Endlich mit der Pulka auf Tour
Leise
Flüche beim Befestigen der Windschutzscheibe und des Sitzes dringen
an mein Ohr. Das Einlegen von Isomatte und Rentierfell auf den Pulkaboden
und mich dazu noch in den Schlafsack packen, treiben meinen Eltern
schon vor dem Skilaufen erste Schweißperlen auf die Stirn. Ich bleibe
cool, denn erstens bleibt mir eh´ nichts anderes übrig, zweitens bin
ich schon erfahrener Pulkapilot und drittens find ich es unterm Strich
auch ganz lustig zu sehen, wie sie sich anstrengen.
Auf einer alten Schneescooterspur gehts los: mein Vater als „Zugpferd“ auf Langlaufski vorne weg, die Mama gleitet mit ihren Ski zur Sicherheit hinterher. Meine Eltern sind bei unserer ersten Runde eben noch sehr besorgt. Man kann ja nie wissen...

Schnee
knirscht direkt unter meinen warm verpackten Pampers und die wenigen
Flocken, die von dem regelmäßigen Hin und Her der Ski hochgewirbelt
werden, prallen von der Windschutzscheibe ab, auf die ich ganz stolz
bin. Das Ruckeln erinnert mich an Kinderwagenzeiten und meine Eltern
spekulieren wohl darauf, daß ich einschlafe. Doch den Gefallen tue
ich ihnen nicht, dafür ist Pulkafahren viel zu spannend. Ich stimme
in die gelegentlichen Jubelschreie meiner Eltern mit ein. Es ist echt
obercool so die finnischen Seen zu überqueren. Schade nur, daß kein
Elch um die Ecke lugt.
Ihre
Begeisterung für die abendliche Sauna kann ich allerdings nicht so
teilen, ich finde sie viel zu heiß. Das anschließende Wälzen im Schnee
kann eigentlich auch nicht so spaßig sein, so wie ich meinen Vater
immer schreien höre. Aber Erwachsene sind halt manchmal komisch.
Mein Babybett in unserer finnischen Blockhütte ist okay, die obligatorische
Pippi Langstrumpf Geschichte genieße ich bis zum Schluß. Nachts träume
ich von skifahrenden Elchen, wild brausenden Pulkas und einem schweißgebadeten
Weihnachtsmann in der Sauna.
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