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Nordengland

Ungeahnte Vielfalt auf den
Spuren der Industriekultur

Text und Fotos: Karsten-Thilo Raab

Für viele ist der Norden Englands lediglich eine Durchgangsstation auf dem Weg nach Schottland. Grau und trist, von rauchenden Fabrikschornsteinen dominierte Landschaften sind Attribute, die häufig fälschlicherweise mit der Region zwischen York und Newcastle, zwischen Chester und Carlisle verbunden werden. Tatsächlich jedoch besticht der englische Norden durch eine ungeahnte landschaftliche Vielfalt: malerische Castle, hohe Klippen und Dünen zieren weite Teile der Ostküste, grüne Hügel und Täler, Seen und einsame Moore das Hinterland.Dennoch kann und will der Norden Englands seine industrielle Vergangenheit nicht verleugnen. Einst Schrittmacher der weltweiten Industrialisierung lassen traditionelle Industriemetropolen heute die Vergangenheit wieder lebendig werden.

Nordengland - Angel of the North 1
Der "Angel of the North". Er befindet sich in der Nähe von Gateshead, unweit der Kreuzung der A 1 (Hauptstraße von England nach Schottland, parallel zum Motorway M1. Ist von der M1 zu sehen) und A 167. Die Skulptur, 1998 von Anthony Gormley geschaffen, ist 20 Meter hoch und hat eine Flügelspannweite von 54 Metern. Gefertigt wurden die Teile aus rund 200 Tonnen Stahl von der Hartlepool Steel Fabrications Ltd in Teeside. Die Fertigstellung dauerte fünf Monate. Jährlich zieht die Skulptur mehr als 150.000 Besucher in ihren Bann.

Museen und Ausstellungen, original wieder aufgebaute Dörfer mit Fabriken, Werften und alten Mienen vermittelt allerorten einen Einblick in das Leben im vergangenen Jahrhundert und veranschaulichen die mitunter krassen Gegensätze zur heutigen Wohlstandsgesellschaft. 

Nordengland / Manchester - Mueum für Wissenschaft und Industrie 1
Das Museum für Wissenschaft und Industrie
in Manchester

So in Beamish, dem gleichnamigen Freilichtmuseum zwischen der großartigen Universitätsstadt Durham und Newcastle, das 1986 als britisches und 1987 als europäisches Museum des Jahres ausgezeichnet wurde. Auf dem riesigen Gelände einer stillgelegten Zeche fühlt man sich beim Gang durch die hervorragend erhaltene Bergarbeitersiedlung und einer Führung durch Mienenschächte automatisch in das Leben nebst den Arbeitsbedingungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert zurückversetzt. Liebevoll restaurierte Straßenbahnen und schnaufende Oldtimer rollen über das Kopfsteinpflaster in ein originalgetreu nachgebautes Dorf aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Museumsmitarbeiter in zeitgemäßen Kostümen zeigen Handwerkskünste aus jenen Tagen,  während Arztpraxen, Läden und ein Schule den ebenso interessanten wie kurzweiligen Ausflug in die Vergangenheit abrunden. Ein historischer Jahrmarkt und das 1820 errichtete Herrenhaus Pockerley Manor  lassen den Besuch in Beamish zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Das Freilichtmuseum ist ganzjährig ab 10 Uhr geöffnet, von November bis März allerdings montags und freitags geschlossen.

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