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Über vereiste Sümpfe und gefrorene Flüsse

Finnland / WinterlandschaftDie Loipe verläuft mitten durch die einsamen Weiten des Berg Ylläs, einer 718 Meter hohen Kuppe unter meterdickem Schnee. Fast tausend Kilometer von Helsinki, 170 Kilometer nördlich vom Polarkreis, erstreckt sich hier zwischen den Dörfern Äkaslompolo im Norden und Yllasjärvi im Süden Finnlands größtes Langlaufgebiet. Dreihundert Kilometer maschinell gespurte Loipen überziehen den größten der sieben Fjällberge und seine vier Seen. Sie verlaufen über offene Hochebenen, gefrorene Sümpfe, mäandernde Flüsse, durch dichte Fichtenwälder. Langlauf ist individuell. Jeder läuft im eigenem Tempo, je nach Laune und Leistungsfähigkeit. Die Loipen sind so angelegt, dass sie zu Rundwegen unterschiedlichster Länge kombiniert werden können. Ein Loipennetz von mehr als tausend Kilometer entsteht durch die Anbindung an andere Wintersportzentren im Fjällgebiet wie Muonio, Levi und Hetta.

Finnland / HotelSeit 1920 wird am Ylläs-Berg Ski gelaufen, trainieren hier Schweizer Langlauf-Teams neben finnischen Olympiateilnehmern. Auch Toivo Qvist gehörte zum A-Kader, galt als große Hoffnung – bis ein Unfall beim Krafttraining den Rücken schädigte und alle Medaillenhoffnungen zerstörte. Das war vor zwanzig Jahren. Heute führt er gemeinsam mit seiner Frau Meeri das älteste Hotel vor Ort. Das Ylläs Humina, 1945 gegründet, hat nichts von seinem ursprünglichen, rustikalen Charme verloren. Mehrere Blockhütten mit 24 Doppelzimmern, Sauna und Trockenschrank für die Skibekleidung gruppieren sich um das Haupthaus mit Pub und Kamin-Restaurant.

Während das Küchenteam Rentierfilets mit Multebeeren beizt, kreisrunde Kuchen aus Kartoffeln und Karotten kreiert, dringt aus einem Hinterraum der strenge Geruch von heißem Wachs. Den Paraffinriegel in der einen, das Bügeleisen in der anderen Hand, präpariert Toivo gemeinsam mit den Gästen die Ski für die Tour am nächsten Tag. Meine schmalen Bretter erhalten „grip wax“ – haftenden Wachs als Hilfe beim Aufstieg. Ohne Schuppen und scharfe Kanten böten die Ski sonst kaum einen Halt.

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