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Fahndung nach dem Elch ...

... in Estlands Nationalpark Lahemaa

Text und Fotos: Elke Sturmhoebel

Estland Lahemaa MoorEbenso wie Finnland rühmt sich auch Estland einer großen Elch-Population. Und dabei denken die Esten nicht an die so Genannten, die jedes Wochenende von Helsinki nach Tallinn übersetzen, um Wodka und Bier zu saufen. Gemeint ist vielmehr der nordische Hirsch der Gattung „Alces alces“, der nicht in Rudeln auftritt und in Wäldern Quartier bezieht.

„Sich selbst genügend, trollt der Elch einzelgängerisch durch den Wald, den er urig, sumpfig, wasserreich und als Mischwald liebt“, ist im Tierlexikon zu lesen. Etwa siebzig Kilometer östlich von Tallinn, im Lahemaa-Nationalpark, findet er optimale Bedingungen vor. Das „Land der Buchten“, wie Lahemaa übersetzt heißt, schmiegt sich an den Finnischen Meerbusen. 1971 wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt, weil sich auf kleinstem Raum mehrere für Nordestland typische Landschaften im Urzustand erhalten haben. Auf 680 Quadratkilometer gibt es dunkle Fichten- und lichte Kiefernwälder. Mit Wacholder bestandene Kalksteinplateaus. Strände, Flüsse und Bäche. Bis zu sieben Meter hohe Findlinge, die prima Deckung bieten. Hinzu kommen Ahorn, Linden, Eschen, Birken und viele Wildblumen entlang der wenig befahrenen Straßen. Und schöne sumpfige Moore. Also alles, was ein Elch begehrt.

Tiia Puusepp, Direktorin des Park-Hotels Palmse, stutzt und schaut etwas ungläubig ob der Frage. Natürlich habe sie schon mal einen Elch gesehen, sogar schon oft. Gut zu sprechen ist sie auf den „Pöder“ allerdings nicht, wie der Paarhufer auf estnisch heißt. Ihr Schwiegervater hätte sogar schon mal einen Zusammenstoß mit einem Leibhaftigen gehabt. Es gäbe viel zu viele im Nationalpark. „Sie richten jede Menge Schaden an, sie fressen die Jungtriebe der Fichten und die Schösslinge der Birken.“ Manchmal kämen sie sogar in den Gutspark, schaltet sich die junge Frau an der Rezeption in das Gespräch ein. Sie sagt das so, als wäre das eine Unverschämtheit.

Estland Lahemaa Herrenhaus Palmse
Das Landgut Palmse

Das Hotel ist in der ehemaligen Schnapsbrennerei des Gutes untergebracht und wurde 1995 eröffnet. Das Herrenhaus und die dazugehörigen Stallungen in dem weitläufigen Park sind sorgfältig restauriert worden. In der Remise befindet sich das Nationalpark-Büro, im Verwalterhaus die Dorfschule. Das Gut Palmse, von 1677 bis 1923 im Besitz des Adelsgeschlechtes Von der Pahlen, gehört zu den Vorzeigeobjekten Estlands. Im Sommer finden Folklore- und Musikfestivals statt. Und wenn die „Lahemaa Torupillipäevad“ in ihre Dudelsackpfeifen blasen, wird jeder Elch Reißaus nehmen und einen weiten Bogen um den Park machen.

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