
Mir dem Wohnmobil in die Frühgeschichte
Familienurlaub an der Dordogne
Text und Fotos: Dirk Schröder
Die
Eltern haben Spaß am Kanu fahren, die Kinder
begeistern sich fürs Baden. Mama und Papa bewundern die Fassade
eines Klosters, der Nachwuchs steht eher auf den Puppen im Automatenmuseum.
Gemeinsam staunen sie über die Höhlen mit den prähistorischen
Felszeichnungen. Zufrieden sind sie alle mit dieser Urlaubsfahrt
entlang des Flüsschens Dordogne.
Die Dordogne entspringt in der Auvergne nahe der Stadt Monte Dore und mündet nach knapp fünfhundert Kilometern kurz vor dem Atlantik in die Garonne. Wir folgen dem Flusslauf, so weit es die Straßen ermöglichen, beobachten immer wieder Kanufahrer, die sich in den Wellen des Wildwasserflusses behaupten. Ohne Erfahrung hätten wir dort keine Chance, unsere Stunde kommt erst am Unterlauf, wo sich die Dordogne ausgetobt hat und ein breites familienfreundliches Gewässer geworden ist.
Willkommene Abkühlung in der Strömung
Hier nutzen wir die vielen Angebote und mieten uns bei Meyonne auf dem Campingplatz zwei Kanadier. Der Rücktransport durch den Veranstalter ist im Preis inbegriffen. Die anfängliche Begeisterung der Kinder, das Kanu zu paddeln, lässt nach einigen Kontakten mit dem Gestrüpp am Ufer schnell nach, denn das Steuern eines Kanadiers bedarf doch einiger Übung. Dafür können wir sie kaum bremsen vom Boot aus immer wieder ins Wasser zu springen und sich von der Strömung treiben zu lassen.

Das nahe gelegene Soullac am Zusammenfluss von Borrèze und Dordogne hat uns vom Ortsbild nicht überzeugt. Anders dagegen die romanische Abtei, die im zehnten Jahrhundert von Benediktinern gegründet wurde. Was uns an den Reliefszenen des Portals so begeistert, das konnten die Kinder überhaupt nicht nachvollziehen. Erst als wir die Geschichte von der Opferung Isaaks, die hier dargestellt wurde, erzählten, stieg ihr Interesse kurzfristig. Viel spannender fanden sie das so genannte Automatenmuseum am Place de l’Abbaye. Eine riesige Sammlung von Spielautomaten aus dem neunzehnten Jahrhundert. Unglaublich, was sich die Menschen damals schon alles ausgedacht hatten. Fasziniert waren die Kinder vor allem von den Puppen, die durch ihre zackigen Bewegungen geradezu lebendig wurden.
