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Das Herumfahren braucht Zeit. Denn in Cornwall kommt man nur im Zockeltempo voran. An die motorisierten Touristenströme im Sommer wurden keine Konzessionen gemacht. Auf den kurvenreichen schmalen Fahrbahnen mit mannshohen Hecken am Straßenrand muss man ständig runterschalten, den Fuß vom Gas nehmen. Cornwall ist unverbaut: keine Autobahnen, keine Industrie, kein Ort mit mehr als 20 000 Einwohnern und keine Bettenburgen.

Dafür grüne Hügel, auf denen Schafe und Kühe weiden, und eine spektakuläre über dreihundert Meilen lange Küstenlinie mit mehr als 300 Stränden. Die traditionsbewussten Cornish People sind stolz auf ihre Heimat, die bleiben soll, wie sie ist. Unterstützt werden sie von einem einflussreichen Verbündeten: Prince Charles, Duke of Cornwall. Ihm gehört ein Drittel des Herzogtums. Aus Farmen und Ländereien bezieht er sein Einkommen. Dass aus Land's End, der südwestlichsten Klippe Englands, ein eintrittspflichtiger Rummelplatz geworden ist, hat er jedoch nicht verhindern können. Land's End war ein Ort voller Emotionen. Hierhin ging man, um an Vorfahren zu denken, die nach Amerika ausgewandert sind und nie wiedergesehen hat.

England / Cornwall - Land's End
Land's End (Foto: Elke Sturmhoebel)

England / Cornwall - MouseholeDoch einheimischen Protesten zum Trotz überließ 1987 Maggy Thatcher das Ende Englands einem Multimillionär. Jeder muss nun 5,50 Pfund hinblättern, auch wenn er nur zu den kantigen Felsen will. Kinder zahlen die Hälfte, und die indes sind begeistert von dem Vergnügungspark. Sie stürmen das Schiffswrack, die nachgebaute Galeere, bestaunen das Muschel-Museum und streicheln die Bauernhoftiere.  

Mousehole (Foto rechts: Elke Sturmhoebel) wirkt noch so, als sei an dem Ort niemals Hand angelegt worden. Winzige Häuser schmiegen sich rund um den Hafen, in dem bunte Fischerboote schaukeln. Hinter den Häusern verbirgt sich ein Gassenlabyrinth, das sich im Sommer für manche Autofahrer als Mausefalle erweist. Am besten geht man zu Fuß hinein. Von der Hafenmole ist schon von weitem die markante Silhouette von St. Michael's Mount zu sehen.

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