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Korsika
Durch duftende Macchia mit Meerblick
ins verschneite Hochgebirge

Text und Fotos: Dirk Schröder

In Calvi genießen wir in unserer Hängematte erst einmal die Sonne, das Meer und den guten Rotwein - schließlich sind wir am schönsten Sandstrand der Insel Korsika gelandet. Aus unserer Perspektive wirkt die ehemalige Genuesenfestung neben dem mondänen Jachthafen, den bunten Surfsegeln und dem strahlend weißen Fährschiff der SNCF wie ein Postkartenmotiv. Hinter uns pfeift in regelmäßigen Abständen der "feurige Elias" - Korsikas Nostalgie-Eisenbahn, die zwischen Calvi und I’Ile Rousse pendelt.

Frankreich / Korsika / Fähre
Von Italien aus erreicht man Korsika beispielsweise
mit den großen Autofähren der Mobilines

Die Altstadt von Calvi gleicht einem riesigen Open-Air-Restaurant, in dem wir uns von der guten französischen Küche erst einmal verwöhnen lassen. Schon beim Blick auf die Speisekarten läuft uns das Wasser im Munde zusammen - Fisch, Hummer, Krebse... „Als Vorspeise bloß keine Spaghetti“ warnt meine Begleiterin, „die kriegen wir bei unserer Wanderung noch oft genug auf den Teller“.

Der Wanderweg Tra Mare et Monti entlang der grandiosen Westküste Korsikas wurde teilweise auf alten Maultierpfaden aus den Zeiten der Transhumance, des Herdenwanderns, angelegt. Die Höhenmeter, die auf manchen Etappen zurückgelegt werden, können stellenweise mit dem berühmten hochalpinen Wanderweg GR 20 auf Korsika konkurrieren, doch erfordert die Route keine hochalpinen Erfahrungen und kann auch mit der ganzen Familie realisiert werden.

Frankreich / Korsika / Panorama
Auf dem Tra Mare et Monti kommt man immer
wieder durch kleine Ortschaften und die Ausblicke
zwischen Meer und Gebirge sind großartig

Im Mai ist es in der Küstenregion schon angenehm warm und die Macchia (großflächige Vegetationsformen aus verschiedenen Sträuchern) steht in voller Blüte, während wir auf dem GR 20 noch mit Schnee rechnen müssen.

Frankreich / Korsika / Vegetation
Die Blütenpracht ist im Frühjahr unübertrefflich. Dann kann man verstehen, weshalb Napoleon seine Heimat bei der Ankunft per Schiff schon am Duft erkennen konnte.

Kocher und Zelt bleiben zuhause, da die Etappen immer in den Gites d'Etape, den Unterkünften für Radfahrer und Wanderer, mit Kochgelegenheit und Dusche enden und die Berghütten, die Refuges, im Gebirge ähnlich ausgestattet sind. Auch die Verpflegungsreserven brauchen höchstens für einen Tag zu reichen, so bleibt unser Gepäck unter 15 Kilo.



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