„Very British“
Nach der Begegnung mit den Berber-Affen besuchen wir St. Michael`s Cave, die grösste Höhle im Felsen von Gibraltar. Hier gibt es nicht nur schöne Stalagmiten und Stalaktiten zu sehen, sondern die Höhle bietet auch Schutz vor der Sonne, die heute geradezu unbarmherzig auf uns nieder brennt. Ebenfalls Schutz vor der Sonne bieten die „Upper Galleries“, die Festungstunnel, die an die kriegerische Vergangenheit Gibraltars erinnern. Überhaupt: An die militärische Vergangenheit des kleinen Staates wird am auf Gibraltar auf Schritt und Tritt erinnert: Sei es in Form alter Kanonen, den Überresten alter Kastelle wie dem im achten Jahrhundert erbauten Moorish Castle, oder Befestigungsanlagen. Wir geloben, einmal etwas tiefer in die wechselvolle Geschichte Gibraltars „einzusteigen“, ehe wir uns in die „North-Town“, die Altstadt, begeben.

Britisch sind die Post und ...
Hier tobt das Geschäftsleben, hier wohnen und arbeiten die meisten der 30.000 Einwohner Gibraltars. Hier gibt es nichts, was nicht very British wäre: Englische Briefkästen, englische Busse, selbst der Straßenmusikant an der Ecke wirkt neben dem Bobby „British“. Vom Kasemattenplatz führt die „Main Street“ an Post und Börse vorbei zur Roman Catholic Cathedral, einer ehemaligen Moschee, die 1502 gotisch erneuert wurde. Wer Zeit hat, sollte unbedingt dem Gibraltar Museum in der Bomb House Lane einen Besuch abstatten, wo u.a. ein ca. 30 Quadratmeter großes Modell der Felsenhalbinsel zu bestaunen ist.

... die Pubs
Wenn es nicht so voll wäre, könnte man meinen, man sei in einer britischen Stadt, und nicht zwischen Afrika und Spanien. Nein, eigentlich sind wir in einer britischen Stadt mit kleinen Kaufhäusern, einer Unmenge von Tax-Free-Shops, Hotels und Pubs und noch mehr Touristen, in der neben dem Gibraltar-Pfund das englische Pfund mit Wechselkurs 1:1 Zahlungsmittel ist. Das Sprachgewirr ist faszinierend. Englisch und Spanisch sind vorherrschend.
Steueroase
Die Zahl der Touristen wird lediglich noch der Zahl der Firmenschilder übertroffen: Gibraltar ist und bleibt eine Steueroase: Umsatzsteuer gibt es keine, jedoch wird eine Stempelsteuer bis max. 1,25 Prozent erhoben. Vergütungen, die Steuerausländer von einer steuerbefreiten Gesellschaft bekommen, unterliegen keinerlei Besteuerung. Gibraltar hat keinerlei Steuerabkommen geschlossen. Es ist zwar Mitglied der EU, nicht aber Teil des Zollterritoriums.

Keine dunklen Wolken über der britischen Herrschaft
Eine Fahrt über die Europa-Allee, die an der Ostseite
der Alameda beginnt, bleibt bei Traumwetter unvergesslich: Die fünf
Kilometer lange Höhenstrasse mit wunderschönen Ausblicken, die
sich am Westhang des Felsens entlang schlängelt, vorbei an Landhäusern
und Gärten der weniger touristisch heimgesuchten South Town, und
die bis zum Europa Point mit seinem Leuchtturm und einer Kapelle mit
prächtigen
Ausblicken auf die Bucht von Algeciras und die afrikanische Küste
führt, ist sicherlich einen Besuch wert.
Gegen Spätnachmittag wird es auch in der Altstadt merklich ruhiger:
Die Tagestouristen treten den Fußweg zurück über das Rollfeld
zurück nach Spanien an. Diesmal kontrollieren die Spanier mehr als
die Engländer, was da im Kofferraum legal oder unter Umgehung
der Zollvorschriften ins Land transportiert wird.
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