Überhaupt die Kunst. Worauf setzt man, wenn man eine Industriestadt neu beleben will? Nicht jede Stadt kann sich in der IT-Industrie an die Spitze spielen oder zum Dienstleistungszentrum werden. Also setzt man in Newcastle auch auf die Kunst im öffentlichen Raum, die Besucher aus der Region und aus ganz Europa anziehen soll. Die aber auch ein neues Selbstbewusstsein, ein neues Lebensgefühl in der ehemaligen Arbeiterstadt verankern soll.
Überall sichtbar ist jetzt schon das Projekt „Art on the Riverside“, das derzeit fast 70 Werke in Newcastle, North und South Tyneside sowie Sunderland umfasst. Die meisten sind durch Spazierwege entlang der Flussufer miteinander verbunden und durch öffentliche Verkehrsmittel gut zu erreichen. Dies soll Kunst für die Menschen der Region sein, die sich nicht in Museen und Galerien versteckt.

Confluence von J.Robert, S.Woodhouse
Die Vielfalt ist beträchtlich, es gibt große Stahl- oder Eisenskulpturen wie den „Angel of the North“ von Antony Gormley in Gateshead oder „Tyne Anew“ von Mark di Suvero, die einlaufende Schiffe an der Mündung des River Tyne in North Tyneside willkommen heißt, oder „Blacksmith’s Needle“ von Alan Dawson und der British Artist Blacksmith’s Association vor moderner Architektur am Tyneufer in Newcastle.

The Angel of the North von Antony Gormley
Sehr interessant sind auch die Figuren im „Conversation Piece“ von Juan Muñoz, die die Besucher an einem schönen Strandabschnitt in South Tyneside begrüßen. Andere Stücke sind kleiner und unauffälliger, Dekorationen an Bauwerken, Bleiverglasungen in Türen, kleinere Skulpturen in öffentlichen Gebäuden, in den typischen nördlichen Sandstein gehauene Reliefs.

Figuren im „Conversation
Piece“ von Juan Muñoz
Dieses Projekt, das vor vier bis fünf Jahren in wesentlich kleinerem Umfang begann, unterstützt dabei nicht nur international bekannte oder arrivierte britische Künstler mit beträchtlichen Beträgen aus den Lotterietöpfen, sondern legt großen Wert auf die Beteiligung lokaler Künstler und von Projekten, die dem Umweltschutz, der Stadtentwicklung und der sozialen Entwicklung bestimmter Nachbarschaften dienen. Der Berater der Kommission für Kunst im Norden, Matthew Jarratt, betont: „Insgesamt hat die Hinwendung zur bildenden Kunst als ein Kernelement der städtischen Regeneration der Region Tyne and Wear einzigartige und in jeder Hinsicht anregende Flussufer gebracht und sie damit zum kulturellen Herzstück des Nordostens gemacht.“
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