
Niemand zählt die Kalorien
Kulinarische Erkundungen in den
mittelalterlichen
Städten des Armagnac
Text und Fotos: Volker Mehnert
Armagnac? - Das ist hier zu Lande ein Synonym für edlen französischen Weinbrand. Doch der stille Landstrich hat weitaus mehr zu bieten als Weinberge und Destillen. Unser Autor fand mittelalterliche Dörfer mit bezaubernden Plätzen, wo man üppig speisen und - natürlich - in aller Ruhe einen reifen, aromatischen Armagnac genießen kann.

Mittelalterliche Arkaden in Labastide d´Armagnac
Nirgends lässt sich ein Gläschen Armagnac besser genießen als auf der Place Royale in dem winzigen Dörfchen Labastide d´Armagnac. Dort sind offenbar Jahrhunderte vorübergegangen, ohne dass sich an den mittelalterlichen Fassaden etwas verändert hätte. Aus dem dreizehnten Jahrhundert stammen die Fachwerkgemäuer der Wohnhäuser und die massiven Holzbalken, mit denen die wohlproportionierten Arkadengänge gestützt werden, die den Platz von drei Seiten her einrahmen. Dieses architektonische Ensemble war früher Zentrum einer so genannten Bastide, einem jener typischen Wehrdörfer, die Franzosen und Engländer während des hundertjährigen Krieges in der Region Armagnac gründeten. Die Bastiden waren für damalige Zeiten moderne Siedlungen, die nach einem vorgefertigten Plan entstanden und sich durch ihr schachbrettartiges Grundmuster definieren, zu dessen Mitte hin die wichtigsten Straßen in einem Platz münden.