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Entdeckungsreisen und Rundum-Sorglos-Paket am Swimmingpool

Wer sich allerdings ein wenig mehr als nur Pool und Party gönnen möchte, der sollte sich Zeit und Dollars mitnehmen, um entweder bei den professionellen Touren oder mit einem gemieteten Auto nebst Fahrer das Umland zu entdecken. Auch mit Baby sind einige der Ausflüge durchaus machbar. Wir haben uns bei größeren Aktivitäten einfach aufgeteilt, eine Familienhälfte hat sich auf Entdeckungsreise begeben, während die jeweils andere mit Schwan, Baby, kühlen Drinks und Snacks am Pool das Rundum-Sorglos-Paket genießen konnte. So entdeckten mein Mann und mein 7jähriger auf der Jeep Safari zum Damajagua Wasserfall, dass das Besteigen der Terrassen eines fließenden Gewässers schon ein Riesenspaß sein kann, dass die schwungvolle Rutschpartie entlang der vom Wasser gerundeten Felsen allerdings unübertroffen bleibt. Dafür durfte ich dann meinem Hobby auf der Paradiesinsel Punta Rusia frönen und mit dem Sohnemann an der Hand die Unterwasserwelt entdecken, die dort ebenso vielfältig und bunt schillert wie am Riff der Maledivenatolle. Besonders die Fahrt mit dem Speedboat entlockte dem Badewannen-Kapitän begeisterte Jauchzer.

Dominikanische Republik - Unterwasserwelt in Punta Rusia
Reiche Fischwelt Unterwasser

Quads, vierrädrige Gelände-Motorräder, locken Fahrer ab 12 Jahren zu einer actiongeladenen Buckeltour durchs Hinterland. Wer es historisch mag, kann auf den Spuren von Christoph Kolumbus wandeln, der am nordwestlich gelegenen heutigen Nationalpark Montechristi den ersten Fuß auf den Boden der „neuen Welt“ setzte. Oder er kann eine Busreise nach Santo Domingo wagen, in die älteste „weiße“ Stadt dieses damals neu entdeckten Kontinents. Die Seilbahn von Puerto Plata zum Hausberg hinauffahren und darüber staunen, dass es die berühmte Christus-Figur nicht nur in Rio de Janeiro gibt.

Dominikanische Republik - Seilbahn bei Puerta Plata
Ausblick vom Hausberg von Puerto Plata

Die Bacardi-Insel bei Samana bereisen, auf der der berühmte Werbespot gedreht wurde, in Confresi einem individuellen Wasser-Rendezvous mit den Delfinen oder Seelöwen der Ocean World entgegenfiebern oder auf Flohmärkten um traditionelles Taino Kunsthandwerk feilschen, das einstmals als Grabbeigabe benutzt, heute als Souvenir geschätzt ist. Auch die haitianische naive Malerei kann man erstehen, oft genug allerdings verdächtig gleich gestaltet, ob in schwarz-weiß, rot oder blau gehalten. Da lohnt es sich, mit wachem Auge und geschicktem Verhandlungstalent über die einheimischen Märkte zu ziehen, statt sich von einem Touristenshop oder Larimarverkauf zum nächsten zerren zu lassen.

Sind ihre Kinder Dino-Fans?

Neben dem oben erwähnten Halbedelstein gibt es in der Dominikanischen Republik große Bernsteinvorkommen. Und genau dadurch entstand die Idee des Films Jurassic Park, der mit der Wiederauferstehung der Riesenechsen aus dem DNA-Material eingeschlossener Harzinsekten liebäugelte. Im Amber Museum von Puerto Plata gibt es entsprechende Exponate zu bewundern.

Dominikanische Republik - Bernsteinmuseum
Bernsteinmuseum

Die öffentlichen Busse sind günstig und halten an allen bekannten Punkten der Städte, also keine Scheu vor ein wenig Selbständigkeit im All-Inklusive-Paradies. Schließlich lassen sich die meisten Aktivitäten mit Kindern ab 4 Jahren nahezu mühelos bewältigen. Kinderlieb sind die Dominikaner ohnehin, und wer nicht gerade an den Straßenständen seinen Hunger stillt, der muss sich auch um den drohenden Durchfall nicht wirklich sorgen. Überall gibt es Getränke in Flaschen zu kaufen und die bunten Obststände bieten – zumindest nach dem Schälen der Früchte - eine gute Alternative zu in zweifelhaftem Fett gebackenen Erdnuss-Zucker-Snacks oder dem traditionell dominikanischen Reis in Bohnensoße.

Beim Merengue entsteht alle Dynamik aus dem Hüftschwung heraus

Zurück von unseren Abenteuern kühlen wir uns bei Popcorn und Eis im bewachten Pool ab. Auf der Promenade erscheinen gegen Abend die frisch geduschten Buggyfahrer, cremeschimmernde Kleinkinder mit Fläschchen und geflochtenen karibischen Zöpfen vor sich her schiebend. Oma, wir träumen unseren Traum wohl nicht allein! Von der Bühne schallen uns nach dem obligatorischen Kindertanz des eher dürftigen Funclubs erneut Merengue-Klänge entgegen. Die Entstehung des Hüftschwungs mit wenig Beinbewegung verdankt diese musikalische Variante der Tatsache, dass die einst in der Dominikanischen Republik eingesetzten Negersklaven aufgrund der Bleikugel am linken Fuß diesen nur hinter sich herziehen konnten. Da sie aber auf den – zumindest geistig – befreienden Tanz nicht verzichten wollten, erfanden sie den Merengue, bei dem der rechte Fuß seitlich gesetzt und der linke einfach herangerückt wird. Alle Dynamik entsteht aus dem Hüftschwung heraus. Dynamik? Neben mir schlummern zwei Kinder, eins im Buggy, eins auf dem Stuhl. Mein Mann döst geschafft von der Hitze vor sich hin. Hüftkreisen? Mit wem denn? Da fällt mein konsternierter Blick auf den Sänger der Band, der in einem changierenden, durchsichtig türkis schimmernden Polyesterhemd seine Muskeln spielen lässt. Die exotische Schöne neben ihm darf das Mikro zwar halten, doch außer einigen Choreinwürfen und grazilen Verrenkungen bleibt die Show dem Kummerbundträger überlassen. Jetzt taucht auch der Eintänzer auf, ein schlaksiger Dominikaner mit pomadisierten Haaren, dessen blau-gelber Hosenanzug die Zugehörigkeit zum Clubpersonal symbolisiert. Reihenweise werden die einsamen Herzen erobert, ich ducke mich in die Umarmung meiner eher unromantischen besseren Hälfte.



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