Elfenbeinküste
schwarzaufweiss




Fotos:
Michael Hughes
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Kurzportrait
"Akwaba
en Côte d`Ivoire - willkommen an der Elfenbeinküste! Träumen
Sie . . . Sich sonnen, schwimmen, für einen Augenblick Europa vergessen
. . . aber auch das tiefe Schwarzafrika entdecken!" - unter diesem
inspirierenden Motto wirbt das Tropenland am Golf von Guinea um ausländische
Gäste. Doch viele sind es noch nicht, die den Sechs-Stunden-Flug
von Mitteleuropa bis nahe an den Äquator auf sich nehmen. Einige
touristische Vorreiter wie der "Club Mediterranée"
haben sich hier schon etabliert und irgendwann könnten die Großen
der Branche folgen, denn das Land kann mit spektakulären Glanzpunkten
aufwarten. Lange, palmenbestandene Sandstrände und Badebuchten
warten auf Strandurlauber, Tier- und Pflanzenfreunde finden einzigartige
Naturreservate vor und die Vielfalt der Völker und Kulturen in
diesem Teil Schwarzafrikas hat noch jeden Besucher gefesselt. Ob der
Tourismussektor im erhofften Umfang aufblühen wird, die reichen
touristischen Ressourcen zum Vorteil des Landes und seiner Gäste
aus Übersee genutzt werden, läßt sich freilich noch
nicht absehen.

Etwas kleiner als Deutschland und ziemlich genau von der Größe
Norwegens, ist die Côte d`Ivoire ein Land voller naturräumlicher
Gegensätze und entsprechend unterschiedlicher Klimazonen und Vegetationsformen.
Sandbuchten und Kliffs, lange Strandpartien, Lagunen und Sümpfe
mit Mangrovenwäldern gliedern die Atlantikküste, an die sich
eine 100 bis 200 km tiefe Zone tropischen Regenwalds
anschließt. Vielfach ist die dichte Vegetation durch Lichtungen
aufgelockert, wo Kakao, Kaffee und Bananen angebaut werden. Aus dem
tropischen Äquatorialklima dieser Region gelangt man auf dem Weg
nach Norden in den sog. südsudanischen Klimabereich der intensiv
landwirtschaftlich genutzten zentralen Hochebene.
Sie nimmt den größten Teil des Landes ein. Den tropischen
Regenwald haben zunächst Feuchtwälder, dann Feuchtsavanne
abgelöst, die im nördlichen Landesdrittel in Busch- und Trockensavanne
übergeht. Die hier herrschenden hohen Tagestemperaturen, die kühlen
Nächte und ausgedehnte Trockenperioden deuten die Nähe zur
Sahelzone an. Ganz anders das bergige Hochland
im Westen, der dritte Naturraum der Côte d`Ivoire neben dem Küstenstreifen
und dem Zentralplateau. In diesem waldreichen Gebiet liegen die Temperaturen
deutlich niedriger, dafür erreichen die Niederschläge Rekordhöhen.
Die Millionenstadt Abidjan, angesiedelt
auf mehreren Landzungen, die in die Lagune Ebrié hineinragen,
präsentiert sich als das "Manhattan Afrikas" mit brodelndem
Verkehr zwischen Nobelgeschäften, Prestigebauten und futuristischen
Bürotürmen. Doch das Herz Afrikas schlägt in den traditionellen
Stadtvierteln Treichville, Adjame, Cocody, Koumasi oder Marcory, wo
sich das pralle, bunte Straßenleben der Vielvölkermetropole
entfaltet, kleine Restaurants (die sich hier "Maquis" nennen)
mit Leckereien locken, Märkte eine unglaubliche Warenfülle
ausbreiten und die Nacht zum Tag wird. Auch das "Musée des
Civilisations de Côte d`Ivoire" lohnt einen Besuch, vermittelt
es doch einen umfassenden Einblick in die Kunst und Kultur der ivorischen
Völkerschaften. Vor den Toren Abidjans liegt mit dem "Banco"
einer der kleineren Nationalparks, der auf seinen 3.000 ha das zu bewahren
versucht, was andernorts schon zu verschwinden droht: ursprünglichen
tropischen Regenwald.

Östlich von Abidjan säumen Hüttendörfer und Palmenhaine
die Straße zu den großen Badestränden. Man passiert
die Lagunenstadt Grand-Bassam mit nostalgischen
Überresten einstiger Prachtbauten der französischen Kolonialherren,
die 1893 diese Siedlung zur Hauptstadt ihres neuen Territoriums ausriefen.
Als Badeort ist Grand-Bassam beliebt bei den hitzegeplagten Abidjanern.
Assini und Umgebung bieten herrliche, weiße Sandstrände.
Hier liegt das bedeutendste Feriengebiet des Landes. Der "Club
Mediterranée" und die Pfahlbauten des Clubdorfes "Les
Paletuviers" sowie einige Bungalow-Siedlungen laden zu unbeschwertem
Strandurlaub.
Ein längerer Abstecher nach Norden bietet die wohl einmalige Begegnung
mit einem wahrhaftigen König in dieser Republik. König Bonzou
II. residiert im Städtchen Abengourou.
Er ist das Oberhaupt der Agni, einer Volksgruppe, die im 17. Jahrhundert
aus dem heutigen Ghana einwanderte und das mächtige Königreich
Indénié gründete. Bis in die Gegenwart verstanden
es König und Untertanen, ihre alten Stammesstrukturen zu bewahren.
Westlich von Abidjan begeistern malerische Palmenstrände entlang
des Lagunenstreifens. Jacqueville,
Grand Lahou, Sassandra,
Monogaga, San Pédro und Tabou
heißen die mehr oder minder entwickelten Badeorte an diesem langen
Küstenabschnitt. Wer das nahe Hinterland erkunden will, könnte
dem großen Pfahlbaudorf Tiagba einen
Besuch abstatten oder den nur mit Boot oder zu Fuß erreichbaren
Nationalpark Assigny erwandern, ein rund 300 km² großes
Urwaldreservat, in dem noch Elefanten leben. Zeitaufwendiger ist die
Tour von San Pédro zum Tai-Nationalpark
im Südwesten, nahe der Grenze zu Liberia. Von der UNESCO auf die
Liste der Weltnaturdenkmäler gesetzt, ist dieses etwa 5.500 km²
große Areal (doppelte Größe des Saarlandes) eines der
letzten intakten Regenwaldgebiete. Seine üppige Vegetation und
vielfältige Tierwelt werden in enger Zusammenarbeit von einheimischen
Institutionen und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit
(GTZ) gehegt und gepflegt und auch dem Öko-Tourismus geöffnet.

Einige Stunden nördlich des Parks liegt die 300.000 Einwohner zählende
"Stadt der 18 Berge" Man, Mittelpunkt
einer waldreichen Berglandschaft mit Wasserfällen und Lianenbrücken,
Bambushainen und Kaffeeplantagen. Es ist das Land der Yacouba, die bekannt
sind für ihre rituellen Tänze (Messertanz, Stelzvogeltanz)
und ihr handwerkliches Können (Masken, handgewebte Stoffe).
Spätestens bei einer Fahrt in den Norden des Landes wird die so
oft voller Stolz erwähnte Verwaltungshauptstadt Yamoussoukro
berührt, Geburtsort des früheren Präsidenten Houphouet-Boigny.
Es ist eine bizarre Retortenstadt gigantischen Ausmaßes, der nur
noch die Menschen fehlen. Allein der Bau der Basilika "Nôtre
Dame de la Paix", eines Nachbaus des Petersdoms in Rom, soll, wie
es heißt, "300 Millionen DM aus der Privatschatulle des Präsidenten"
gekostet haben . . .
Über Bouaké, mit fast einer
Million Einwohnern zweitgrößte Stadt der Elfenbeinküste,
und den für seine Töpferarbeiten bekannten Ort
Katiola erreicht man den Parc National
de la Comoé, eines der größten Wildreservate
in Westafrika. Grassavanne oder Busch- und Baumsavanne, Hügelketten
und vereinzelte Inselberge und der ganzjährig Wasser führende
Comoé-Fluß prägen das Landschaftsbild des Schutzgebiets.
Auf einer Fläche von 11.500 km² (das entspricht etwa der Größe
von Kreta und Mallorca zusammen) finden Flußpferde und Elefanten,
Antilopen und die vielen anderen Arten der Savannenfauna ein weitläufiges
Rückzugsgebiet. Auch der Comoé-Park ist in die Liste des
UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen worden.
In Höhe des Parks liegt das Land der Senoufo, das sich über
Ferkéssédougou, Korhogo
bis Boundiali nach Westen erstreckt. Im
weiten Savannenland mit pittoresken Rundhüttendörfern pflegt
dieses traditionsbewußte Volk seine überlieferte Handwerkskunst
(Masken und Statuen aus Holz und Bronze, Webarbeiten und Leinenmalerei,
Töpfer- und Schmiedearbeiten). Dazu zählt auch die traditionelle
Architektur, in Lehmbauweise errichtete Gebäude mit Dachterrassen.
Selbst Moscheen entstehen aus Lehm, wie in Kavara
oder Kong. Aber nicht nur als Handwerker,
auch als Bauern haben die Senoufo einen guten Ruf. Sie bauen Reis und
Baumwolle an, Zuckerrohr und Tabak, Mais und Hirse.
Eckart
Fiene
Adressen,
Links, Musik und Bücher

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Reiseinfos
Sicherheitshinweise
Seit März 2007 haben die politischen Unruhen spürbar nachgelassen, die Gefahr neuer Gewalttätigkeiten ist aber nicht gebannt. Reisen in die beiden Hauptstädte Abidjan und Yamoussoukro sowie einige andere Städte im Süden gelten als relativ sicher. Vor Reisen in den Norden (nicht unter der Kontrolle der Regierung) und in den Westen (unter Militärverwaltung stehende Distrikte) wird abgeraten. Angesichts hoher Gewaltkriminalität sollte man nachts in keinem Landesteil unterwegs sein.
Klima
und Reisezeit
Im Übergangsgebiet zwischen trocken-heißem Nordost-Passat und
dem regenreichen Südwest-Monsun liegend, weist das westafrikanische
Land drei unterschiedliche Klimazonen auf. Küste und südliche
Landeshälfte gehören zur immerfeuchten Tropenzone mit hoher
relativer Luftfeuchtigkeit, die als drückende Schwüle wahrgenommen
wird. Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen bewegen sich hier
zwischen 27 und 35 Grad, bis zu 2.300 mm Niederschlag fällt pro Jahr
(zum Vergleich: Hamburg = 740, Frankfurt/M. = 604, München = 935
mm). Hauptregenzeit ist in den Monaten April bis Juli, gefolgt von einer
kurzen Trockenzeit (August/September), der sich eine kleine Regenzeit
anschließt (Oktober/November), die dann in eine lange Trockenperiode
von Dezember bis März übergeht. Die nördliche Landeshälfte
kennt nur zwei Jahreszeiten: eine Regenzeit von Mai bis Oktober -sie bringt
durchschnittlich 900 mm Niederschlag- und die Trockenperiode von November
bis April, häufig von dem heißen Sahara-Wind Harmattan begleitet.
Eine eigenständige Klimaregion bildet das westliche Bergland, ein
Ausläufer des Guinea-Hochlandes, mit Höhen, die in den Nimba-Bergen
1.700 m erreichen. Die Temperaturen sind hier deutlich niedriger als in
den anderen Landesteilen, doch die ganzjährig niedergehenden Regengüsse
sind gewaltig: in manchen Jahren übersteigen sie die 3.000 mm-Marke.
Besuchern aus europäischen Ländern kann der Zeitraum
November/Dezember bis April als angenehmste Reisezeit
empfohlen werden.
Einreisevorschriften
Für einen Besuch der Elfenbeinküste ist ein Reisepaß notwendig. Das dazugehörige Visum wird von der Botschaft in Berlin ausgestellt.
Der deutsche Kinderausweis wird nicht anerkannt. Es reicht aus, Kinder im Paß eines Elternteils einzutragen (Lichtbild nicht erforderlich).
Wichtig: Die Côte d`Ivoire, wie die offizielle Bezeichnung des Landes lautet, ist Gelbfieber-Endemiegebiet. Eine Gelbfieberimpfung (mindestens 10 Tage vor Einreise) ist daher vorgeschrieben. Sie muß in einem internationalen Impfpaß dokumentiert sein, der bei der Einreise vorzulegen ist. Kinder unter einem Jahr sind von dieser Bestimmung ausgenommen.
Medizinische Versorgung
Das staatliche Gesundheitswesen ist unterentwickelt. Reisende sollten deshalb Medikamente in ausreichender Menge mit sich zu führen.
Ganzjährig und in allen Landesteilen besteht ein hohes Malariarisiko. Eine Malariaprophylaxe (Tabletten) wird dringend empfohlen, desgleichen die Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis A und bei Risikogruppen auch gegen Hepatitis B. Das Aids-Risiko ist hoch.
Unentbehrlich ist eine private Auslandsreise-Krankenversicherung mit garantiertem Krankenrücktransport (Ambulanzflug).
Statistik
Lage:
In Westafrika, am Golf von Guinea
Fläche: 322.462 km²
Küstenlänge: 550 km
Staat und Bevölkerung
Offizielle Bezeichnung: République de Côte d`Ivoire, 1960 von der Kolonialmacht Frankreich in die Unabhängigkeit entlassen. Form: Präsidialrepublik
Die Elfenbeinküste hat ca. 19 Millionen Einwohner. Sie verteilen sich auf 60 Ethnien, die fünf kulturell-religiös-sprachlich unterschiedlichen Großgruppen angehören. Christen machen etwa 30 % der Gesamtbevölkerung aus, die Muslime im Norden des Landes etwa 40 %, der Anteil von Anhängern traditioneller afrikanischer Naturreligionen (Animisten) liegt bei ca. 30 %. Zu den Minderheiten der Franzosen (25.000) und Libanesen (ca. 150.000) kommen mit einem beachtlichen Bevölkerungsanteil von ca. 27 % überwiegend muslimische Immigranten, die im ivorischen „Kakaogürtel“ arbeiten, darunter 2.2 Mio. aus Burkina Faso und rund 800.000 aus Mali. Die vom Staatsgründer Houphouet-Boigny einst geförderte Einwanderung von Sahelvölkern brachte dem Land die höchste Immigrantendichte weltweit. Ihr multiethnischer Staat mit unzähligen familiären Bindungen in die Anrainerstaaten war für die Ivorer Beweis einer gelebten Toleranz, auf die sie stolz waren.
Dass Henri Bédié, der Nachfolger des 1993 verstorbenen Houphouet-Boigny, entgegen dieser Tradition aus machtpolitischem Kalkül das rassistische Konzept der „Ivoirité“ erfand, man sich also entlang ethnischer Zugehörigkeiten zu definieren begann, führte zu einer offenen Konfrontation zwischen den Muslimen im Norden des Landes und den ihnen ethnisch-religiös nahestehenden Immigranten auf der einen Seite und dem christlich-animistischen südlichen Landesteil auf der anderen Seite. Der mit Bedacht vom Zaun gebrochene ethnische Konflikt und die dadurch verstärkte Wirtschaftskrise destabilisierten das Land. Seit September 2002 ist die Elfenbeinküste zweigeteilt in einen von der Regierung kontrollierten Süden und einen von muslimischen Aufständischen, die sich „Forces Nouvelles“ nennen, gehaltenen Norden. Im April 2004 zogen an die 7.000 UNO-Blauhelme und rund 3.000 französische Soldaten in die Pufferzone ein. Friedensbemühungen in den folgenden Jahren blieben erfolglos. Erst die Vereinbarung von Ouagadougou vom 4. März 2007 scheint Bewegung in die verhärteten Fronten zu bringen. Die Annäherung zwischen den verfeindeten Landesteilen schreitet zaghaft voran. Es könnten in naher Zukunft sogar die überfälligen Wahlen stattfinden, wenn es denn gelänge, über das leidige Thema „Ivoirité“ endlich einvernehmlich zu entscheiden.
Sprache: Amtssprache, sowie Unterrichts-
und Verkehrssprache ist Französisch. Regional haben auch die Idiome
der großen Volksgruppen als Umgangssprachen ihre Bedeutung.
Hauptstadt: Seit der legendäre
Baoulé-Häuptling und jahrzehntelange Präsident des Landes,
Félix Houphouet-Boigny, seinen kleinen Geburtsort Yamoussoukro
1983 in den Rang der Hauptstadt von Côte d`Ivoire erhob, hat das
Land zwei Hauptstädte. Die Hafenstadt und Wirtschaftsmetropole Abidjan
mit fünf Millionen Einwohnern einschließlich Großraum
firmiert seitdem als "Wirtschaftshauptstadt" und das von Stadtplanern
in den Urwald gesetzte Yamoussoukro mit rund 200.000 Einwohnern wird als
"Verwaltungshauptstadt" bezeichnet (obwohl Abidjan Regierungssitz
ist).
Verkehr: Côte d`Ivoire wird
von einer Eisenbahnlinie (660 km) in Süd-Nord-Richtung durchquert.
Sie verbindet Abidjan mit einer Reihe wichtiger Städte im Binnenland
und endet in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso.
Das Netz von Pisten, Wegen und Straßen umfaßt ca. 50.000 km,
von denen aber nur rund 5.000 km asphaltiert sind.
Einziger internationaler Flughafen ist Abidjan. Für Inlandsverbindungen
stehen vier weitere Flughäfen und rund 30 Plätze und Pisten
zur Verfügung.
Wirtschaft Galt die Elfenbeinküste noch in den 90er Jahren als politisch stabiles und wirtschaftlich prosperierendes afrikanisches Musterland mit einer im afrikanischen Vergleich vorbildlichen Infrastruktur, wurde nach dem Militärputsch vom Dez. 1999 das ganze Ausmaß einer bis dahin verdeckten Wirtschaftskrise sichtbar. Allgegenwärtige Korruption und eine dilettantische Finanzpolitik waren durch die beachtlichen ökonomischen Zuwachsraten verborgen geblieben. Als die Kakaopreise ins Bodenlose fielen, kam die Misswirtschaft ans Licht, wurde deutlich, dass der größte Kakaoproduzent der Welt (40 % der Welternte) seit Jahren von der Substanz gelebt hatte.
Die politische Dauerkrise seit 1999 hat eine gezielte Wirtschaftspolitik unmöglich gemacht und einen Berg von Problemen angehäuft, die einer Lösung harren. Derweil verfällt die einst geschaffene Infrastruktur, Investitionen bleiben aus und nach Schätzungen der Weltbank lebten 2006 43,2 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, 1993 waren es 32 %.
Hauptexportgüter sind Kakao, seit 2005 im Wert übertroffen von Erdölprodukten sowie Kaffee, Baumwolle, Palmöl, Naturkautschuk, Tropenholz. Diese Rohstoffexporte machen die Elfenbeinküste zu einem der wenigen Länder Afrikas mit beständigem Außenhandelsüberschuss – freilich hat das Land keinen Einfluss auf die Entwicklung der Weltmarktpreise.
Tourismus
In der friedlicheren Vergangenheit setzte die Elfenbeinküste nahezu ausschließlich auf „Elitetourismus“ (Geschäftsreisende und Kongreßbesucher), für die Abidjan eine gehobene Hotellerie und Gastronomie bereithielt. Als neue Klientel versuchte die Tourismusbranche auch verstärkt Badegäste, Naturfreunde und kulturinteressierte Urlauber ins Land zu locken. Hunderte von Kilometern Küste, neun Nationalparks und ein urtümliches Hinterland könnten für Urlauber aus der „ersten Welt“ durchaus attraktive Ziele sein, sofern die touristische Infrastruktur an die gewohnten Standards heranreicht und – noch wichtiger – im Land wieder stabile Verhältnisse herrschen.
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