
Kohlehafen adé
Die walisische Hauptstadt Cardiff ist im 21. Jahrhundert angekommen
Text und Fotos: Karsten-Thilo Raab
Augenfälliger können die Gegensätze nicht sein. Wenige hundert Meter Luftlinie und fast 2000 Jahre Geschichte trennen zwei der markantesten Blickfänge in Cardiff. Gleichzeitig spiegeln die beiden Prachtbauten ebenso wie die beeindruckende Cardiff Bay den Wandel der walisischen Kapitale von einem der größten Kohleumschlagplätze der Welt zu einer pulsierenden und aufstrebenden Hauptstadt wider.

Cardiff Castle
Da ist zum einen das imposante Cardiff Castle im Herzen in der Stadt. Kennzeichen der Burg sind ihre drei Gesichter aus drei Epochen. Die einzelnen Gebäudeteile stehen für eine lange, bewegte Vergangenheit. Teile des Fundaments gehen auf ein römisches Fort zurück, das die Eroberer am Ufer des Flusses errichteten. Die Römer kamen 75 nach Christus in diesen Teil von Wales und verliehen der Stadt ihren Namen: Caerdydd. Im Walisischen steht „Caer“ für das Fort und „dydd“ ist der Name des River Taff. Somit bedeutet Cardiff „Fort am Taff“.

Cardiff Bay: Die Stadt schaut nach vorn und zurück
Von den Normannen zum Rugby-Tempel
Den Römern folgten die Normannen, die eine typische Festung im Burgfried des heutigen Schlosses hinterließen. Im achtzehnten Jahrhundert erlebte die Burg ihre Renaissance, als Architekt William Burges im Auftrag des dritten Marquis von Bute (1847-1900) dem Gemäuer ein neues, besonders im Inneren verspieltes Antlitz verlieh und die mittelalterliche Burg zu einem viktorianischen Fantasieschloss umbaute.
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