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Finnland - Hochzeitsnacht im Iglu
Hochzeitsnacht im Iglu

Text: Bert Beasgen
Fotos: Dirk Schröder

Ein Hotel auf Zeit stellt das Kakslauttanen Hotel im Norden Finnlands dar. Mit dem Beginn des Baus der 20 Iglus kann nämlich immer erst begonnen werden, wenn das Thermometer unter 25° sinkt. Und wenn im Mai Tauwetter einsetzt, ist die Eispracht wieder dahin. Wie alljährlich. Doch während der Saison ist die Romantik dieser ausgefallenen Unterkunft auch Anziehungspunkt für Heiratswillige - für Ja-Sager, die sich ihren schönsten Tag ganz anders gestalten wollen, als herkömmlich bekannt.
Bert Beasgen hat sich umgeschaut - geheiratet allerdings nicht. Doch das lag nicht am Ambiente.

Die knackig trockene Kälte versucht an jeden Quadratzentimeter zu dünn bedeckter Haut zu dringen. Die Sonne, die jetzt Ende Februar die Polarnacht längst vertrieben hat, beschreibt bis zum frühen Nachmittag eine flache Bahn und taucht alles in ein seidenweiches, klares Licht, das riesige Schatten wirft. Geradezu warm erscheint dagegen die Eiskathedrale. Hinter einer stilvoll mit Seehundfell verkleideten Holztür eröffnet sich uns ein gewaltiger Saal von gut fünf Metern Höhe. Kunstvolle Eisskulpturen werden von einer indirekten Beleuchtung angestrahlt.

In der seitlichen Nische steht eine überdimensionale Sektflasche - natürlich ebenfalls aus Eis geformt und an der Bar, die aus fast durchsichtigen Eisblöcken erbaut wurde, bekommen wir heißen Tee mit finnischem Wodka gereicht.

"Buchstäblich in letzter Minute konnten wir kurz vor dem neuen Jahrtausend die Eiskathedrale eröffnen" erklärt uns sichtlich stolz Jusso Eiramo, der 1974 hier im Norden Finnlands mit acht winzigen Hütten den ersten Hotelbetrieb eröffnete. "Wenn das Thermometer zum ersten Mal die Marke von -25 Grad Celsius unterschritten hat, dann fangen wir mit dem Bau der Kathedrale und der Iglus an. Trotzdem dauert es Wochen, bis die Arbeiten vollendet sind. Dieses Jahr kam der Winter relativ spät, so dass wir befürchten mussten zur historischen Jahreswende nicht fertig zu sein", fügte er fast schon entschuldigend hinzu. Während wir zusammen mit einer Gruppe Japaner, Deutscher und Schweizer den Tee mit Schuss genießen, zählt ein junges Pärchen die Stunden, bis sie sich in der Eiskathedrale, 250 Kilometer nördlich des Polarkreises, das Ja-Wort geben wird. Eine von Paaren immer öfters genutzte Variante zu den klassischen Hochzeitsfeierlichkeiten mit den lieben Verwandten zu Hause.

Wenige Schritte entfernt stehen knapp 20 Iglus, die absolute alternative Übernachtung bieten. Bei konstanten drei Grad unter Null kann man nicht nur die den Schamanentrommeln entlehnten Ornamente auf der Tür und die filigranen Eisskulpturen bewundern, sondern es sich auch auf Rentierfellen und in wärmenden Daunenschlafsäcken so richtig gemütlich machen.

Das besonders luxuriös ausgestattete "Honeymoon-Iglu" ist ausschließlich den frisch vermählten vorbehalten. Ende Mai zerrinnt dann die weiße Pracht in der rund um die Uhr scheinenden Mitternachtssonne, bevor im nächsten Oktober alles wieder neu aufgebaut wird. "The same procedure as last year"!

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