
Fairways unter
dem Polarstern
Golf-Erlebnisse für Individualisten in Finnland
Text und Fotos: Volker Mehnert
Kämen
Sie auf die Idee, ausgerechnet hier einen Golfplatz zu errichten:
in einem Land, dessen südlichster Zipfel bereits weiter nördlich
liegt als Stockholm und Oslo? Wo im Winter die Sonne frühestens
um zehn Uhr aufgeht und um drei Uhr nachmittags schon wieder verschwunden
ist, wo die Wiesen Ende April noch mit Schnee bedeckt sind und der
Rasen sich erst im Juni vom Winterschlaf erholt? Zugegeben, keine
übermäßig günstigen Voraussetzungen für
den Golfsport - und doch haben die Finnen es geschafft, in ihrem
Land eine abwechslungsreiche Golflandschaft zu errichten. Fast 50.000
aktive Golfer spielen inzwischen auf 87 Anlagen, die sie im Wesentlichen
für sich allein haben, denn Finnland ist für einen nennenswerten
Golftourismus bisher noch nicht entdeckt.
Und gerade das hat dem Autor Volker Mehnert besonders viel Spaß
gemacht.
Die vier Jahreszeiten als Regulatoren
Für den finnischen Golf-Fan besitzen die vier Jahreszeiten allerdings eine ganz eigene Ausprägung: Im Frühling träumt er hauptsächlich vom Sommer, denn er muss zu lange auf die Freigabe der Plätze warten. Im Sommer spielt er Tag und Nacht, weil die Sonne nur für kurze Zeit oder gar nicht hinter dem Horizont verschwindet. Höhepunkte des Golferlebens sind zu dieser Zeit die Mittsommer-Wettbewerbe, wenn die Mitternachtssonne sogar die nächtliche Austragung vollständiger Turniere ermöglicht.

Im Herbst nutzt der finnische Golfspieler das verbleibende Licht noch für so viele Runden wie möglich, bevor er sich im Winter nach Lappland begibt - zum Eisgolfen unter dem klirrend frostigen Polarhimmel.
Seite 1 / 2 / 3 / 4 / zur Startseite