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England / Newcastle / KunstDoch seit den 1990-er Jahren ist auch in Newcastle und Umgebung Aufbruchstimmung angesagt. Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, auch in London, dass man nicht einfach große Teile des Landes abschreiben und sich entvölkern lassen kann. Mit dem Übergang in das neue Jahrtausend sollte auch eine neue Ära für die ehemaligen Schwerindustriezentren anbrechen. Lotteriemittel förderten zahlreiche Großprojekte, die viele kleine nach sich zogen. Auch Newcastle setzte zum einen darauf, Altes zu bewahren oder wieder herzurichten, zum anderen Neues zu schaffen, und zwar in einem Sprung in eine ganz radikale Moderne (Foto rechts: Swirl Pavilion von Raf Fulcher).

So ist die Stadt in den historischen Ecken wieder schön, fast pittoresk geworden. Der Grainger Town Market wurde restauriert und die edwardianische Central Arcade, Saltwell Park zeigt sich in viktorianischer, Grey Street in klassizistischer Pracht. Museen sind nicht mehr viktorianische Sammelsurien, sondern stellen das Leben der Stadt, der Technik, der Kunst für die heutige Zeit dar.

England / Newcastle /  Grainger Town
Grainger Town klassizistische Fassade

Newcastle sah sich immer schon als Stadt der Innovation. Das ist auch heute wieder der Fall. Die Innenstadt wurde saniert, einschließlich der riesigen Einkaufszentren, nach Aussagen der Stadtverwaltung die besten und ausgedehntesten Einkaufsmöglichkeiten außerhalb Londons. Dann wandte man sich Quayside zu, den beiden Ufern des Tyne, die weit gehend verfallen waren, nachdem sich die Hafenaktivitäten weiter an die Mündung des Flusses verlagert hatten. Aus Kontoren werden Kneipen, aus Reedereien Restaurants und aus Speichern Kunsthallen.

Das spektakulärste Beispiel dafür ist BALTIC, das Zentrum für moderne Kunst, das am 13. Juli 2002 eröffnet wurde. Durchaus vergleichbar mit der Tate Modern in London wurde hier ein Getreidespeicher aus den 1950-er Jahren am Südufer des Tyne von dem Architekten Dominic Williams zu einer „Kunstfabrik“ umgebaut, die neben Malerei und bildender Kunst auch Performances und Videokunst Raum bieten wird. Beinahe täglich kann man Künstlern bei der Arbeit in den Studios und auf der Ausstellungsfläche über die Schulter schauen. Und nicht zuletzt hat man vom Restaurant und dem Aussichtsraum auf dem Dach einen herrlichen Blick über die urbane Flusslandschaft.

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