endemische Art, dessen charakteristischer Schwalbenschwanz deutlich kürzer ist als bei seinem Festlandsverwandten.
Vor uns liegt nun die Bucht von Girolata - ein Traum und nicht ohne Grund Teil des Regionalparc de la Corse. Nur vom Meer oder zu Fuß ist dieses Kleinod zu erreichen; die Autostraße führt im weiten Bogen oben vorbei. Ein Dutzend Häuser, zwei Segelboote und ein Genuesenturm.

Blick in die
Bucht Girolata, die nur per Boot
oder zu Fuß zu erreichen ist
Unsere Unterkunft ist heute eine schlichte Holzhütte. In einem der Restaurants, die schon aus dem Winterschlaf erwacht sind, lassen wir Fisch auffahren. Der Patron malt uns in den schillerndsten Farben aus, wie es hier im Juli und August zugeht, wenn mehrere Ausflugsboote aus Calvi und Porto in der Bucht anlanden, die Urlauber den schmalen Kiesstrand belagern und die Restaurants stürmen. „Auf der gesamten Tour gibt es keinen vergleichbaren Platz für einen Sonnenuntergang wie in der Bucht von Girolata“, fügt er hinzu. Tiefrot lässt die Sonne den Golf von Porto mit seinen 1000 m aufragenden Felswänden, der zu Fuß noch zwei Tagesmärsche entfernt ist, erscheinen.