Das Londoner Zentrum mit seinen Staus und dem Gedränge in der U-Bahn ist Welten entfernt. Little Venice, Klein Venedig, nennt sich die Stelle, wo der Kanal so breit wird, dass mehrere der bunten Hausboote, meist umgebaute alte Frachtkähne, nebeneinander in der Sonne dümpeln können.

Hausboote auf dem Regents Canal in Little Venice
Am Ufer haben Wirte ihre Stühle nach draußen gestellt und servieren im Schatten der Bäume Kaffee und kleine Speisen. Hier beginnt die Radreise entlang dem Kanal zum Camden Lock, der schwarz-weiß gestrichenen eisernen Schleuse, durch die heute vor allem Haus- und kleine Motorboote fahren.
Auf ungewohnten Pfaden
In den Galerien der alten Fabrikgebäude am Camden Lock haben moderne Cafés und Läden eröffnet, die Souvenirs, Kifferutensilien und Kunsthandwerk aus Asien und der Karibik verkaufen. Eine junge Frau massiert Passanten mit einem festen metallenen Netz die Kopfhaut. Eine andere bietet auf einer mobilen Liege Fußmassagen an. Die Leckereien der pakistanischen, indischen, chinesischen und nepalesischen Garküchen duften nach Curry, Kardamom und anderen exotischen Gewürzen. Auf der braunroten Backsteinbrücke, die den Markt mit der an Klamotten- und Designerläden reichen Camden Street verbindet, hält ein Punker ein Werbeplakat für Doc Martens-Schuhe hoch.

Camden Lock Market
Seltener verirren sich Touristen auf die Brick Lane tief im Londoner Einwandererviertel East End. Auf dem Straßenmarkt verkaufen Araber, Afrikaner, Immigranten aus der Karibik und aus Südasien Leckereien aus ihrer Heimat, Möbel, gebrauchten Hausrat, T-Shirts, Fußballfahnen und den neuesten Plastikramsch. Neben englischen Pubs finden sich moderne Designercafés, ein Biergarten vor einer zum Konzertsaal umgebauten Fabrik und eine marokkanische Teestube. Auf Kissen an den niedrigen Tischen trinken vor allem Männer in weißen Gewändern ihren Pfefferminztee.
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