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Ecuador - Galapagos-Inseln

Mit Seelöwen und Albatrossen auf Tuchfühlung

Tiere ohne Scheu auf den Galapagos-Inseln

Text und Fotos: Rainer Heubeck

1835 entdeckte Charles Darwin auf den Galapagos-Inseln dreizehn verschiedene Finkenarten - ein wichtiger Ausgangspunkt für seine Theorie zur Entstehung der Arten. In den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhundert kamen deutsche Zivilisationsflüchtlinge und brachten Mord und Todschlag. Heute leben die Vulkaninseln im Pazifik fast ausschließlich vom Tourismus.

Galapagos / Echse
Wechselwarme Meerechsen wärmen sich auf der
Isla Española. Charles Darwin nannte diese Tiere
die "Kobolde der Finsternis"

Es war eine abenteuerliche Reise ans Ende der Welt, die Heinz Wittmer, ein Sekretär des Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer, und seine Frau Margret im Jahr 1932 angetreten hatten: zusammen mit ihrem Sohn Harry wanderte das Ehepaar auf eine nahezu unbewohnte Insel innerhalb des Galapagos-Archipels aus – auf das Eiland Floreana. In der ersten Zeit lebten die Wittmers in einer verlassenen Seeräuberhöhle, dort kam auch ihr Sohn Rolf zur Welt.

Ecuador / Galapagos / Rolf Wittmer
Rolf Wittmer

Das Folgejahr war geprägt von dramatischen Auseinandersetzungen und rätselhaften Todesfällen: Der Tod des Berliner Zahnarztes Dr. Friedrich Ritter und wirre Begebenheiten um die angebliche Baronin Wagner-Bousquel, die sich selbst zur Kaiserin von Galapagos ernannte und deren Liebhaber tot am Strand gefunden wurde, sorgten in der Weltpresse für Schlagzeilen. Noch heute ist der Galapagos-Tragödie, deren Einzelheiten nie ganz aufgeklärt werden konnten, im Galapagos Interpretation Center, dem Inselmuseum auf San Cristobal, eine eigene Schauwand gewidmet. Die einzigen, die das damalige Chaos einigermaßen heil überstanden, waren die Wittmers. Heute besitzt die Familie auf Floreana, das noch immer weniger als hundert Einwohner zählt, eine kleine Pension und eine Farm mit über siebzig Tieren.

Galapagos /
Dunkle Wolken über der Isla San Cristobal

Adé Einsamkeit

Der in einer Seeräuberhöhle geborene Rolf Wittmer ist mittlerweile siebzig Jahre alt, aber er fährt noch immer mit seinem Schiff durch das Pazifik-Archipel und zeigt Touristen die Naturschönheiten der Inseln. „Die letzten Jahre hat sich auf den Inseln viel geändert“, erklärt der agile Senior, „früher war es ruhig, heute gibt es Gedränge - es gibt mehr Betrieb, mehr Gerenne, auf vielen Inseln findet sich ein Geschäft neben dem anderen.“ Die Zeit der abenteuerlustigen Auswanderer, davon ist Rolf Wittmer überzeugt, ist inzwischen endgültig abgelaufen: „Es gibt keine Möglichkeiten mehr dafür, die Welt ist einfach zu voll.“ Selbst auf Floreana, so berichtet er, solle demnächst ein kleiner Flughafen gebaut werden.



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