
Durch britische Landschaft
und
britische Geschichte
Wandern im North York Moors Nationalpark
Text und Fotos: Karsten-Thilo Raab
Unaufhörlich bläst der Wind über das Land. Einen Moment lang verdunkeln schwarze Wolken den Himmel, Regentropfen prasseln nieder. Sekunden später reißt die dichte Wolkendecke ein wie Seidenpapier. Die Sonne taucht das Meer in gleißendes Licht, färbt das wild tosende Wasser in leuchtendes Grün. Ein Regenbogen schlägt seinen Halbkreis über die pittoreske Moorlandschaft. Haushohe Wellen werfen sich donnernd den steilen Klippen entgegen. An den Felsen zerstäuben sie zu winzigen Wassertröpfchen.

Hole of Horc am Cleveland Way durch den
North York Moors Nationalpark
Hier, in den North York Moors, der größten Heide- und Moorlandschaft Englands, ist es nichts Ungewöhnliches, alle vier Jahreszeiten binnen weniger Stunden zu erleben. Dabei zeichnen die Launen des Wetters mit wechselndem Lichteinfall ein bezauberndes Bild von der landschaftlichen Vielfalt in Yorkshire, das nicht nur von den Bewohnern gern als "God´s own country" bezeichnet wird. Im Westen durchziehen bewirtschaftete Täler, die so genannten Dales, die weitläufige Moorlandschaft, im Osten wechseln sich steile Klippen ab mit ruhigen Buchten und malerischen Sandstränden.
Einer der schönsten Wege in Britannien

Schöne Aussichten am Cleveland Way
Durchkreuzt
wird der 1.436 Quadratkilometer große
North York Moors Nationalpark von
einem der schönsten Wanderwege
der britischen Inseln: dem
1969 eingeweihten Cleveland Way. Auf
einer Länge von 173 Kilometern verbindet er hufeisenförmig
die Landschaft zwischen Helmsley, Whitby und den Seebädern
Scarborough und Filey. Auch ungeübte Wanderer können
den gut ausgeschilderten Cleveland Way bequem in neun bis zehn
Tagen bewältigen. Etwas Kondition sollte dennoch mitgebracht
werden, obwohl nirgendwo tollkühnes Klettern notwendig ist.
Gleichwohl gilt es hier und da einige steile Passagen zu bewältigen.
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